16.09.2019 15:11

Großes Publikumsinteresse an Düsseldorfer Forschung

Nacht der Wissenschaft 2019 lockte Tausende zum Schadowplatz

Von: Achim Zolke

Es ist ein Erfolg für die Forschung im Großraum Düsseldorf und ein Beleg dafür, dass Wissenschaft die Massen begeistern kann: Am Freitag, den 13. September 2019 strömten rund 10.000 Interessierte ins Haus der Universität sowie durch ein 900 Quadratmeter großes, transparentes Aktionszelt am Schadowplatz. Die Nacht der Wissenschaft bediente die unterschiedlichsten Gäste mit ebenso unterschiedlichen Themen und bildete die Plattform für den wohl größten wissenschaftlichen Austausch des Jahres in und um Düsseldorf.

So spannend kann Wissenschaft sein: Von 17:00 bis 24:00 Uhr erwartete die Besucher Forschung zum Mitmachen auf dem Schadowplatz.

In 20 Wissenschaftstalks und Vorträgen - sowohl im Aktionszelt wie auch im Haus der Universität - konnte man viel Wissenswertes zu aktuellen gesellschaftlichen Problemen, wie etwa der Klima- oder Feinstaubdebatte u.v.m., erfahren.

Ausnahmslos alle Aktionsstände und -foren waren bis Mitternacht sehr gut besucht. Besonders frequentiert der Stand der Klinik für Neurochirurgie.

Hier konnten Interessierte die wesentlichen Grundfertigkeiten der Entfernung von Hirntumoren an Tomaten und Melonen kennenlernen

oder selbst Hand an die Kokosnuß legen und eine Kraniotomie (Eröffnung des knöchernen Schädels) vornehmen.

Die Welt mit anderen Augen sehen: Sei es, wie Bienen Blütenfarben wahrnehmen

Oder bei einer Virtual-Reality-Paraglider Simulation die Erfahrung eines freien Flugs machen.

Bei dem Mitmach-Experiment 'Heine sucht den Laser-Profi' zeigte sich, wer am besten Laserpulse mit 10 Gigawatt kontrollieren und mit hoher Präzision auf ein Ziel richten kann. (Fotonachweise HHU: (1) Achim Zolke; (2,3,6,7) Wilfried Meyer; (4,5,8) Florian Kaiser-Winter)

Nach 2013 und 2015 wurde die Nacht der Wissenschaft zum nunmehr dritten Mal in Düsseldorf veranstaltet. Initiiert und organisiert wurde sie 2019 von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), die auch den Großteil der Themen stellte. Sechs weitere Partnerinstitutionen waren inhaltlich beteiligt und boten eigene spannende Programmpunkte an: Deutsches Diabetes-Zentrum, Forschungszentrum Jülich, Hochschule Düsseldorf, Max-Planck Institut für Eisenforschung, Robert-Schumann Hochschule und die WHU – Otto Beisheim School of Management.

„Primäres Ziel der Veranstaltung war es, Düsseldorf einem breiten Publikum als herausragenden Forschungsstandort vorzustellen“, erklärt HHU-Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck. „Das ist geglückt: Wenn wir Tausende Wissbegierige anlocken und sie darüber informieren, wie Wissenschaft funktioniert, warum wir ihr vertrauen können und welch unterschiedliche Fachkompetenzen hier vorhanden sind, dann macht Wissensvermittlung Spaß – und das aufwändige Event unserer Stadt alle Ehre. Besonders beeindruckt bin ich davon, wie viele junge Menschen dabei waren und wie ernsthaft sie sich mit den anspruchsvollen Themen beschäftigt haben.“ Die Rektorin versprach: „Das machen wir wieder. Und bis dahin werden nicht noch mal vier Jahre vergehen!“

In rund 60 Formaten – Wissenschaftstalks, Experimente, Vorträge, Infostände – erklärten Forschende aus zahlreichen verschiedenen Disziplinen, woran sie zurzeit arbeiten, welche wissenschaftlichen Fragen sie versuchen zu beantworten und wo sie die aktuellen Herausforderungen in ihren Fachrichtungen sehen. Abgerundet wurde das Programm um Mitternacht mit einem unterhaltsamen, mitunter bissigen Science Slam. Selbst zu dieser vorgerückten Stunde war der Andrang so groß, dass der Vortragsraum im Haus der Universität bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Thematisch zog sich der Klimawandel wie ein roter Faden durchs Programm. Forschende etwa aus der Biologie, Chemie, Medizin und den Rechtswissenschaften standen Rede und Antwort, diskutierten Auswirkungen und Gegenmaßnahmen. Nicht minder kontroverse Themen wie künstliche Intelligenz, Gentechnik oder gendergerechte Schreib- und Sprechweise fehlten ebensowenig wie die neusten Erkenntnisse aus der Evolutionsbiologie, der Digitalisierung und den Politikwissenschaften.

Einen besonderen Raum nahm auch die Hirnforschung für sich ein. An einem Stand des Forschungszentrums Jülich wurden Hirnströme nicht nur gemessen, sondern auch interpretiert. Die Uniklinik Düsseldorf hingegen bot „Hirnchirurgie zum Selbermachen“ an, allerdings wurden sicherheitshalber lediglich Kokosnüsse und Melonen aufgebohrt. Auch die Frage, wie Virtual Reality und Simulation unser Hirn zu täuschen oder zu stimulieren vermag, wurde an gleich mehreren Ständen erörtert, unter anderem mittels eines Segway-Simulators der Hochschule Düsseldorf.

Die Schirmherrschaft über die Nacht der Wissenschaft 2019 hatte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel inne. Wer die vielen Eindrücke des Abends noch einmal auffrischen möchte, kann online weiterhin das gesamte Programm abrufen: undefinedwww.nachtderwissenschaft2019.de

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