25.04.17 12:58

Institut für Romanistik

Öffentliche Ringvorlesung „Vélomanie?! Facetten des Radsports zwischen Mythos und Ökonomie“ begleitet den Grand Départ

Von: Carolin Grape

Mit der Tour de France assoziieren wir sportliche Spitzenleistungen, Kampf und Ausdauer. Wir denken an dramatische Schlusssprints oder beeindruckende Bergetappen. Das bekannteste Radrennen der Welt, welches erstmals 1903 stattfand, steht für das Ringen mit der Zeit, den Gegnern und den eigenen Kräften.

Zum Start der interdisziplinären Ringvorlesung "Vélomanie?! Facetten des Radsports zwischen Mythos und Ökonomie" stellten die Organisatoren Prof. Dr. Frank Leinen (1. v. l.) sowie Jun.-Prof. Dr. Sieglinde Borvitz (2. v. l.), gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Geisel und Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck Themen und Referenten der insgesamt 14 Einzelveranstaltungen vor. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, Radsportexperten, Sportler und die städtischen Organisatoren beleuchten nicht nur den Radrennsport sondern auch das Fahrrad(fahren) allgemein. Mit dieser Reihe begleitet das Institut für Romanistik den Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf. Im Hintergrund: Das Motiv „Tour de France II, 2016" von Andreas Gursky.

Passend dazu trafen sich ausgewählte Radrennprofis vor dem Haus der Universität, um die Strecke der 2. Etappe der Tour de France 2017 von Düsseldorf nach Lüttich (rund 165 km) im Training abzufahren. (Fotos: HHU / Wilfried Meyer)

Düsseldorf und das Umland fiebert dem Tour Start Anfang Juli entgegen. Zahlreiche Erwartungen sind mit ihr verknüpft. Dazu Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Der Start der Tour de France hat viele Facetten – und bietet vielfältige Chancen für die Landeshauptstadt Düsseldorf – für unser Stadtmarketing, für Düsseldorf als sportbegeisterte Kommune und als 630.000-Einwohner Metropole, die bewusst das Fahrrad als Verkehrsmittel fördern möchte. Es ist auch eine große Chance für die Sportnation Deutschland, sich als Austragungsort für Großveranstaltungen erfolgreich zu positionieren. Und nicht zuletzt wollen wir mit dem Grand Départ Düsseldorf 2017 auch ein starkes Signal für die deutsch-französische Freundschaft senden, gerade in einer Zeit, in der der Zusammenhalt in Europa wichtiger ist denn je."

Begleitend zu diesem Sportgroßereignis richtet das Institut für Romanistik der Heinrich-Heine-Universität vom 25. April bis zum 18. Juli die interdisziplinäre Ringvorlesung „Vélomanie?! Facetten des Radsports zwischen Mythos und Ökonomie“ im Haus der Universität aus.

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck erläutert: „Wir möchten in unserer Rolle als Bürgeruniversität die Begeisterung der Stadt vervielfältigen und unseren Part dazu beitragen, dass der Grand Départ zu einem Erfolg für die gesamte Region wird. Bei den Vorträgen und Diskussionsrunden werden Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, Radsportexperten, Sportler und die städtischen Organisatoren des Grand Départ zusammenkommen. HHU zeigt damit wie vielfältig und bürgernah ihre Forschung ist. Exzellente Wissenschaft und Spitzen-Radsport sind vom Wesen her nämlich gar nicht so weit entfernt wie es auf den ersten Blick den Anschein haben mag – Wissenschaftler wie Sportler brauchen eine hohe Leistungsbereitschaft und großen Kampfgeist, um ihre Ziele zu erreichen.“

In den insgesamt 14 Veranstaltungen, Vorträgen, Lesungen und Diskussionsrunden geben Professorinnen und Professoren der Heinrich-Heine-Universität, der Deutschen Sporthochschule Köln und den Universitäten Hamburg, Freiburg und dem französischen Cergy-Pontoise einmal wöchentlich auf ansprechende und verständliche Weise Einblicke in die aktuellen Entwicklungen verschiedenster Wissens- und Forschungsgebiete. Aus aktuellen Perspektiven der Sportgeschichte, Sportökonomie, des Marketings, der Sportmedizin, der Philosophie, der Literatur- und Kulturwissenschaften sowie der Sprachwissenschaft wird nicht nur der Radrennsport beleuchtet, sondern auch das Fahrradfahren im Allgemeinen.

