28.09.18 14:51

HHU und Harvard erforschen die Relevanz des Nobelpreises

Superstars aus der Wissenschaft

Von: Redaktion, S.D.

In der ersten Oktoberwoche werden die Nobelpreise 2018 bekanntgegeben. Ein Düsseldorfer Forscherteam des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin (Direktor: Prof. Dr. Heiner Fangerau) untersucht in Kooperation mit der Harvard Medical School, in Boston, USA, die öffentliche Bedeutung des Preises.

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In den Medien wird der Preis als ultimativer Maßstab für Exzellenz gefeiert, die Laureaten sind Superstars in Wissenschaft und Literatur. Warum gilt der Preis als „Nonplusultra“ und wie ändert er Leben und Werk der Preisträger? Damit wird sich ein deutsch-amerikanisches Symposium an der Harvard Medical School am 4. Oktober in Boston, USA, beschäftigen.

Der Preis hat auch nach mehr als 100 Jahren seiner Existenz seine Strahlkraft nicht verloren, - im Gegenteil: Die Berichterstattung ist über die Jahre hinweg umfassender geworden. Inzwischen gilt der Nobelpreis als prestigeträchtigste Auszeichnung für einen Forscher überhaupt, meint Dr. Nils Hansson, der das Forschungsprojekt leitet und sich in seinem Habilitationsprojekt mit der Geschichte des Nobelpreises befasst.

Auch für die Nobelpreisträger selbst stellt er eine Zäsur dar. Laureaten sprechen davon, dass sie nicht nur über Nacht prominent werden, sondern auch, dass sich „jede Tür öffnet“, denn viele – von Politikern bis Showbiz - wollen an dem Glanz der Nobelmedaille teilhaben. Weil kein Wissenschaftspreis bekannter ist, nutzen ihn auch viele Universitäten, um ihre Qualität im internationalen Vergleich hervorzuheben.

Wie ist der einzigartige Ruhm zu erklären? Wichtige Faktoren für die Reputation laut Nils Hansson sind das Alter des Preises, der seit 1901 vergeben wird, die hohe Preissumme von rund einer Million US Dollar, die feierliche Preiszeremonie in Anwesenheit des Schwedischen Königs, und die Omnipräsenz als Symbol der Exzellenz, ob in den Welt-Medien, in der Literatur („Solar“ von Ian McEwan) und der Populärkultur, wie in Fernseh- und sogar Zeichentrickserien („Big Bang Theory“, „The Simpsons“).

Aber, - bei so vielen internationalen Wissenschaftspreisen ist es immer noch eine offene Frage warum der Nobelpreis so bekannt ist. Das wollen in der Mitte der „Nobelpreiswoche“ am 4. Oktober acht Nobelpreisträger mit Historikern im Rahmen des Symposiums „The History, Uses, and Future of the Nobel Prize” („Geschichte, Verwendung und Zukunft des Nobelpreises“) an der Harvard Medical School diskutieren. Es wird gemeinsam organisiert von der Harvard-Universität (David S. Jones, Scott Podolsky) und dem Düsseldorfer Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Unterstützt wird das Symposium von dem Schwedischen Konsulat in New York.

Kontakt: Dr. Nils Hansson, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, nils.hansson(at)hhu.de

Hintergrund:

Programm des Symposiums

Das Symposium besteht aus drei Sektionen. In den ersten zwei tragen die kanadische Medizinhistorikerin Jacalyn Duffin, der Ig Nobel Prize-Gründer Marc Abrahams, der ehemalige Harvard-Dekan Jeffrey Flier, der Historiker David Kaiser (MIT, Boston) sowie die Düsseldorfer Medizinhistoriker Nils Hansson, Thorsten Halling und Heiner Fangerau der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vor. Das Trio spricht zum Thema „The first US-American Nobel Prize nominees in medicine (and why they failed)”.
In der dritten Sektion stehen die aktuellen und ehemaligen Nobelpreisträger im Zentrum. Sie wird mit einer Podiumsdiskussion mit Eric Chivian, Michael Christ, Ira Helfand, Bernard Lown, James Muller und John Pastore (Kerngruppe der IPPNW, Friedensnobelpreisträger 1985, sowie ICAN, Friedensnobelpreisträger 2017) eingeleitet. Danach sprechen die Medizinlaureaten Torsten Wiesel (Nobelpreis 1981) und Jack Szostak (Nobelpreis 2009). Anschließend rundet Nils Hansson die Veranstaltung mit einem Kommentar ab.

Zweck des Nobelpreises nach Alfred Nobel

Mit seinem Testament von 1895 legte der schwedische Ingenieur, Erfinder und Unternehmer Alfred Nobel (1833–1896) die Grundlage für fünf Preise in den Bereichen Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur sowie Frieden, die jenen verliehen werden sollten, deren Leistungen der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben.

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