www.uni-duesseldorf.de/home: News http://www.uni-duesseldorf.de/home/ News-Feed von Universität Düsseldorf de www.uni-duesseldorf.de/home: News http://www.uni-duesseldorf.de/home/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.uni-duesseldorf.de/home/ 18 16 News-Feed von Universität Düsseldorf TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 22 Sep 2020 10:00:00 +0200 Vom Aufbau der Zellbatterien bis zu Herzkrankheiten und Diabetes: Unerwartete Rolle von zwei lipidbindenden mitochondrialen Proteinen http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/vom-aufbau-der-zellbatterien-bis-zu-herzkrankheiten-und-diabetes-unerwartete-rolle-von-zwei-lipidbi.html Mitochondrien wandeln in den Zellen kontinuierlich Energie aus unserer Nahrung in die chemische Energiewährung ATP. Dieser essentielle Prozess hängt davon ab, dass große Proteinkomplexe innerhalb der inneren Membran der Mitochondrien ähnlich wie Batterien funktionieren. Eine Studie unter der Leitung von Dr. Ruchika Anand und Prof. Dr. Andreas Reichert, Institut für Biochemie und Molekularbiologie I der Medizinischen Fakultät, zeigt nun, dass zwei lipidbindende Proteine, Mic26 und Mic27, die sich im Inneren der Mitochondrien befinden, die Gesamtstabilität dieser Batterien steuern. Zudem hängt dies, so die Ergebnisse der Studie, mit einem für Mitochondrien spezifischem Lipid, Cardiolipin, und dessen Synthese zusammen. Eine erhöhte Anreicherung einer zuckermodifizierten Form des Proteins MIC26 wurde bereits früher im Blutplasma von Patienten mit diabetischer Kardiomyopathie festgestellt. Diese Studie stellt die erste Verbindung zwischen der mitochondrialen Struktur, Lipiden und dem Aufbau großer respiratorischer Proteineinheiten der Mitochondrien und ihrer Bedeutung bei Diabetes und Herzerkrankungen her.

Fett- oder lipidbindende Proteine, Apolipoproteine genannt, sind dafür bekannt, an Lipide (z.B. Phospholipide und Cholesterin) zu binden und die Bildung von Lipoproteinen, z.B. HDL oder LDL, zu vermitteln. Die Hauptfunktion von Lipoproteinen besteht darin, den Transport von Lipiden im Blut zu unterstützen. Sie sind an der Aufnahme, Verwertung und Verteilung aller Lipide in einem Organismus beteiligt. Es gibt mehrere Klassen dieser Proteine mit unterschiedlichen Funktionen. Überraschenderweise wurden früher zwei Apolipoproteine (Apolipoprotein O (APOO/MIC26) und Apolipoprotein O-ähnliches (APOOL/MIC27), nicht im Blut, sondern in Mitochondrien gefunden, wo sie mit einem großen Proteinkomplex, dem MICOS-Komplex, assoziiert sind. Apolipoprotein O (MIC26) kommt in zwei Formen vor, einer zuckergebundenen (glykosylierten) und einer nicht zuckergebundenen Form. Während die nicht zuckergebundene Form in den Mitochondrien vorhanden ist, findet sich die zuckergebundene Form im Blutplasma. Eine erhöhte Menge der zuckergebundenen Form im Blutplasma war interessanterweise mit Diabetes und diabetischer Kardiomyopathie assoziiert. Eine Mutation in APOO/MIC26 ist mit mitochondrialer Myopathie, Laktatazidose, kognitiver Beeinträchtigung und autistischen Merkmalen assoziiert.

