HHU StartUniversitätZUVZentrale UniversitätsförderungVeranstaltungen und Get-together22.05.2017 Kolloquium für Stifter/Stipendiatengruppen mit bis zu 4 Stipendiaten

Interdisziplinärer Austausch auf dem Kolloquium für Stifter- und Stipendiatengruppen im Haus der Universität

Text: Margit Giebels,  Foto: Jochen Müller

Interdisziplinärer Austausch auf dem Kolloquium für Stifter/Stipendiatengruppen mit bis zu vier Stipendiaten und Stipendiatinnen am 22. Mai 2017 im Haus der Universität

Am Montag, den 22. Mai 2017, trafen sich Stifter für Nachwuchsförderung mit den geförderten Stipendiaten zu einem Kolloquium im Haus der Universität. Die eingeladenen Stifter setzen sich im Rahmen des „Chancen-nutzen“ – Stipendienprogramms der Heinrich-Heine-Universität für die Förderung von Studierenden mit herausragenden Leistungen ein.

Professor Dr. Hannelore Riesner, Botschafterin für Stipendien der HHU und Vorsitzende des Beirates für Universitätsförderung, begrüßte alle anwesenden Stifter (Ehrensenatorin Dr. Esther Betz, Frank Bohr, Prof. Dr. Victoria Borsó, Mitglied des Hochschulrates, Elisabeth Bridges, André Hoderlein, Lanxess AG, Anna Katharina Leers, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Elisabeth Leesemann, Magdalene Neunheuser) sowie die anwesenden Stipendiaten. Im Anschluss begrüßte die Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck sowie Janine Janus, Leiterin der Zentralen Universitätsförderung, alle Anwesenden und übergab die Moderation an Frau Professor Dr. Hannelore Riesner. Nach einer interessanten Vorstellungsrunde aller Teilnehmer regten vier Kurzvorträge der Stipendiaten zu Themen aus ihrem Studienalltag zu lebhaften Diskussionen an.

So informierte zu Beginn Medizinstudentin Selina Hansen die Zuhörer mit ihrem Vortrag  „ In my Doctor I trust“:  Mediziner werden oft als „Herr/Frau Doktor“ angesprochen. Doch was verbirgt sich dahinter? Für die meisten Medizinstudenten ist die Promotion eine Selbstverständlichkeit, auch wenn sie später nicht in der Forschung tätig sein wollen. Daher ist die wissenschaftliche Qualität medizinischer Doktorarbeiten sehr verschieden, der europäische Forschungsrat sieht den Dr. med. nicht als Äquivalent zum PhD an. Über die Fragen: sollte ein Mediziner, der wissenschaftlich arbeiten möchte, einen PhD machen? Wäre ein M.D./PhD System sinnvoll?, wurde im Anschluss anregend diskutiert.

Es folgte Hendrik Cramer (Student der Germanistik), der über das Vortragsthema „Nun schaden solche Studien aber auch nicht und können sogar einen geringfügigen Nutzen abwerfen“ (Michel Houellebecq) informierte. Er berichtete über fachwissenschaftliche Rahmenbedingungen der Germanistik - speziell der germanistischen Literaturwissenschaft .  Anhand konkreter Fallbeispiele umriss er den Horizont verschiedener möglicher Fragestellungen in seinem Studienfach. Dabei war ihm besonders wichtig zu zeigen, dass es in der Germanistik, wie in jeder anderen Wissenschaft auch, um die konkrete Verifizierung bzw. Falsifizierung einer Forschungshypothese geht und nicht wie im schulischen Deutschunterricht etwa um subjektives Empfinden von Texten und rein biographisch auf den Autor bezogene Interpretationen.

Im Anschluss hielten David Sridharan und Sina Musche (Studenten der Medien- und Kulturwissenschaften) einen Vortrag mit dem Thema „Von Theorie zu Praxis: Tau – Realisierung eines studentischen Kurzfilm“.  „Tau“ ist ein Kurzfilm, dessen Geschichte von verschiedenen Theorien aus Psychoanalyse und Philosophie inspiriert ist. Das Projekt ist derzeit im Zentrum Studium Universale angesiedelt und wird  nach dem Dreh im Juni  im Juli Premiere feiern. Die Filmthematik  von Schuld und Vergangenheit wird neben der Narration auch in Installationen (z.B. auf der Nacht der Museen und dem Open Source Festival) aufgearbeitet, bei denen Besucher die Möglichkeit haben, aktiv teilzunehmen. Weitere Infos unter www.taufilm.com

Annika Patz (Studentin der Medienkulturanalyse) berichtete über das Vortragsthema „Eine Welt, in die viele Welten passen – dekoloniale Epistemologien und relationale Praktiken“. In ihrem Vortrag ging es darum, mit Bezug auf den lateinamerikanischen Diskurs andere Formen des Wissens und Handelns aufzuzeigen sowie Epistemologien und Praktiken vorzustellen, die über das ‚westliche‘ Paradigma hinausgehen. Dabei war auch die Frage, welche Möglichkeiten sich eröffnen, wenn man sich anders mit der Welt in Beziehung setzt, um anders auf aktuelle Fragen und Probleme zu antworten, bzw. Fragen neu zu formulieren. Letztendlich zeigte sie, wie man durch die Verknüpfung verschiedener Konfigurationen von Wissen andere Formen des Umgangs und der Verantwortung denken kann.

Abschließend  wurde bei einem kleinen Imbiss rege über die Vorträge diskutiert.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenZentrale Universitätsförderung