20.11.2019 09:25

Förderpreisverleihung 2019 des Freundeskreises Kunstgeschichte

Clara Blomeyer und Linda Walther ausgezeichnet

Von: Redaktion

Linda Walther und Clara Blomeyer sind mit den diesjährigen Förderpreisen, verliehen vom Kreis der Freunde des Instituts für Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ausgezeichnet worden. Die Jury, bestehend aus Helga Smitz, Margrit Hammerschmidt, Dr. Karin Land, Ingeborg Mertens und Annemarie Opel-Brüggemann, würdigte mit ihrer Entscheidung Anna Henriette Clara Blomeyers Masterarbeit „Kassandra Sehe(ri)n. Rezeption eines Mythos zwischen bildlicher Präsenz und Theorien der Wissenschaften“ und die Dissertation „Schwebezustände – Frauen von Thomas Schütte“ von Linda Walther. Die Laudatio auf Clara Blomeyers Masterarbeit wurde von Prof. Dr. Timo Skrandies gehalten, Prof. Dr. Jürgen Wiener würdigte Linda Walthers Dissertation.

Prof. Dr. Jürgen Wiener, die Preisträgerinnen Linda Walther und Clara Blomeyer, Prof. Dr. Timo Skrandies und Dr. Sandra Abend, die Vorsitzende vom Kreis der Freunde des Instituts für Kunstgeschichte, Foto: Uli Oberländer

Linda Walther beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit der Werkgruppe „Frauen“ des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schütte. Dabei handelt es sich im Kern um insgesamt 90 überlebensgroße Plastiken aus Stahl, Bronze und Aluminium. In ihrem monumentalen Format und in ihrer irritierenden Figürlichkeit rekurrieren die Arbeiten einerseits auf vorgeblich obsolet gewordene, die Bildhauerei betreffende Gattungsfragen. Zugleich reaktivieren sie auf der Ebene des Sujets das intensiv debattierte Feld des tradierten weiblichen Aktes, das am Ende des 20. Jahrhunderts ebenfalls als anachronistisch gilt. Vor diesem Hintergrund geht die Monografie der Frage nach, wie Thomas Schüttes „Frauen“ einzuordnen sind und insbesondere auf welche Weise sich der Künstler zu einer Zeit, in der die klassische Aktfigur aus der Kunstproduktion weitestgehend verschwunden ist, diesem problematischen Themenkomplex nähern kann.

Clara Blomeyer untersucht in ihrer Masterarbeit die Rezeption des Kassandra-Mythos in der Bildenden Kunst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Seherin Kassandra prophezeit den Ausgang der Dinge, von Apollon verflucht, wird ihr Warnen jedoch nie beachtet. Im Laufe der Rezeption wurde Kassandras Siegeszug von der schwer darstellbaren, affektierten Unheilsseherin zur medial vielfältig rezipierten, emanzipierten Fürsprecherin ungesehenen Grauens nachvollzogen. Und obgleich wir heute in ähnlichem Ausmaß mit düsteren Prognosen konfrontiert werden, deren Impuls kaum eine Veränderung im Handeln erreicht, gibt die vermehrte Rezeption Kassandras nach Blomeyers Auffassung Hoffnung, dass auch die vermeintlich Schwachen auf der Bühne der Welt Gehör finden können.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenStabsstelle Presse und Kommunikation