09.01.2020 09:12

Bibliotheken in NRW

Podiumsdiskussion mit Ministerin Pfeiffer-Poensgen in der ULB Düsseldorf

Von: Redaktion

Am 20. November besuchte die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (ULB). Sie eröffnete die Mitgliederversammlung des Verbandes der Bibliotheken des Landes NRW (vbnw) und diskutierte in der anschließenden Podiumsdiskussion u. a. zu Open Access, Medienkompetenz, der Aufenthaltsqualität von Bibliotheken und der Sonntagsöffnung Öffentlicher Bibliotheken im Zuge des gerade verabschiedeten Bibliotheksstärkungsgesetzes.

V.l.n.r.: Vorsitzender Uwe Stadler (vbnw), Direktorin Kathrin Kessen (ULB Düsseldorf), Vorsitzender Dr. Johannes Borbach-Jaene (vbnw), Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck (HHU Düssedorf), Ministerin Isabel Pfeifer-Poensen (MKW NRW), Präsident Andreas Bialas (vbnw), Foto: Agnes Lucas

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck begrüßte die Ministerin und die Mitglieder des vbnw: „Ich freue mich, den Landesverband der Bibliotheken NRWs in der Universitäts- und Landesbibliothek der Heinrich-Heine-Universität zu Gast zu haben. Er bringt unterschiedliche Bibliothekssparten, verschiedene Positionen und Schwerpunkte zusammen. Das ist wichtig, denn in einer zunehmend digitalen Welt ist gute Vernetzung zentral. Eine erfolgreiche Bibliothek kann nicht rein lokal gedacht werden.“ Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hob in ihrem Grußwort die große Bedeutung der Bibliotheken in einer offenen demokratischen Gesellschaft hervor. „Sie sind unverzichtbar als Einrichtungen, die qualifiziert und kommerziell unabhängig Informationen zugänglich machen und die dabei unterstützen, diese Informationen zu finden und zu bewerten“, so die Ministerin. Die Wissenschaftlichen Bibliotheken sieht sie als zentrale Partner bei der Umsetzung der Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen. Hierfür bedürfe es starker wissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen. Die Strategie setzt auf vernetzt arbeitende Hochschulbibliotheken auf den unterschiedlichsten Feldern der „Digitalen Hochschule NRW“, wie z.B. bei den Themen Medienkompetenz, Langzeitverfügbarkeit und Open Access.

Diese Themen standen auch im Zentrum der Podiumsdiskussion. Ausführlich wurde über Open Access und den in diesem Kontext stehenden Transformationsprozess des wissenschaftlichen Publikationswesens diskutiert. Anja Steinbeck und Kathrin Kessen, Leitende Direktorin der ULB Düsseldorf, bekräftigten übereinstimmend die Relevanz einer klaren Positionierung NRWs zu Open Access. Das wäre, so Steinbeck, wichtig, um Open Access an der Hochschule durchzusetzen.Für die Öffentlichen Bibliotheken war die Sonntagsöffnung, der mit dem jüngst verabschiedeten Bibliotheksstärkungsgesetz der Weg bereitet wurde, zentrales Diskussionsthema. Die Ministerin forderte die Bibliotheken auf, sich mutig der neuen Aufgabe zu stellen, und sicherte Unterstützung durch die Fachstelle zu.

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung standen verschiedene Impulsbeiträge zu Leistungen der Bibliotheken in der digitalen Gesellschaft auf dem Programm. Neben einem Beitrag zur Medien- und Informationskompetenz, wurde unter anderem auch das Landesprojekt „Digitalisierung von historischen Zeitungen in Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt. Das kooperative Digitalisierungsprojekt realisiert im Portal zeit.punktNRW einen zentralen Zugang zu den sehr verstreuten und schwer zugänglichen Zeitungen in NRW. Im Januar 2020 startet die gerade bewilligte zweite Förderphase – nun mit der ULB Düsseldorf als dritter Partnerinstitution. Sie bringt ihre Expertise bei der Kulturgutdigitalisierung vom Original ein, da in der ersten Projektphase das Scannen von Mikrofilmen auf dem Programm stand. So passt das Eingangsstatement der Ministerin auf viele vorgestellte Projekte: „Dass all dies viel Einsatz erfordert, ist mir bewusst, aber ich bin mir sicher: Der Einsatz lohnt sich und wird die Bibliotheken wesentlich voranbringen.“

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