Interviews zu Erfahrungen und Tipps im Home Office

Ich bin eine von den Studenten die eigentlich sehr glücklich mit dem digitalen Semester ist. Ich mag, dass ich viel flexibler bin und mir jetzt nicht nur das Lernen, sondern auch fast alle Veranstaltungen wie Vorlesungen und Praktika selber einteilen kann. Wir haben natürlich weniger Kontakt mit den Professorinnen und Professoren, was schade ist. Aber ich finde, dass das Bildungssystem der Universitäten in Deutschland so autodidaktisch ist, dass dieser Nachteil nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Letztes Semester, bevor ich zu den Vorlesungen gegangen bin, habe ich vorher sehr früh Sport gemacht. Dieses Semester kann ich sogar einen Trainingspartner haben, da es jetzt einfacher ist einen gemeinsamen Termin zu finden. Die Vorlesungen sind hochgeladen – ich kann sie also anschauen, wann ich möchte.

Zum Glück wohne ich mit meinen besten Freunden zusammen, was die Online-Veranstaltungen auch sehr entspannt macht. Wir sitzen alle am Esstisch mit einem Tee oder einem Kaffee (sogar manchmal mit dem Frühstück vor uns) und jeder schaut jeweils ihre/seine Vorlesung.

Mit den Seminaren ist es ein bisschen anders, da die meistens zu einer festen Uhrzeit stattfinden. Man muss sich auch mehr beteiligen, wofür man Ruhe braucht. Da ich in der WG auch mit meinem Freund zusammenwohne, konnten wir sowohl letztes als auch dieses Semester ein Zimmer zu einem schönen Lernraum umwandeln, wo wir bei Seminaren oder intensivem Lernen mehr Ruhe haben.

Am meistens vermisse ich zwei Sachen:
Erstens die Sonne. Besonders jetzt im Sommersemester. Ich habe an sonnigen Tagen gerne an den Tischen im Freien neben den Bibliotheken oder der Mensa gelernt und bin morgens gerne auch zur Uni gelaufen. Einen anderen Lernort als die eigene Wohnung zu finden, ist gerade ja leider ein bisschen schwierig.

Zweitens den Fisch-Freitag! Sogar an Uni-freien Tagen bin ich zumindest kurz in die Mensa gegangen, weil die immer freitags eine Mahlzeit mit Fisch hatten.

Generell vermisse ich die Mensa ein bisschen. Es ist vielleicht nicht immer ein 5-Sterne-Essen, aber ich mag es. Ich koche auch nicht so gerne und mit der Mensa hatte ich jeden Tag eine günstige und schnelle Mahlzeit zusammen mit meinen Freunden sicher. Und an besonders guten Tagen gab es sogar meine Lieblings-Mensa-Angebote, panierter Blumenkohl und gefühlte Tofu-Taschen.

Wichtig finde ich, dass man nicht vergisst, dass Flexibilität nur zusammen mit einer guten Organisation funktioniert. Damit man alles gut vor den Klausuren schaffen kann, sollte man einen Plan über die eigene Teilnahme an Veranstaltungen und das eigenes Lernen haben. Und noch wichtiger ist, dass man diesen Plan nicht nur erstellt, sondern auch einhält.

Eine weitere Empfehlung wäre auch, dass man sich mit motivierten Leute umgibt. Vielleicht klappt das gerade online etwas schwieriger, aber die Kommunikation mit Freunden, Kommilitonen, usw. finde ich sehr wichtig um weiter am laufenden Semesters teilzuhaben und vor allem es zu genießen.

Letzens: Sport! Bewegung ist extrem wichtig, und gerade noch wichtiger in dieser Zeit, in der man meistens zuhause sitzt. Sport zu machen, ist gut für die Energie, fürs Genießen des guten Wetters und für die Motivation, die man nach einem guten Workout hat.

Unabdingbar ist für mich jetzt mein Laptop. Ich kann mir dieses Semester ohne nicht vorstellen.