„Bei unserer Recherche nach wissenschaftlichen Beiträgen ist uns aufgefallen, dass der Radsport vor allem sportwissenschaftlich, -medizinisch und -geschichtlich erschlossen ist. Und dass es sich lohnt, das Phänomen der Tour aus weiteren wissenschaftlichen Perspektiven zu beleuchten. Gerade die Romanistik kann hier eine Brücke zwischen den verschiedenen Disziplinen schlagen, steht sie doch für Expertise in Sachen Frankreich und französische Kultur“, so die beiden Initiatoren, Jun.-Prof. Sieglinde Borvitz und Prof. Dr. Frank Leinen, vom Institut der Romanistik.

Die Veranstaltungsreihe im Haus der Universität beginnt am Dienstag, 25. April 2017 um 20 Uhr mit dem Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Mittag, Leiter des Instituts für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seine These: Die Tour de France war von Beginn an nicht allein als Sportereignis konzipiert, sondern stellte eine ideale Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Interessen dar. Er geht der Frage nach, welche unterschiedlichen Einflüsse auf die Tour einwirkten, welchen Veränderungsprozessen sie unterlag und wie das Verhältnis zwischen Sport und Spektakel immer wieder neu austariert wurde.

 

Weitere Informationen unter www.romanistik.hhu.de

Die Teilnahme ist kostenfrei, Interessierte, (Rad-)Sportfans und Frankreichfreunde sind herzlich willkommen.

 

Alle Termine im Überblick, jeweils dienstags, Beginn 20:00 Uhr:

25.04.2017
Metamorphosen eines Megasport-Events: Die Tour de France zwischen Sport und Spektakel

Prof. Dr. Jürgen Mittag (Deutsche Sporthochschule Köln)

Mit Grußworten von Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Vincent Muller, Generalkonsul der französischen Republik, Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität sowie Prof. Dr. Ulrich Rosar, Dekan der Philosophischen Fakultät

02.05.2017
Wer weiß am meisten übers Radfahren? Zum Selbstwissen der Radfahrer

Prof. Dr. Gottfried Vosgerau (Heinrich-Heine-Universität)

12.05.2017
Tour der Leiden – gesund oder doch ungesund?
Prof. Dr. Ingo Froböse (Leiter des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln)

16.05.2017
Hinter den Kulissen - Sportevents und die Arbeit der Medien
Prof. Dr. Christian Tagsold (Professor für Modernes Japan an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

23.05.2017
Rückenwind für die Landeshauptstadt - Der Grand Départ als Chance für Düsseldorf
Theresa Winkels (Projektleiterin Grand Départ Düsseldorf 2017)

Anschließend Podiumsdiskussion mit Theresa Winkels, Christopher Schlenker (Senior Manager Sponsoring & Hospitality Grand Départ) und Sven Teutenberg (Ex-Radprofi und Event Director Grand Départ).

Moderation: Karsten Migels (Radsportexperte, Eurosport)

30.05.2017
Unfair play? - Die Vermarktung des Sports und das Recht
Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Heinrich-Heine-Universität)

06.06.2017
Schnecke gegen Rennpferd: Leistungsparameter von Hobbyradlern und Radprofis im Wandel der Zeit
Dr. Achim Schmidt (Deutsche Sporthochschule Köln)

13.06.2017
A vélo ou à bicyclette au fil des mots et des siècles. Du premier tour de pédale au Tour de France
Prof. Dr. Jean Pruvost (Université de Cergy-Pontoise)

20.06.2017
Le Tour de France - ein nationaler Mythos ?
Prof. Dr. Hans-Theo Siepe (Heinrich-Heine-Universität)

23.06.2017
Tour de France: Ausgewählte ökonomische Aspekte

Prof. Dr. Wolfgang Maennig (Universität Hamburg)

30.06.2017
Helden der Landstraße? Die Tour de France im Spiegel der französischen Literatur

Univ.-Prof. Dr. Andreas Gelz (Universität Freiburg i. Br.)

Grußwort der Französischen Botschaft, Prof. Dr. Valérie Lemarquand

04.07.2017
Histoire(s) de la Grande Boucle.
Die Tour de France in der französischen Bande dessinée
Prof. Dr. Frank Leinen (Heinrich-Heine-Universität)

11.07.2017
Vélomanie“. Zur Sinnlichkeit eines technischen Objekts
Prof. Dr. Vittoria Borsò (Heinrich-Heine-Universität)

18.07. 2017
Das Rennen gegen die Zeit. Fahrradfahrer und Radsport im französischen Film
Jun.-Prof. Dr. Sieglinde Borvitz (Heinrich-Heine-Universität)

 

Veranstaltungsort:
Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf
Beginn jeweils 20.00 Uhr

Die Teilnahme ist kostenfrei, Interessierte, (Rad-)Sportfans und Frankreichfreunde sind herzlich willkommen.

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