Die Arbeitsgruppen von Dr. Ruchika Anand und Prof. Dr. Andreas Reichert vom Institut für Biochemie und Molekularbiologie I haben in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern Dr. Ilka Wittig von der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Dr. Thomas Eichmann von der Universität Graz, Österreich, die Funktion dieser Apolipoproteine bestimmt. Sie fanden heraus, dass die Zusammenarbeit der beiden Apolipoproteine der Mitochondrien (APOO/MIC26 und APOOL/MIC27) für die globale Stabilität der wichtigsten mitochondrialen Proteinkomplexe, die an der Energieumwandlung durch oxidative Phosphorylierung beteiligt sind, erforderlich ist. Diese Mitochondrienkomplexe sind in großen Baugruppen angeordnet, so dass sie richtig und effizient arbeiten können, um die Energie aus der Nahrung in chemische Energie in Form von ATP umzuwandeln. Die innere Struktur der Mitochondrien weist Einfaltungen auf, sogenannte Cristae. Diese können wiederum die Baugruppen geordnet aufnehmen und so Batterien bilden. APOO/MIC26 und APOOL/MIC27 arbeiten zusammen, um eine richtige mitochondriale Struktur zu bilden, einschließlich poren-ähnliche Strukturen, die sich am Eintrittspunkt der Cristae befinden und ‚Crista Junctions‘ genannt werden.

Die Studie zeigte, dass beide Proteine zusammen erforderlich sind, um die korrekten Mengen des mitochondrienspezifischen Lipids Cardiolipin aufrechtzuerhalten. Die genannten Wissenschaftler stellten fest, dass die gleichzeitige Deletion von APOO/MIC26 und APOOL/MIC27 in einer Zelle zusammen mit dem Auftreten einer anormalen mitochondrialen Struktur die Zellatmung deutlich verschlechtert.

Diese Studie veranschaulicht die Bedeutung mitochondrialer Membranstrukturen und Proteinkomplexe für Krankheiten wie diabetische Kardiomyopathie und mitochondriale Myopathien. Dies könnte helfen, weitere Erkenntnisse für zukünftige Therapien dagegen zu entwickeln. Die Arbeit wurde nach Begutachtung in Life Science Alliance am 11. August 2020 veröffentlicht.

Originalveröffentlichung:

Anand et al. 2020: MIC26 and MIC27 cooperate to regulate cardiolipin levels and the landscape of OXPHOS complexes, Life Science Alliance, Published 11 August 2020. https://doi.org/10.26508/lsa.202000711

Twitter: @ReichertLab

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Forschung News Pressemeldungen Schlagzeilen susanne.dopheide@med.uni-duesseldorf.de Wed, 12 Aug 2020 11:55:50 +0200
Rolle der Thrombozyten bei der Alzheimer Krankheit: Weiterer Rezeptor identifiziert http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/rolle-der-thrombozyten-bei-der-alzheimer-krankheit-weiterer-rezeptor-identifiziert.html Weltweit leiden mehr als 47 Millionen Menschen an Demenzerkrankungen. Die am häufigsten auftretende Form ist die Alzheimer Krankheit. Charakterisiert ist sie durch Proteinablagerungen im Gehirn, sog. Amyloid-β (Aβ)-Ablagerungen. Bereits in früheren Studien zeigte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Margitta Elvers, Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, dass Thrombozyten direkt an der Verklumpung des Aβ-Proteins in Hirngefäßen beteiligt sind. Charakterisiert ist diese Krankheit durch Proteinablagerungen im Gehirn, sog. Amyloid-β (Aβ)-Ablagerungen. Diese Aβ-Ablagerungen treten im Gewebe sowie in den Gefäßen des Gehirns auf. Im Gehirngewebe führen diese Ablagerungen zu Schädigungen von Nervenzellen und somit zu kognitiven Störungen. In den Gefäßen beeinflussen die Aβ-Ablagerungen - als zerebrale Amyloid-Angiopathie/ZAA bezeichnet - den Blutfluss und beschleunigen so das Fortschreiten der Alzheimer‘schen Demenz.