Da ich in diesem Semester meine Masterarbeit fertig schreiben möchte und eigentlich keine Präsenzveranstaltungen mehr habe, betrifft mich die Thematik mit der Online-Lehre nicht so sehr. Trotzdem habe ich mir das Sommersemester natürlich komplett anders vorgestellt. Da ich normalerweise im Studierendenwohnheim an der Uni wohne, wäre ich regelmäßig zum Schreiben und Recherchieren in die ULB gegangen und hätte mich mit Freunden auf dem Campus oder in der Mensa verabredet. Als Corona dann losging, bin ich in die Heimat zu meiner Mutter gefahren, die sonst auch alleine gewesen wäre während der Kontaktverbotszeit. Ich habe dann den Großteil meiner Arbeit bei ihr am Esstisch geschrieben. Erst fiel es mir schwer, dort genauso konzentriert zu arbeiten wie in der Bib. Jetzt arbeite ich immer noch nicht so effizient, wie ich es gerne hätte, aber es funktioniert schon deutlich besser als am Anfang.

Leider lasse ich mich im Homeoffice immer viiiel zu gerne ablenken. Sei es kochen, mit der Schwester telefonieren, der Wäschehaufen im Keller oder die Fenster, die auch mal wieder geputzt werden könnten. Ich versuche für solche Dinge dann immer feste Zeitfenster einzuplanen, damit ich trotzdem während meinen „Arbeitszeiten“ bei der Sache bleibe. Außerdem versuche ich meinen Arbeitsplatz möglichst clean zu halten: Also nicht nur den Schreibtisch, sondern auch den Desktop, den Browser und die Ordner auf dem PC. Die Fenster sind natürlich trotzdem noch nicht geputzt.

Mittlerweile hat sich auch eine feste Routine entwickelt: Ich stehe immer zur gleichen Zeit auf, fange zur gleichen Zeit zu arbeiten an und mache mir immer um die gleiche Zeit was zu Essen. Nachmittags falle ich dann leider oft in ein Motivationsloch. Meine Empfehlung dafür: Bei einem Spaziergang mit einer guten FreundIn telefonieren. Mir persönlich tut es sehr gut, alles was mich nervt, was nicht läuft und was mir Sorgen bereitet mal loszuwerden und dann festzustellen, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht. Man kann auch gemeinsam Ziele abstecken, die bis zum nächsten Telefonat erreicht sein sollen.

Für mein letztes Semester an der HHU und als Studentin hätte ich mir natürlich schon ein „richtiges“ Sommersemester gewünscht mit Fachschaftsgrillen, WG-Partys, ganz viel Leben auf dem Campus und einer gemeinsamen Abschlussfeier. Jetzt habe ich zu meinem Freundeskreis nur ab und zu über Telefonate und Whatsapp Kontakt. Allerdings hat unsere Fachschaft zum Beispiel ein Online-Pubquiz ins Leben gerufen, was normalerweise in der Altstadt stattgefunden hätte. Zu solchen Gelegenheiten treffen wir uns dann alle in einem Videotelefonat (mit mal besserer – mal schlechter Verbindungsqualität).

An Technik ist für mich gerade der VPN-Zugang unabdingbar, um online Zugriff auf die Literatur zu haben und um SPSS für meine Datenanalyse nutzen zu können.

Mein Studienalltag hat sich durch das Online Semester nicht so sehr verändert wie bei manch anderen. Ich lerne sowieso am liebsten von zu Hause aus. Daher fehlen mir alternative Lernorte wie die ULB glücklicherweise gar nicht. Da jetzt auch meine Kurse online stattfinden und ich auch häufig für meinen Nebenjob im Homeoffice statt vor Ort arbeite, habe ich es mir dort mittlerweile noch gemütlicher eingerichtet (dank jeglicher Baumärkte und Einrichtungshäuser, wo ich mich zwischendurch – insbesondere in den Pflanzenabteilungen – schon als Dauergast angesehen habe). Wenn mir die Zeit am Schreibtisch dann zu viel wird, mache ich zur Abwechslung gerne Sport. Was das angeht, fehlen mir ein wenig die Sportkurse der Uni, allerdings gehe ich auch sehr gerne joggen und fahre Rennrad und das macht bei diesem Wetter ganz besonders viel Spaß! In der Hinsicht bin ich froh, dass der „Shutdown“ zum Sommersemester hin begann und nicht bereits im tiefsten Winter.

