25.11.2019 09:32

Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert Sonderforschungsbereich

Exzellente Membranforschung an der HHU

Von: Arne Claussen

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) verbucht heute einen Erfolg für ihre exzellente Forschung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verlängert den Sonderforschungsbereich 1208 „Identität und Dynamik biologischer Membransysteme“ in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät für weitere vier Jahre. Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) ist Prof. Dr. Lutz Schmitt, Lehrstuhl für Biochemie I. Mit dieser Entscheidung der DFG geht der SFB in die zweite Förderrunde. Die weitere Laufzeit beginnt 2020.

Prof. Dr. Lutz Schmitt vom Lehrstuhl für Biochemie I ist Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1208 „Identität und Dynamik biologischer Membransysteme“, der von der DFG für weitere vier Jahre gefördert wird. (Foto: Ivo Mayr)

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck gratuliert dem Sprecher und seinem Team: „Sonderforschungsbereiche sind die wissenschaftlichen Flagschiffe einer Universität, sie werden in einem hoch kompetitiven Umfeld vergeben. Damit zeugt es von höchster Exzellenz der Forschungsarbeit und des dahinter stehenden Forscherteams, ein solches Projekt einzuwerben und auch die weitere Förderperiode zu erreichen.“

SFB 1208 „Identität und Dynamik biologischer Membransysteme“

Am Sonderforschungsbereich 1208 beteiligen sich Bereiche der Biologie, Chemie, Pharmazie und Physik sowie der Medizinischen Fakultät der HHU. Er beleuchtet die dynamischen Prozesse von biologischen Membransystemen in Raum und Zeit: Was bestimmt die Identität eines solchen Membransystems, wie wird es erhalten, wie verändert es sich? Dabei spielen unter anderen Fragen nach den Membranproteinen und Membranproteinkomplexe eine Rolle sowie solche nach den anderen Bestandteilen der Zellmembran, zum Beispiel die Lipidzusammensetzung.

Das Forschungsteam verfolgt einen zweifachen Ansatz: Zum einen fokussiert man auf die individuellen Membranproteine und deren Komplexe, zum anderen auf das Membransystem in seiner Gesamtheit. Dazu vereint der SFB ein einzigartiges Methodenspektrum, das strukturelle, biochemische und zelluläre Techniken kombiniert, um die molekularen und zellulären Prozesse auf den relevanten Zeitskalen aufzuklären. Diese Zeitskalen erstrecken sich über viele Größenordnungen, von Nanosekunden bis hin zu Tagen.

Prof. Dr. Lutz Schmitt hebt hervor: „Unser multidisziplinärer Ansatz ist einzigartig in Deutschland. Er dient dem Ziel, das multidimensionale Zusammenspiel der einzelnen Komponenten unterschiedlicher Membransysteme und der Membran als Einheit zu bestimmen.“ So wollen die Forscherinnen und Forscher die Grundlage einer Vielzahl essentieller biologischer Prozesse im Detail besser verstehen.

In den vergangenen vier Jahren wurden dazu die Grundlagen gelegt, auf denen nun weiter aufgebaut werden kann. „Wichtig war es zunächst, die jeweils eigenen Kernprojekte mit den Kompetenzen anderer Gruppen zu erweitern und so die Synergiepotentiale des Forschungsverbundes zum Leben zu erwecken", erklärt Prof. Schmitt. „40 Prozent unserer Publikationen wären ohne den SFB nicht möglich gewesen – wir sind sehr stolz, dass unsere Projekte heute so gut verzahnt sind.“

In der zweiten Laufzeit des SFB wird die intensive methodische und konzeptionelle Zusammenarbeit um aktuelle Methoden aus Physik, Chemie und synthetischen Lebenswissenschaften erweitert sowie bisher nicht vertretene Membransysteme untersucht. So werden der Bedeutung der Membranbiologie sowie neuen technologischen Entwicklungen Rechnung getragen. Der SFB 1208 wird in den kommenden vier Jahren mit rund 12 Millionen Euro gefördert.

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