Bereits in früheren Studien zeigte die Arbeitsgruppe für Experimentelle Vaskuläre Medizin von Prof. Dr. Margitta Elvers, Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf, dass Thrombozyten direkt an der Verklumpung des Aβ-Proteins in Hirngefäßen beteiligt sind (vgl.  „Platelets contribute to amyloid-β aggregation in cerebral vessels through integrin αIIbβ3-induced outside-in signaling and clusterin release. Donner et al, Sci Signal. 2016). Das Aβ-Protein bindet an den Fibrinogenrezeptor, einem für die Thrombozyten-Aggregation wichtigen Rezeptor auf der Oberfläche von Thrombozyten. Die Behandlung von transgenen Alzheimer-Mäusen mit dem Blutverdünner Clopidogrel führte zur Reduktion der Ablagerungen von Aβ-Proteinen in Hirngefäßen. In der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Science Signaling“ konnte die Arbeitsgruppe nun gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Großbritannien und Chile einen weiteren Rezeptor, der an dieser krankhaften Proteinverklumpung beteiligt ist, identifizieren.

Dabei handelt es sich um den Kollagenrezeptor Glykoprotein VI (GPVI), der eine wichtige Rolle bei der Aktivierung und Aggregation der Thrombozyten spielt. Durch das Blockieren oder das Fehlen des GPVI Rezeptors auf Thrombozyten von Patienten und transgenen Mäusen konnte die Verklumpung des Aβ-Proteins sowie das Aβ-induzierte Anhaften von Thrombozyten an der Gefäßwand reduziert werden.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse gehen die Wissenschaftler derzeit davon aus, dass Aβ an Thrombozyten über den GPVI sowie den Fibrinogenrezeptor bindet und über die Vernetzung mit Fibrinogen die Verklumpung des Aβ-Proteins auslöst bzw. fördert. Da im Gegensatz zu dem Blutverdünner Clopidogrel die Blockierung von GPVI auf den Thrombozyten kein oder nur ein geringeres Blutungsrisiko mit sich bringt, legen die Ergebnisse der aktuellen Studie nahe, dass GPVI ein potenzielles therapeutisches Ziel zur Verbesserung der ZAA bei Patienten mit Alzheimer-Demenz sein könnte.

Originalpublikation:

L. Donner; L.M. Toska; I. Krüger; S. Gröniger; M. Elvers, Heinrich-Heine University Medical Center, Ruben Barroso; A. Burleigh; S.P. Watson; Y. Sun, University of Birmingham, D. Mezzano, Pontificia Universidad Católica de Chile, S. Pfeiler; M. Kelm; N. Gerdes, Heinrich-Heine University: The collagen receptor glycoprotein VI promotes platelet-mediated aggregation of β-amyloid, Science Signaling 04 Aug 2020: Vol. 13, Issue 643, eaba9872, DOI: 10.1126/scisignal.aba9872, https://stke.sciencemag.org/content/13/643/eaba9872
 

Weitere Informationen:

Donner et al.: „Platelets contribute to amyloid-β aggregation in cerebral vessels through integrin αIIbβ3-induced outside-in signaling and clusterin release, Sci Signal. 2016 May 24;9(429): ra52. doi: 10.1126/scisignal.aaf6240, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27221710/

https://www.medizin.hhu.de/aktuelles/detailansicht/article/einfluss-von-thrombozyten-auf-die-progression-der-alzheimer-erkrankung.html

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Forschung News Pressemeldungen Schlagzeilen susanne.dopheide@med.uni-duesseldorf.de Tue, 11 Aug 2020 13:34:56 +0200
Stellenwerk auch für interne Jobs http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/stellenwerk-auch-fuer-interne-jobs.html In diesen Zeiten haben viele Studierende ihre Nebenjobs verloren. Wer neue Stellen hat und diese hochschulintern besetzen möchte, kann an der HHU das Portal des Stellenwerks nutzen – kostenlos und schnell. Unter www.stellenwerk-duesseldorf.de gibt es die unterschiedlichsten Angebote – von Ferienjobs im Eisverkauf bis hin zu Stellen für Hilfskräfte und befristet Beschäftigte. „Hochschulinterne Anzeigen können kostenfrei und unkompliziert auf der Website in die verfügbare Maske eingegeben werden. Innerhalb weniger Stunden, spätestens am nächsten Tag werden sie freigeschaltet“, erklärt Dr. Ilke Kaymak, die den Career Service leitet. Ihre Abteilung gehört zur Studierendenakademie der Heinrich-Heine-Universität und beantwortet grundsätzliche Fragen.