Kurse habe ich nur noch wenige und die finden nun zu den gewohnten Zeiten online statt. Das klappt teilweise super, teilweise ist es aber auch schwierig, wenn die Dozenten von Thema zu Thema sprinten und man gar nicht hinterherkommt. Da war es schon praktisch, wenn der Dozent die Fragezeichen in den Gesichtern sah und allein das Sprechtempo daran anpassen konnte. Auch wenn man mal nur etwas akustisch oder wegen der kurz unterbrochenen Internetverbindung nicht verstanden hat, der Dozent aber mittlerweile schon viel weiter im Stoff ist, fehlt die Möglichkeit, kurz beim Sitznachbarn nachzufragen. Wer will sich da schon „melden“, also die virtuelle Hand heben, und den ganzen Kurs aufhalten, nur, weil man etwas nicht verstanden hat.

Da ich sowieso gerne von zu Hause aus lerne, kann ich mich bei meinen Online Kursen auch grundsätzlich ganz gut konzentrieren. Zwar fehlt es mir, mich in den Pausen mit Kommilitonen auszutauschen, allerdings nutze ich jetzt gerne die Möglichkeit, mir einen Espresso zu machen und kurz frische Luft auf dem Balkon zu schnappen. Problematisch wird es nur bei einem Kurs, der findet nämlich am Abend statt. Gegen 18:00 Uhr ist das Sofa dann so nah und die Konzentration so fern – und der Kurs dauert dann immer noch ganze 1,5 Stunden. Unter den Umständen würde auch mir die „offiziellere“ Umgebung der Kursräume für die Konzentration sehr gut tun, da fehlt sie mir dann auch.

Am meisten fehlt mir aktuell aber der unbeschwerte Alltag. Sich in den Kurspausen mit Kommilitonen auszutauschen oder beim gemeinsamen Mittagessen auf dem Campus. Selbst wenn man sich jetzt mal sieht oder (video)telefoniert, hat man ja nicht so viel zu erzählen. „Ich habe heute den ganzen Tag zu Hause gelernt. Du auch? – cool... Ach ja, spazieren... war ich auch.“ Ich ertappe mich immer wieder in Unterhaltungen über Leute, die man über viele Ecken kennt, die tatsächlich etwas Erzählenswertes erlebt haben: „Die Schwester von dem Freund eines Freundes, die hat einen Kollegen und der...“

Daneben fehlen mir tatsächlich auch sehr das Café Uno und die Mensa: Ein/zwei Mal die Woche bereits das Frühstück auf dem Campus zu besorgen und ein kurzes Pläuschchen mit den netten Damen hinter der Theke zu halten, über den belebten Campus zurück zu schlendern und in Gedanken schon bei der Mittagspause zu sein, zu der man in der Mensa verabredet ist. Dieser Alltag, mal rauszukommen und sich auszutauschen, das fehlt.

Insgesamt komme ich aber gut durch das Online-Semester. Neben der Abwechslung durch Sport liegt das aber hauptsächlich daran, dass ich mit meinem Freund zusammenwohne und all die Zeit zu Hause nicht alleine verbringe. Auch er arbeitet aktuell fast ausschließlich im Homeoffice. Das gibt mir auch einen geregelten Tagesablauf. Wir verbringen gemeinsam unsere Mittagspause, kochen uns etwas Schönes und essen auf dem Balkon, bevor es wieder ins Homeoffice geht. Unsere Kochkünste haben sich seit dem Shutdown auch extrem verbessert und sind wirklich vielseitiger geworden. Mittlerweile vergehen sogar Wochen, in denen es nicht ein einziges Mal Nudeln mit Pesto gibt! Ansonsten machen wir auch gerne zwischendurch mal kurze Pausen um rumzualbern. Auf diese Weise macht das Homeoffice an manchen Tagen auch viel Spaß.

Mein Studienalltag hat sich schon deutlich verändert in vielen Aspekten.

Da ich jetzt nicht mehr pendeln muss, ist zumindest der Start in den Tag für mich deutlich entspannter. Ich bemühe mich zwar nicht allzu spät aufzustehen, aber natürlich genieße ich auch das längere Schlafen.

Ansonsten versuche ich mich bei meiner Tagesplanung schon sehr am normalen Unileben zu orientieren, also nach dem Frühstück schaue ich mir die Vorlesungen für den jeweiligen Tag an (wenn diese denn schon online sind…) und habe dann meist noch Seminare.

Ich koche im Moment viel und habe genug Zeit für Sport zu Hause, was sonst im normalen Unialltag für mich etwas zu kurz kommt.

Ich bemühe mich zumindest die Vorlesungen direkt am gleichen Tag nochmal nachzuarbeiten, aber komischerweise ist die Zeit dann doch manchmal knapp, obwohl man ja gefühlt kaum etwas Anderes macht.

