30.08.19 18:58

Institut ‚Moderne im Rheinland‘ / 100 Jahre bauhaus im westen

Die Bauhüttenwoche in Simonskall vom 1. bis zum 7. September

Von: Redaktion / Carolin Grape

Vor 100 Jahren ließen sich Künstler und Intellektuelle als »Kalltalgemeinschaft« in Simonskall nieder. Das kleine Eifeldorf in der Gemeinde Hürtgenwald wurde mit seinem kontinuierlichen Austausch über Kunst, Literatur, Philosophie und Lebensgestaltung zu einem temporären Ort gelebter Utopie. Noch heute sind die Spuren dieser Vereinigung sichtbar. Grund genug für das Institut 'Moderne im Rheinland' die Künstlerkolonie Simonskall in der ersten Septemberwoche im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums in NRW wieder zu beleben: als Denkschule, Soziallabor, künstlerisches Gemeinschaftswerk, kurz: als eine Bauhütte für Kathedralen des 21. Jahrhunderts.

 

Das Ziel der Künstlerkolonie war – dem 1919 in Weimar gegründeten Bauhaus vergleichbar – nicht nur eine neue Ästhetik, sondern eine Vernetzung von Kunst und Leben für eine offene, europäische Gesellschaft.

In Weimar wie in Simonskall entdeckte man die Möglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit als Form gegenseitiger Bereicherung und kreativer Konzentration. Die Praxis der mittelalterlichen Bauhütte und die Idee des (sakralen) Gesamtkunstwerkes standen dabei Pate.

Vom 1. bis zum 7. September 2019  arbeiten Künstler, Schriftsteller, Musikschaffende, Theaterleute und Architekten im kreativen Miteinander als Experten für Utopien der Gegenwart zusammen. Unter dem Motto »Europa.Utopisch.Denken« werden unter anderem Workshops und eine Schreibwerkstatt angeboten. Man kann aber auch musikalisch aktiv werden oder mit Atem und Stimme der Utopie Gehör verschaffen. Es gründet sich ein Improvisationschor, es entstehen Land Art Projekte, es werden Texte der Kalltalgemeinschaft gelesen, neue Texte geschrieben und theatralisch inszeniert. Im Jugendhaus Utopia entwickeln Schüler Ideen für eine Welt von morgen. In der offenen Denkschule, im Rahmen von Symposien, Vorträgen und künstlerischen Impulsen wird über die Vergangenheit und die Zukunft, die Natur und die Landschaft, den Raum und das Bauen nachgedacht, gesprochen und produktiv gestritten.

Unter der Leitung des Instituts ‚Moderne im Rheinland‘ beteiligen sich u.a. die Bauhütte des Hohen Doms zu Köln, das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren, der Fachbereich Architektur der Hochschule Anhalt in Dessau, sowie Fachbereiche der Alanus- Hochschule Alfter mit projektorientierten Aktivitäten. Viele Akteure vor Ort, Schulen sowie Bildungseinrichtungen wie die Volkshochschule Rur-Eifel und die Stadtbücherei Düren, sind eingebunden.

Wie bedeutend die Kalltalgemeinschaft in Simonskall ist, zeigt – auf Initiative des Instituts ‚Moderne im Rheinland‘ mit der Gemeinde Hürtgenwald – ihre aktuelle Aufnahme in die European Federation of Artists’ Colonies (euroArt). Die euroArt ist ein europäisches Netzwerk von Institutionen, die unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission, die Vernetzung europäischer Künstlerkolonien fördern. Mit dem Ziel, sich gegenseitig zu verstärken und das gemeinsame kulturelle Erbe zu bewahren. Bisher sind 45 Künstlerkolonien in 13 Ländern beteiligt ( www.euroart.eu.)

Am Sonntag, 01. September 2019, findet um 16.30 Uhr in der Marienkapelle Simonskall die Eröffnung der Projektwoche statt.

Alle Workshops sind kostenlos. Mehr zum undefinedProgramm.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann
Dr. Jasmin Grande
undefinedInstitut ‚Moderne im Rheinland‘
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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