Bei technischen Fragen hilft ein Anruf bei der Hotline unter 0800-210 0562, montags bis freitags zwischen 10 und 17 Uhr, sowie eine Mail an info@stellenwerk-duesseldorf.de

Mehr unter: www.hhu.de/careerservice
Ansprechpartnerin: Dr. Ilke Kaymak, ilke.kaymak@hhu.de, Tel. 0211/81-10862

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INTRANET News Newsticker Mon, 10 Aug 2020 09:52:54 +0200
Fruchtbarer Austausch bei Come & Cooperate http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/fruchtbarer-austausch-bei-come-cooperate.html Wissenschaft und Wirtschaft haben ähnliche Fragen – doch meist ist ihnen das nicht bewusst. Das ändert das Format Come & Cooperate am 5. November 2020. Interessierte aus Forschung und Unternehmertum können sich bis zum 31. August für den lockeren Austausch anmelden. In zwangloser Atmosphäre treffen sie sich dann am 5. November in den LAVAlabs in der Ackerstraße 11. In zwei Zeitabschnitten – von 10:00 bis 13:30 Uhr sowie von 14:00 bis 18:00 Uhr – entstehen bei 1:1-Gesprächen gemeinsame Ideen. Zunächst ganz ergebnisoffen und bei Interesse dann mit begleitenden Beratungen zu Fördermitteln und zu Schutzrechten. Zudem sind Innovation Coaches dabei.

Seit 2018 gibt es dieses Format mit dem Ziel, Unternehmen und Hochschulen zusammenzubringen – etwa für gemeinsame Projekte oder Abschlussarbeiten von Studierenden. Bisher wurden insgesamt 150 Gespräche geführt und rund 40 Fördermittelberatungen genutzt. Daraus entstanden bereits einige Fördermittelanträge, betreute Abschlussarbeiten und Jobs für Werkstudentinnen und -studenten. Zudem wurde ein gemeinsames Forschungsprojekt zu KI/Robotics auf den Weg gebracht.

Das Angebot wird gemeinsam von der IHK Düsseldorf, der Wissensregion Düsseldorf und der Initiative DUS+ME durchgeführt. Weitere Informationen: https://www.wissensregion-duesseldorf.de/projekte/vernetzung-von-wissenschaft-wirtschaft-und-gesellschaft-in-der-wissensregion/1887-2/

Ansprechpartner: Prof. Dr. Ulrich von Alemann, alemann@wissensregion-duesseldorf.de
Dr. Stefan Schroeter, IHK Düsseldorf, Tel. 0211/3557 275, schroeter@duesseldorf.ihk.de

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INTRANET News Newsticker Katrin.Koster@hhu.de Fri, 07 Aug 2020 12:36:43 +0200
Sprachprüfungen am Sprachenzentrum DAAD/bvmd http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/sprachpruefungen-am-sprachenzentrum-daadbvmd.html Das Sprachenzentrum der Heinrich-Heine-Universität, die zentrale Anlaufstelle für die Ausstellung der Sprachzeugnisse für den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) und für die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd), bietet Sprachprüfungen für das Fach Englisch an. Die Prüfung ist kostenpflichtig (49,50€) und kann auch von externen Studierenden abgelegt werden.

