15.10.2019 14:29

Heine Research Academies präsentieren pART of Research-Kalender 2020

An der HHU trifft Wissenschaft auf Kunst

Von: Arne Claussen

Am 15. Oktober 2019 präsentierten die Heine Research Academies (HeRA) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) den neuen „pART of Research“-Kalender 2020. Die Motive der einzelnen Monate stammen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität. Die zwölf Monatsblätter wurden aus insgesamt 19 Einsendungen mittels einer Abstimmung ausgewählt, an der sich 1.000 HHU-Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit beteiligten.

Vorstellung des „pART of Research“-Kalenders 2020 am 15. Oktober 2019 mit den Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs, die „ihre Kalenderblätter“ präsentieren. (Foto: HHU / Jochen Müller)

In den zwölf Bildern erzählen die prämierten Nachwuchswissenschaftler visuell von ihren Forschungsthemen und geben so einen anderen Zugang zu den zum Teil sehr komplexen und abstrakten Fragestellungen und Konzepten, an denen sie arbeiten. „Dies gelingt bildlich manchmal deutlich besser als mit Worten, darum habe ich mich auch an dem Wettbewerb beteiligt“, so eine der Prämierten. Bei der offiziellen Vorstellung des Kalenders beschrieben die ausgewählten Kalenderblattmacher aber auch die Hintergründe und Geschichten hinter den Bildern.

Das Kalenderblatt von Julia Sanwald, Doktorandin am Institut für Physikalische Biologie, heißt ‚Celly Warhol‘. Das Bild zeigt humane embryonale Nierenzellen (HEK293-Zellen), die das sogenannte Nef-Protein aus dem HIV-Virus herstellen. Das Protein leuchtet rot, weil es an das Fluoreszenzprotein DsRed gekoppelt ist und mit Laserstrahlung angeregt wurde. „Ich habe den Effekt, den man auf dem Bild sieht, zufällig erhalten“, so Sanwald. Sie hat viele Nef-Bilder am Mikroskop aufgenommen und wollte mehrere Bilder derselben Zellen übereinander stapeln, um die Verteilung des Proteins im kompletten Zellvolumen zu analysieren.

Sie hatte nicht bedacht, dass die Zellen während der Aufnahme noch lebten und sich bewegten, daher passten die Schichten nicht genau aufeinander. „Die Auswertung konnte ich nicht wie geplant durchführen, aber mir gefiel der visuelle Effekt“, freut sich Julia Sanwald. Sie hat sich über vier Jahre mit dem Thema beschäftigt und war überrascht, dass ihre Bilder neben dem wissenschaftlichen auch unter einem künstlerischen Aspekt betrachtet werden können. „So können auch Wissenschaftler aus ganz anderen Gebieten an meiner Forschung teilhaben.“

Dr. Andreas Sebastian Klein vom Institut für Bioorganische Chemie gehört schon zu den Veteranen beim pART of Research-Wettbewerb, dessen Einsendung bereits zum vierten Mal ein Kalenderblatt ziert. Klein: „Mich reizt besonders die Herausforderung, für die Öffentlichkeit über unsere Wissenschaft kreativ und plakativ zu erzählen.“ Mit seinem diesjährigen Beitrag ‚Biologie trifft Chemie‘ will er den interdisziplinären Aspekt seiner Arbeit darstellen.  

In seinem HHU-Institut, das auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich liegt, arbeiten Forscher beider Disziplinen zusammen an der nachhaltigen Produktion und Erforschung neuer Moleküle, zum Beispiel für den pharmazeutischen Einsatz. Er selbst hat an neuen, biologisch aktiven Naturstoffen gearbeitet. „Durch Teamwork zwischen Biologie und Chemie kommen wir dem Ziel einer bioökonomischen Produktion neuer Moleküle einen Schritt näher.“ Dies symbolisiert der gemeinsame Abzug, in dem die typischen gemeinsamen Arbeitsmaterialien und Geräte stehen.

Sara Ipakchis Blatt stellt ‚Einen völlig normalen Tag‘ im Leben einer Philosophiedoktorandin vor. Sie untersucht ‚Widerlegungen‘, insbesondere Widerlegungen in philosophischen Kontexten. „Auf meinem Blatt sieht man die vorläufige Gliederung meines Dissertationsprojektes auf einem Whiteboard“, erklärt Ipakchi. „Sie hat sich im Laufe der Zeit stark verändert.“

Das Tafelbild ist nach einer Woche Arbeit im November 2018 entstanden. Es war, wie Ipakchi betont, nicht für den Wettbewerb gedacht: „Ich arbeite gerne klassisch, schreibe in mein Notizbuch und nicht in meinen PC.“ Wenn das Notizbuch zu klein ist, um den Überblick über die Gedanken zu bekommen, nutzt sie die Tafel. Ipakchi: „Ich genieße es, wenn meine Tafel sehr voll wird. Vielleicht, weil dann mein Kopf sehr leer wird und ich zur Ruhe komme.“

Der „pART of Research“-Kalenderwettbewerb

Die Aktion „pART of Research“ fand zum nunmehr vierten Mal statt. Die Kalender sind für alle HHU-Angehörigen und Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger bei HeRA (den Büros der einzelnen Graduiertenakademien iGRAD, medRSD, philGRAD und JUNO), der Koordinierungsstelle Diversity sowie im Haus der Universität kostenlos erhältlich – solange der Vorrat reicht.

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