Bis jetzt ist das Online Semester lerntechnisch für mich entspannter, da ich mir natürlich freier einteilen kann, wann ich was mache und auch die 2-3 Stunden pendeln täglich wegfallen. Allerdings finde ich es schon schwerer mich zu motivieren und am Ball zu bleiben, deswegen mache ich Praktika meist mit einer Kommilitonin zusammen per Skype und wir wiederholen auch am Ende der Woche einmal den kompletten Stoff der Vorlesungen.

Ich vermisse viele Aspekte am normalen Unileben, was zwischendurch fast verwunderlich ist, weil ich mir früher liebend gerne Online Vorlesungen gewünscht hätte, aber jetzt alles für eine einzige langweilige Präsenzvorlesung mit meinen Freunden geben würde.

Ich vermisse gerade das Zusammensein mit Freunden in der Uni. Es ist einfach viel leichter, sich 2 oder 3 Vorlesungen anzuschauen, wenn man zwischendurch immer mal wieder mit seinen Freunden reden kann, ein paar Kommentare abgeben oder sich auch einfach Sachen direkt erklären lassen kann. Meine Motivation und auch Aufmerksamkeitsspanne waren während der Präsenszeit einfach viel höher, auch dadurch, dass es eben ein definiertes Ende hatte. Jetzt zu Hause kann man eben auf Pause drücken und dann aus Versehen zwei Stunden Pause machen, um sich eine 45-minütige Vorlesung anzusehen… Allerdings ist es toll, dass man die Geschwindigkeit hochstellen kann, dann sind manche Vorlesungen auch nicht mehr in dem Tempo einer Gutenachtgeschichte…

Ich vermisse auch die praktischen Bezüge, die das Lernen dann oft ein bisschen erleichtert haben. Viele Online Angebote der Uni sind super gemacht und man nimmt auch viel daraus mit, aber es ist trotzdem deutlich leichter, sich manche Testverfahren einzuprägen und diese zu verstehen, wenn man sie selbst getestet hat.

Gerade in unserem Famu-Kurs zum Erlernen von Untersuchungstechniken ist es alles andere als optimal, dass man diese jetzt nur theoretisch durchspricht und nicht selbst durchführen und nachvollziehen kann.

Außerdem vermisse ich das gemeinsame Lernen in der OASE oder anderswo auf dem Campus. Es ist einfach viel netter, nicht ganz alleine an seinem Schreibtisch zu sitzen, sondern zu sehen, dass die Freunde auch gerade an der komischen Stelle der Vorlesung angelangt sind oder auch etwas verzweifeln. Außerdem ist es für mich viel motivierender zu sehen, dass andere weiterlernen und sorgt dann dafür, dass ich meine Pause nicht so ausgedehnt in die Länge ziehe, sondern schneller wieder anfange.

Ich treffe mich super gerne einmal die Woche mit 2 Kommilitonen online zum Wiederholen des Vorlesungsstoffs aus der Woche. Das hilft uns allen am Ball zu bleiben, man kann aufgekommene Fragen klären und man sorgt dafür, dass das Gelernte halbwegs präsent bleibt und man nicht kurz vor der Klausur denkt, davon habe ich aber noch nie gehört.

Ansonsten versuche ich meine Pausen auch produktiv zu gestalten, dadurch dass man ja direkt zu Hause ist, kann man ja direkt etwas kochen/backen, etwas Sport machen oder sich auch einfach mal kurz in die Sonne setzen, um zu entspannen.

Meine persönlichen Lieblinge sind die Vorlesungen, die nur 10 Minuten dauern, wo man sich oft fragt, warum man diese nicht einfach mit einer anderen zusammenfassen kann. Aber man fühlt sich dann super produktiv, wenn man sagen kann, dass man heute 3 Vorlesungen durchgearbeitet hat, obwohl es insgesamt vielleicht eine Stunde gedauert hat, kann ich also nur empfehlen!

Es gibt sicherlich viele Sachen ohne die das Online-Semester nicht funktioniert, wie funktionierendes WLAN, einen guten Laptop/Tablet und ähnliches.

Am allerwichtigsten wäre mir aber ein schnell ladendes ILIAS und Professoren, die sich in ihren Screencasts nicht ständig selbst das Wort abschneiden oder die Tonspuren überlagern… manche Sachen bleiben aber leider wohl nur Wunschdenken.

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