Die Termine zum Erwerb eines DAAD-/bvmd-Sprachzeugnisses in Englisch für 2020 sind:

27.08.2020  (Anmeldeschluss: 20.08.2020)

25.09.2020  (Anmeldeschluss: 18.09.2020)

30.10.2020  (Anmeldeschluss: 23.10.2020)

27.11.2020  (Anmeldeschluss: 20.11.2020)

18.12.2020  (Anmeldeschluss: 11.12.2020)

Die Prüfung besteht aus einem einstündigen schriftlichen Test, der die Sprachkompetenzen „Writing“, „Reading“ und „Use of English“ überprüft, und aus einem mündlichen Test, der 20 Minuten dauert.

Melden Sie sich bitte verbindlich und rechtzeitig zu einem dieser Termine unter
sprachzeugnis(at)hhu.de an.

Weitere Informationen unter:

www.spz.hhu.de/pruefungen/sprachpruefungen-am-sprachenzentrum-daadbvmd.html

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Newsticker Pressemeldungen Fri, 07 Aug 2020 10:32:45 +0200
Lieber Abstandsregeln als Kommaregeln? http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/lieber-abstandsregeln-als-kommaregeln.html „Was ist zu halten von einem Berufsstand, der sich in der Coronakrise in großen Teilen per SMS zur Hochrisikogruppe erklärte und vom Job abmeldete?“ fragt der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Heiner Barz (Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement) in einer Polemik. "Wie viele Vorurteile und wie viele Wahrheiten stecken in den abfälligen Urteilen und bösen Unterstellungen, die sich mit jeder Woche, die die Schulschließungen andauerten, verschärften?"Von Seiten der überforderten und oft alleine gelassenen Eltern schulpflichtiger Kinder. Und von Seiten der Beschäftigten fast aller anderen Branchen, die durch Kurzarbeit mit drastischen Einkommenseinbußen zurechtkommen müssen. Oder die ‚wegen Corona‘ unter oft unerträglich erschwerten Bedingungen weiter ihren Dienst verrichten. Während über Lehrer immer wieder berichtet wurde, dass sie sich bei vollen Bezügen und unkündbarem Beamtenstatus in ihren Wohnungen verschanzten.“

Barz zeigt auf, dass immer wieder von Lehrerinnen und Lehrern zu hören war, die über Monate hinweg keinen einzigen Versuch unternommen hätten, mit ihren Schülern über eine Videokonferenz in Kontakt zu treten, dass innerhalb von 12 Wochen keine einzige Rückmeldung zu digital abgelieferten Hausaufgaben eingegangen sei, dass es nicht ein Telefonat, nicht ein Unterstützungsangebot gab. Aber auch von hochmotivierten Kindern, die sich endlich nicht mehr durch die lahmen Klassenkameraden in ihrem Lerneifer gebremst fühlen und von erstaunten Eltern, die sich am Lernfortschritt ihrer Sprösslinge und am eigenen Arbeitspensum berauschen, das sie noch vor wenigen Monaten für kaum bewältigbar gehalten hätten.

Die nun angekündigte Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts nach den Sommerferien stößt von vielen Seiten auf Widerspruch. Dafür hat Barz zunächst auch Verständnis: „Man kann den Leuten nicht über Wochen und Monate von früh bis spät Panik-Propaganda auf allen Kanälen vorsetzen und dann erwarten, dass sie entspannt von heute auf morgen vom Todesangst-Modus auf Normalbetrieb umstellen. Trotzdem wird seit einigen Wochen im Bildungssystem der untaugliche Versuch unternommen. Lehrerinnen und Lehrer sollen nun wieder zurück an die Schulen – ‚unter Berücksichtigung der Hygieneregeln‘ versteht sich. Dick mit Masken vermummt, oft mit Einweghandschuhen ausgerüstet versuchen nun Pädagoginnen und Pädagogen einen Unterrichts-Schichtbetrieb zu realisieren, bei dem es mehr auf Abstands- als auf Kommaregeln, mehr auf Infektionskurven als auf Kurvendiskussion ankommt.“ Der Erziehungswissenschaftler macht aber für das oft geringe Interesse, den Präsenzunterricht wieder aufzunehmen auch strukturelle Probleme im deutschen Schulsystem und schlecht ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer verantwortlich: „Ein nicht unerheblicher Teil des Berufsstands der schulischen Lehrkräfte erklärt sich freilich, oft schon rein altersbedingt, zur Hochrisikogruppe und bleibt weiterhin zuhause. Ermutigt und unterstützt wird die Behauptung einer hochriskanten Gefahrenlage im Klassenzimmer durch Stellungnahmen zahlreicher Lehrerverbände und Bildungsgewerkschaftssprecher, die sich als Speerspitze der Forderung nach dauerhafter Schulschließung verstehen. Höchstens millimeterweise dürften zaghafte Öffnungsversuche mit Plexiglaszellen für jeden Schüler und täglichem PCR-Testat realisiert werden.“

