29.11.18 10:01

Henkel-Stiftungslehrstuhl für Sustainability Management - Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Rüdiger Hahn:

Tun oder nicht tun, ist das hier die Frage?

Von: Carolin.Grape

Seit diesem Wintersemester ist Prof. Dr. Rüdiger Hahn Inhaber des neu eingerichteten Henkel-Stiftungslehrstuhls für Sustainability Management an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Gestiftet wird dieser von Dr. Christoph Henkel, der Konrad-Henkel-Stiftung sowie der Fritz- Henkel -Stiftung. Am 28. November hielt Prof. Dr. Rüdiger Hahn seine öffentliche Antrittsvorlesung mit dem Titel: Tun oder nicht tun, ist das hier die Frage? Studien zum nachhaltigkeitsrelevanten Verhalten von Wirtschaftsakteuren

Gruppenbild mit Stiftern und dem neuen Lehrstuhlinhaber: (v.l.) Kathrin Menges (Henkel), Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck, Prof. Dr. Rüdiger Hahn, Dr. Christoph Henkel sowie Dekan Prof. Dr. Stefan Süß. (Fotos: Jochen Müller / HHU)

Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Rüdiger Hahn stellte in seiner Antrittsvorlesung zwei neue Studien zum nachhaltigkeitsrelevanten Verhalten verschiedener Wirtschaftsakteure vor.

 

Prof. Dr. Rüdiger Hahn forscht und lehrt zu zentralen Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens an der Schnittstelle zu klassischen betriebswirtschaftlichen Disziplinen. „Nachhaltigkeitsmanagement hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der Betriebswirtschaftslehre entwickelt. Wir wollen uns am neuen Stiftungslehrstuhl insbesondere dem Verhalten verschiedener Wirtschaftsakteure widmen. Schließlich kann Nachhaltigkeit nur erfolgreich sein, wenn es im täglichen Handeln umgesetzt wird“, so Prof. Dr. Rüdiger Hahn bei seiner Ernennung im September.

Öffentliche Antrittsvorlesung mit zahlreichen Gästen

Zahlreiche Gäste waren der Einladung von Dekan Prof. Dr. Stefan Süß zu der öffentlichen Antrittsvorlesung gefolgt – neben Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck auch die Stifter Dr. Christoph Henkel, Vorsitzender des Kuratoriums der Konrad-Henkel-Stiftung und stellvertretender Vorsitzender des Gesellschafterausschusses von Henkel sowie Kathrin Menges, Personalvorstand und Vorsitzende des Sustainability Councils von Henkel sowie Vorstandsmitglied der Fritz- Henkel -Stiftung.

Dekan Prof. Süß begrüßte die Anwesenden: „Wir sind froh, mit Herrn Hahn einen der bedeutendsten deutschen Forscher zu Sustainability Management gewonnen zu haben. Seine Arbeiten werden weltweit wahrgenommen und rezipiert. Dass wir diese Antrittsvorlesung heute hören, geht in erster Linie auf die Initiative von Dr. Christoph Henkel sowie der Konrad-Henkel-Stiftung und der Fritz- Henkel -Stiftung zurück. Ihnen gilt unser großer Dank.“ Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck ergänzte: „Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät gehört mit ihrer Ausrichtung auf die Wettbewerbsforschung zu den Top-Adressen. Wir freuen uns sehr über die erfolgreiche Berufung von Herrn Professor Rüdiger Hahn. Der zum 25jährigen Jubiläum gestiftete Lehrstuhl wird die Fakultät zusätzlich stärken. Allen, die daran beteiligt waren, danke ich sehr herzlich.“

Sustainability Behaviour: Menschliches Verhalten ist vielschichtig

Anschließend stellte der neue Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Rüdiger Hahn den Bereich Sustainability Behaviour in den Mittelpunkt seines öffentlichen Vortrags, in dem er das Verhalten von Individuen als Konsumenten und als private Investoren analysierte. „Tun wir genug für Nachhaltigkeit? Und ist es lediglich eine Frage von „tun oder nicht tun“? Um Nachhaltigkeit zu erreichen, braucht es neben Anstrengungen von Unternehmen und Gesetzgeber auch ein entsprechendes Verhalten jedes Einzelnen im Privatbereich“, so Professor Hahn. Am Beispiel ‚Carsharing‘ zeigte er mittels dreier aufeinanderfolgender qualitativ und quantitativ-empirischer Studien, warum manche „nachhaltige“ Geschäftsmodelle nicht angenommen werden. Und was es braucht, um den Konsumenten zur Nutzung zu animieren. So verdeutlichen die Studienergebnisse, dass die Attraktivität von Carsharing durch Elektromobilität ebenso gesteigert werden kann wie durch Geschäftsmodelle, die dem Kunden eine hohe Nutzungsflexibilität bieten. Zum anderen untersuchte er das Investmentverhalten von Privatpersonen und belegte mit Hilfe experimenteller Methoden, wie unterschiedlich unternehmerische Erklärungsversuche bei Nachhaltigkeitsskandalen wahrgenommen werden; und wie wenig relevant diese wahrgenommenen Unterschiede sind, wenn es darum geht, eigenes Geld anzulegen. Alles in allem demonstrierte Professor Hahn in seinem Vortrag, dass es nicht einfach eine Frage von „Nachhaltiges tun oder nicht tun“ ist, sondern dass menschliches Verhalten vielschichtig ist und eine grundsätzlich positive Einstellung zu Nachhaltigkeit in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss, um tatsächliche Veränderungen herbeizuführen.

Werdegang von Prof. Dr. Rüdiger Hahn

Rüdiger Hahn (geb. 1978) war zuletzt als W3-Professor für BWL, insb. Nachhaltigkeitsmanagement an der Universität Hohenheim und zuvor von 2012 bis 2016 als W2-Professor für BWL, insb. Nachhaltige Unternehmensführung an der Universität Kassel tätig. Seine akademische Karriere begann er an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo er nach einer vorab absolvierten Ausbildung zum Werbekaufmann zunächst Betriebswirtschaftslehre studierte und anschließend nach seiner Promotion bei Prof. Dr. i.R. Gerd Rainer Wagner als Juniorprofessor für BWL, insb. Sustainability und Corporate Responsibility tätig war und sich 2012 habilitierte.

Hahn ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Wissenschaftsorganisationen und Herausgebergremien und Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission Nachhaltigkeitsmanagement im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft. Seine Arbeiten werden regelmäßig in international anerkannten Fachzeitschriften publiziert, und er ist in mehrere größere drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte involviert. So ist er Verbundkoordinator des neuen BMBF-Drittmittelprojekts "CRed: Climate reporting as instrument for CO2 reduction". Das Projekt untersucht den Beitrag sowie die dahinterliegenden Mechanismen von Klimaberichterstattung zur Reduktion von CO2-Emissionen mittels eines Mixed-Methods-Forschungsansatzes.

Über die Henkel-Stiftungsprofessur

Mit der Stiftungsprofessur hat Henkel seine Partnerschaft mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf weiter vertieft. Die Stifter stellen eine über 10 Jahre gestaffelte Fördersumme von insgesamt rund 2 Millionen Euro zur Verfügung. Daraus werden die Personalkosten für die Professur, die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Sekretariat finanziert.

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