28.01.08 00:00

Mittelalterliche Geschichte:

Prof. Dr. Johannes Laudage verstorben

Von: R. W. / G. K.

Professor Johannes Laudage, seit 1999 Lehrstuhlinhaber für das Fach Mittelalterliche Geschichte, ist am 26. Januar bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Pressebild

Professor Johannes Laudage, seit 1999 Lehrstuhlinhaber für das Fach Mittelalterliche Geschichte, ist am 26. Januar bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.
Der international geschätzte Mediävist wurde 1959 in Menden (Sauerland) geboren und wuchs in der Umgebung von Düsseldorf auf. Ab 1977 studierte er in Köln und Bonn die Fächer Geschichte, Katholische Theologie und Historische Hilfswissenschaften.
Köln blieb auch in den folgenden Jahren seine Heimatuniversität. Hier wurde er 1983 mit einer Arbeit zu dem Thema "Priesterbild und Reformpapsttum im 11. Jahrhundert" zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1990 mit seiner Schrift "Alexander III. und Friedrich Barbarossa". Von 1982 bis 1996 war er in Köln als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Oberassistent und Hochschuldozent tätig. In dieser Zeit entstanden zwei Bücher zur Gregorianischen Reform und zum Investiturstreit sowie eine Reihe von Aufsätzen, die sich mit Einzelproblemen aus der Geschichte des 9. bis 15. Jahrhunderts beschäftigten.
1993 begannen dann die Wanderjahre. Insgesamt sechs auswärtige Lehrstuhlvertretungen führten Professor Laudage nach Mainz, Braunschweig, Heidelberg, Bonn und München, wo er die Fächer Mittelalterliche Geschichte, Landesgeschichte und Historische Hilfswissenschaften vertrat. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte lagen dabei hauptsächlich in der Erforschung der Ottonen-, Salier- und Stauferzeit sowie der Geschichte Italiens im Hochmittelalter. 1999 erfolgte die Berufung an die Heinrich-Heine-Universität.
Hier fand er, engagiert in Forschung und Lehre, seine akademische Heimat. Bis 2004 leitete er das erfolgreiche Graduiertenkolleg "Europäische Geschichtsdarstellungen", organisierte mehrere international besetzte Forschungstagungen, unter anderem zu den Themen "Mittelalterliche Geschichtsdarstellungen und ihre kritische Aufarbeitung" (2000) und "Rittertum und höfische Kultur der Stauferzeit" (2005). Seine besondere Leidenschaft galt der forschungsnahen Vermittlung mittelalterlicher Geschichte an historischen Stätten. Unvergessen bleiben den Teilnehmern seine Exkursionen nach Rom, Venedig, Canossa oder Bamberg, um nur einige zu nennen.
Rektor Prof. Dr. Dr. Alfons Labisch: " Professor Laudage war ein fröhlicher und zupackender Gelehrter, der sich durch die Kleinigkeiten und Widersprüche des akademischen Alltags nicht von seinen Vorhaben abbringen liess. Auf Professor Laudage ruhten die Hoffnungen seiner Schüler, des Historischen Seminars, der Philosophischen Fakultät und der Universität! Alle, die ihn kannten, sind sehr traurig."

Professor Laudage hinterläßt seine Ehefrau und sechs Kinder. Universität und Fakultät werden Professor Laudage ein ehrendes Andenken bewahren.


Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenStabsstelle Presse und Kommunikation