Barz verweist auf den Gesundheitsstatus deutscher Lehrkräfte und zitiert die ‚Potsdamer Studie zur Lehrerbelastung‘. Sie gilt bis heute als wichtiger Meilenstein zu den Einstellungsmustern und den Gesundheitsrisiken im Lehrerberuf: „Die Studie, die durch den Psychologieprofessor Uwe Schaarschmidt durchgeführt wurde, basierte auf einer Stichprobe von 16.000 Lehrern und 2.500 Referendaren und Lehramtsstudierenden aus der gesamten Bundesrepublik. Sie zeichnete ein wenig schmeichelhaftes Bild der großen Mehrheit deutscher Lehrer. Demnach wiesen 40 bis 60 Prozent aller Lehrkräfte – so viele wie in keiner anderen Berufsgruppe – in Bezug auf ihr Belastungserleben Risikoprofile auf: Nur 17 Prozent der Lehrer seien insgesamt sehr engagiert, widerstandsfähig gegenüber Alltagsbelastungen, sowie generell ausgeglichen und zufrieden. 30 Prozent zeichneten zwar hohes Engagement aus – aber auch eine deutliche Tendenz zur Selbstüberforderung. Bei ihnen münde exzessive Verausgabung, verminderte Erholungsfähigkeit und ausbleibende Anerkennung in Resignation. Für 23 Prozent sei das vorherrschende Einstellungsmuster ein reduziertes Engagement, bei gleichzeitigem Fokus auf das Privatleben. 29 Prozent der Lehrer seien insgesamt kaum engagiert und auch nicht widerstandsfähig, was sich in einer insgesamt unausgeglichenen Grundhaltung zeige. Dass die Mehrheit der Lehrer also Corona-Sonderschichten einlegt, konnten nur Leute erwarten, die kaum eine Schule von innen kennen und die auch keine Ahnung von Ergebnissen der Schul- und Unterrichtsforschung haben.“ 

Barz fügt hinzu, dass gerade die couragierten Pädagogen unter dem problematischen Bild leiden, das sich in den Corona-Wochen über die Hochrisiko-Gruppe Lehrer erneut verfestigt habe: „Eine nachhaltige Verbesserung der beschriebenen Problemlagen dürfte also gerade in ihrem Interesse sein. Und natürlich im Interesse der über 10 Millionen Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern, die nach den Sommerferien keine „Neue Normalität“ und keine Lehrerinnen und Lehrer brauchen, die sich offenbar im Pandemie-Sonderurlaub ziemlich bequem eingerichtet haben.“

Die ganze Polemik finden Sie unter

https://bildungsforschung.hhu.de/hochrisikogruppe-lehrer/

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 wirft zahlreiche Fragen nicht nur zu den gesundheitlichen, sondern auch zu wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Folgen auf. Die Wissenschaft liefert hier entscheidende Fakten und Antworten. Viele Forscherinnen und Forscher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) aus unterschiedlichen Disziplinen sind durch ihre Arbeit aktuell gefragte Gesprächspartner der Medien oder auch direkt in das Pandemie-Krisenmanagement eingebunden. Die HHU möchte ihre wissenschaftliche Expertise in die öffentliche Diskussion einbringen, um so zur Einordnung und Bewältigung der Corona-Krise beizutragen.

