28.05.15 13:30

Schüler-Workshops am Aktionstag 'Fascination of Plants Day 2015'

Aha-Effekte für wachsende Begeisterung bei kleinen Pflanzenforschern

Von: Anke Peters / C.G.

28.5.2015 – Im Rahmen der Projekte zum „Fascination of Plants Day 2015“ (18. Mai 2015) konnten 240 Grundschüler im Alter von 7 bis 11 Jahren an zwei Tagen hautnah erleben, welche Bedeutung und Fähigkeiten Pflanzen haben und wie diese an der Heinrich-Heine-Universität erforscht werden.

Unter Anleitung von Dr. Nadine Höcker besuchten die Kinder der Klasse 2c die exotischen Pflanzen im Kuppelbau und sammelten im Botanischen Garten der Universität Proben (Fotos: HHU / Anke Peters).

Im Anschluss erhielten sie in Experimenten und mit Hilfe eines Mikroskops Einblicke in den Aufbau von Pflanzen und erfuhren, weshalb Pflanzen leuchten können (Fluoreszenzemission).

Das Institut für Quantitative und Theoretische Biologie von Jun.-Prof. Dr. Oliver Ebenhöh machte Wissenschaft im Kleinen in dreistündigen Workshops durch gemeinsame Experimente und Beobachtungen erlebbar. Der jährliche „Fascination of Plants Day“ – zentral koordiniert durch die Europäische Organisation für Pflanzenwissenschaften (EPSO) – möchte die Öffentlichkeit für die Bedeutsamkeit der Pflanzenwissenschaften für zentrale Lebensbereiche sensibilisieren.

Drei Klassen der Katholischen Paulus-Grundschule hatten sich von Düsseltal her auf den Weg gemacht, um während ihrer Natur-Projektwoche einen Aktionstag an der Universität Düsseldorf zu erleben. Fast neunzig Kinder und ihre Betreuer wurden herzlich vom Diplom-Biologen Ovidiu Popa begrüßt. An drei Orten auf dem Campus hatte das Team vom Institut für Quantitative und Theoretische Biologie mit materieller und persönlicher Unterstützung von Partner-Instituten Stationen vorbereitet, an denen die Kinder die faszinierenden Fähigkeiten und die große Bedeutung von Pflanzen für die Welt und für uns Menschen im Speziellen erleben konnten.

Schon am 20. Mai waren fünf Grundschulklassen aus Düsseldorf und Neuss an der HHU zu Besuch gewesen, davon drei Klassen von internationalen Schulen, für die der Aktionstag in englischer Sprache angeboten wurde. Die Hürde, die es für alle Beteiligten der HHU dabei zu nehmen galt, war die kindgerechte Vermittlung wissenschaftlicher Praxis: „Das sind aber viele schwierige Wörter“ war als direktes Feedback zu vernehmen, wenn sich das ein oder andere Fachwort dann doch in die Erläuterungen der HHU-Mitarbeiter geschlichen hatte. „Grundschüler sind eine sehr ehrliche Zielgruppe“, stellte Institutsleiter Ebenhöh erfreut fest. „Es ist wichtig, dass wir unsere Inhalte auf das Wesentliche herunterbrechen können, damit wir unsere Arbeit auch nach außen tragen können. Und ich freue mich einfach, wenn die Kinder Spaß an der Sache haben und ein paar Dinge mitnehmen können.“

Dass die Kinder mit Spaß und Energie bei der Sache waren, konnten alle Beteiligten feststellen – ganz egal, ob es um das Herstellen eines bunten Agar-Nährmediums zusammen mit dem studentischen Helfer Pascal Spinnrad oder um das Kennenlernen von Exoten und Nutzpflanzen im Botanischen Garten zusammen mit Dr. Nadine Höcker ging. Auch das Chromatographieren oder Mikroskopieren von Algen und Blättern wurde mit Eifer betrieben. Denn bei aller Theorie sollte vor allem auch das Praktische nicht zu kurz kommen. Ein besonderes Highlight (im wahrsten Sinne des Wortes) für die Schüler war es, zu sehen, was Fluoreszenz bedeutet: Mit Hilfe von Spezialbrillen konnten die Kinder erkennen, dass Pflanzen unter bestimmten Bedingungen leuchten. Aus einem verwirrten „Hä?“ wurde im nächsten Moment ein begeistertes „Cool!“.

Den Kindern wurden auf einfache und anschauliche Weise viele neue Fakten und Zusammenhänge erklärt, z.B. die Tatsache, dass Pflanzen die ältesten Lebewesen auf diesem Planeten sind und dass sie wie wir Menschen trinken und schwitzen. Dass die Kinder einiges an Vorwissen mitbrachten, merkte man, wenn viele Finger bei Fragen in die Höhe schnellten, so beispielsweise beim Thema Photosynthese. Auch die Anleitungen für kleine Experimente für zuhause kamen bei den Kids gut an.

Von einem Forschungsaufenthalt in Schottland hatte Doktorandin Anna Matuszyńska M.Sc. die Idee mitgebracht, den „Fascination of Plants Day“ für Grundschüler auszurichten. Das ganze Institut war im Folgenden an der Ausarbeitung des Projekts und an der Umsetzung beteiligt. „Auch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen der Biologie wie der Bioinformatik haben tatkräftig oder mit Material geholfen“, lobte Popa die gemeinsame Initiative. Allen habe das Projekt viel Spaß gemacht und hoffentlich könne man den Aktionstag im nächsten Jahr wieder anbieten.

Unterstützt wurde der Workshop vom EU-Projekt AccliPhot sowie vom Cluster of Excellence on Plant Science (CEPLAS).

Weitere Informationen zum Workshop unter: www.qtb.hhu.de/plantsday2015
Hier können sich Interessenten eine Schritt-für-Schritt Anleitung der Versuche runterladen.

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