11.11.2019 10:00

Nachruf

Univ.-Prof. em. Dr. Dietrich Mootz verstorben (1933-2019)

Von: Redaktion / A.C.

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf trauert um Univ.-Prof. Dr. em. Dietrich Mootz, der bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 Inhaber des Lehrstuhls für Anorganische Chemie und Strukturchemie II war. Er verstarb am 10. Oktober 2019.

Der emeritierte Professor der Chemie Dr. Dietrich Mootz verstarb 86-jährig am 10. Oktober 2019. (Foto: privat)

Dietrich Mootz wurde am 20. Juni 1933 in Wilhelmshaven geboren. Er besuchte die Schule in Kiel, Swinemünde, Schwerin an der Warthe, Wittingen und Uelzen, wo er 1952 das Abitur machte. Sein Studium der Chemie an der damaligen TH Braunschweig schloss er 1957 mit der Diplomarbeit zum Thema „Ramanspektroskopie an Festkörpern“ bei Prof. Dr. Horst Luther ab. Für die Promotion wechselte er an die TU Berlin und fertigte bis 1959 seine Doktorarbeit zum Thema Kristallstrukturbestimmung bei Prof. Dr. Karl Plieth im Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem an.

Zwischen 1959 und 1963 war er, zurückgekehrt nach Braunschweig, als Wissenschaftlicher Assistent im Institut für Anorganische Chemie der TU mit dem Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe beschäftigt. Dort führte er Kristallstrukturanalysen an elementorganischen Verbindungen durch. An die Habilitation im Jahr 1963 schloss sich bis 1965 ein Aufenthalt in den USA als Visiting Research Associate bei Prof. George A. Jeffrey im Crystallography Laboratory der University of Pittsburgh in Pittsburgh, PA an. Zurück in Deutschland war er von 1965 bis 1971 Hochschuldozent und apl. Professor an der TU Braunschweig im Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik in Stöckheim bei Braunschweig in dessen Aufbauphase. Aus dem Institut wurde später die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung mbH, heute ist es das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH. Von 1971 bis 1973 leitete er eine Arbeitsgruppe am gerade gegründeten Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart.

Von Stuttgart berief ihn die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 1973 auf den Lehrstuhl II im Institut für Anorganische Chemie und Strukturchemie, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 innehatte. In den Jahren 1978 bis 1980 war er Dekan und Prodekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Seine Forschungsgebiete waren die Strukturchemie von Chalkogen- und Chalkogenid-Halogeniden, von Phosphaten, Metallkomplexen und auch organischen Verbindungen. Herausragend waren die Untersuchungen zu tiefschmelzenden Substanzen und Systemen, für die er wichtige methodische und apparative Entwicklungen für Untersuchungen bei tiefen Temperaturen vorantrieb, die dann zu grundlegenden Erkenntnissen vor allem zu kleinen Molekülen aus der Fluorchemie, zu Hydraten, Clathrathydraten und zahlreichen Addukten von Säuren und Basen führten. Den supramolekularen Aspekt hatte er bei seinen ausgefeilten Strukturbeschreibungen stets im Blick. Ein Bindeglied für die weitgefächerten wissenschaftlichen Aktivitäten liegt im Thema „Wasserstoffbrückenbindung“;  rückblickend auf das Lebenswerk von Dietrich Mootz kann er als einer der ausgewiesenen Experten für die „Chemie und die Strukturchemie der Wasserstoffbindung“ bezeichnet werden.

Prof. Mootz hatte sich bereits seit längerer Zeit vollständig aus dem Institutsleben zurückgezogen. Seine Forschung auf verwandten Gebieten und wertvollen Ratschläge wirken aber immer noch nach. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und das Fach Chemie verlieren mit Prof. Dr. Dietrich Mootz einen angesehenen Wissenschaftler, Hochschullehrer und Kollegen. Ihm wird stets ehrend gedacht werden.

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