Weitere Beiträge 'Corona im Fokus: HHU-Expertise zur Pandemie'

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Corona-Expertisen Pressemeldungen Titelmeldung2 Fri, 07 Aug 2020 08:31:02 +0200
Organspende – Soll ich oder soll ich nicht? http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/organspende-soll-ich-oder-soll-ich-nicht-2.html denXte macht Philosophie interaktiv: Dieses Mal mit Überlegungen zur persönlichen Dimension der Organspende: Was sind die wichtigsten Argumente für und wider die Spende eigener Organe und Gewebe? Nachdem es in der letzten Folge von denXte-eXtra um die politische Dimension der Organspende ging, beschäftigt sich das interaktive philosophische Format nun mit der persönliche Frage: Für den Fall, dass nach Ihrem Tod eine Spende von Organen/Geweben zur Transplantation in Frage käme, würden Sie eine solche Spende prinzipiell gestatten?

Hier intuitiv abstimmen, informieren, mitdiskutieren:

https://denxte.phil.hhu.de/index.php/extra/extra-folge4/

Zu denXte-eXtra:

Mit „denXte-eXtra“ macht es das interaktive philosophische Format der HHU jetzt auch virtuell möglich, die Reflexion philosophischer Argumente und die eigenen Intuitionen per Abstimmung in Austausch zu bringen. Ist menschliches Leben ein abwägbares Gut oder absolut zu schützen?  Was hat der Autoverkehr mit Corona zu tun? Und in welcher Verbindung steht die Diskussion um Organspende zu den aufgeworfenen Fragen?  Alle Bürgerinnen und Bürger, die sich aus philosophischer Perspektive mit der Pandemie beschäftigen wollen, sind herzlich eingeladen, sich am Austausch zu beteiligen: Mit Ihrer Stimme im Meinungsbild oder auch differenzierter über die neue Kommentarfunktion.

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Newsticker Pressemeldungen Thu, 06 Aug 2020 09:45:04 +0200
190 neue Fahrradständer http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/190-neue-fahrradstaender.html „Fahrradverkauf boomt in der Corona-Zeit“, titeln die Medien. Immer mehr Menschen nutzen das Rad. Sind sie am Ziel angekommen, stellt sich die Frage, wo sie ihr Gefährt sicher abstellen können. An der Heinrich-Heine-Universität gibt es dafür nun neue Möglichkeiten: 190 so genannte Anlehnbügel wurden installiert. Innerhalb von zwei Wochen wurden sie an ganz unterschiedlichen Stellen auf dem Campus fest verankert, darunter direkt neben der Buchhandlung. Die Planungen für diese Maßnahme liefen bereits vor dem Corona-Stillstand an und sind nun erfolgreich abgeschlossen. „Wir sehen den großen Bedarf, vor allem an Plätzen wie vor den Hörsälen, und reagieren darauf. Weitere Schritte sind geplant“, sagt Patrick Nau, Sachgebietsleiter Haus- und Sicherheitsdienste an der Universität.

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INTRANET News Newsticker Katrin.Koster@hhu.de Thu, 06 Aug 2020 09:30:00 +0200
Bewegt studieren – Studieren bewegt 2.0 http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/bewegt-studieren-studieren-bewegt-20.html Digital zu studieren, heißt auch viel zu sitzen. Sehr viel. Der Hochschulsport Düsseldorf möchte Studierende deshalb wieder mehr in Bewegung bringen. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) beginnt zum Wintersemester ein zweijähriges Förderprojekt. Schon jetzt werden interessierte Bewegungswillige gesucht. „Wir haben uns erfolgreich um das Gesundheits- und Bewegungsprojekt „Bewegt studieren – Studieren bewegt 2.0“ beim unserem deutschen Dachverband beworben und freuen uns, dass es jetzt losgeht“, sagt Felix Klaus, Leiter des Hochschulsports. „Unser Ziel ist es, kostenlos mehr Gesundheitsförderung anzubieten. Hierzu planen wir eine zentrale Gesundheitsoase auf dem Campus.“ Es geht um Kurse, passende Geräte und ebenso um Impulsvorträge. Prävention, Bewegung und Nachhaltigkeit sollen so langfristig zusammenkommen.

