18.05.17 13:14

Psychosomatik

130.000 Euro von der DFG eingeworben

Von: Victoria Meinschäfer

Für das Forschungsprojekt „Reduziertes Gesichtsmimikry als Korrelat einer beeinträchtigten emotionalen Interaktion bei Alexithymie“ erhält Prof. Dr. Matthias Franz (Klinisches Institut für Psychosomatische Medizin) Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von rund 130.000 Euro. In dem Forschungsvorhaben werden drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für zwei Jahre arbeiten.

Alexithymie (z. dt. etwa: „keine Worte für Gefühle“) beschreibt keine Erkrankung, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal, das ca. 10 Prozent aller Menschen in hoher Ausprägung aufweisen. Diese Personen haben oft Schwierigkeiten, gefühlsbetonte Signale oder Reize aus ihrer Umwelt als „emotional“ bedeutungsvoll wahrzunehmen, eigene Gefühle und Gemütszustände zu äußern und in Worte zu fassen.

Ziel des Projektes ist es zu untersuchen, ob alexithyme Personen weniger ansprechbar für naturalistisch dargebotene affektexpressive Gesichtsmimik sind als die nicht-alexithyme Kontrollgruppe. Dazu wird durch Elektromyografie (EMG) die Muskelaktivität im Gesicht bestimmt, nachdem den Probanden ausdrucksstarke Gesichtsausdrücke der fünf angeborenen Basisaffekte (Angst, Ekel, Freude, Trauer, Wut) gezeigt wurden. Eine in der Interaktion beeinträchtigte Gesichtsmimikry (die Tendenz, den emotionalen Gesichtsausdruck anderer automatisch zu imitieren) könnte, besonders bei alexithymen Patienten, nicht nur einen sozialen Stressauslöser darstellen, sondern auch Ziel therapeutischer Einflussnahme sein. Ein solcher Zusammenhang könnte innovative Perspektiven für die Entwicklung neuer Behandlungen und präventiver Absätze eröffnen.

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