Im Wintersemester 2020/ 21 wird es eine Kick-Off Veranstaltung geben. Ergänzt wird das Projekt mit einer Bewegungs-App, die verschiedene Challenges bietet. Und außerdem hilfreiche Gesundheitstipps, Motivation zur täglichen Bewegung, visuelle Beiträge und mehr.
 
Das Projekt lebt besonders durch individuelle Beiträge. Daher sucht der Hochschulsport Studierende aller Fachbereiche, die gerne am und im Projekt mitwirken wollen. So etwa für die mediale Dokumentation, wie Kurzfilme, Fotodokumentation und Texte. Auch für die Betreuung der Gesundheitsoase werden Studierende gebraucht und die Stellen sollen schon jetzt besetzt werden. Interessierte schicken eine kurze Bewerbung (Name, Studiengang, Motivation) per E-Mail an info@hss-d.de.

Weitere Informationen zum Vorhaben bei Felix Klaus, felix.klaus@hss-d.de

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INTRANET News Newsticker katrin.koster@hhu.de Wed, 05 Aug 2020 12:25:46 +0200
HHU begrüßt 14 Azubis http://www.uni-duesseldorf.de/home//home/nc/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/hhu-begruesst-14-azubis.html 14 junge Menschen starten am 3. August in ihre Ausbildung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Sie wollen u.a. Gärtner und Gärtnerin, Buchbinderin und Feinwerkmechaniker werden. Zum Auftakt gibt es einen bunten Strauß an Informationen und Aktionen. Am ersten Tag begrüßen nicht nur die Ausbilderinnen und Ausbilder, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter der Gremien und des Dezernats Personal die neuen Azubis. Dabei sind ebenso einige „alte Hasen“, die seit 2018 bzw. 2019 ihre Ausbildung in der Zentralen Universitätsverwaltung machen. Bei einer unterhaltsamen Rallye wird der Campus erkundet und es gibt nützliche Preise – etwa Notizbücher, Zauberwürfel, Neon-Knicklichter oder Schlüsselanhänger mit Karabiner. Ein weiteres Highlight wartet im Botanischen Garten: Die Azubis lassen Wunschballons in den blauen Sommerhimmel steigen.

Seit 2014 wird das neue Ausbildungsjahr in diesem schönen Rahmen gestaltet. Im Lauf der nächsten Tage sind weitere Veranstaltungen geplant – darunter eine Kniggeschulung, Informationen zum Datenschutz und zur IT-Sicherheit, genauso wie eine Einführung in den Arbeits- und Brandschutz sowie eine Führung durch den Botanischen Garten.

Insgesamt bildet die Heinrich-Heine-Universität 58 Menschen in elf Berufen aus: Anlagenmechaniker/in, Elektroniker/in, Feinwerkmechaniker/in, Gärtner/in, Buchbinder/in, Fachinformatiker/in, Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste, Mediengestalter/in Digital und Print, Immobilienkauffrau/-mann, Kauffrau/-mann für Büromanagement sowie Verwaltungsfachangestellte/r.

Neue Ansprechpartnerin für die Azubis der HHU: Julia Ulrichs, Julia.Ulrichs@hhu.de

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INTRANET News Newsticker Schlagzeilen Katrin.Koster@hhu.de Mon, 03 Aug 2020 13:00:00 +0200