06.02.2020 16:18

Jahresempfang

Mentoring für erfolgreiche Karrieren

Von: Katrin Koster

„Das SelmaMeyerMentoring hat mich wunderbar vorbereitet auf alle Fettnäpfchen – in die ich dann nicht getreten bin.“ Dies war einer von vielen bemerkenswerten Sätzen beim Jahresempfang des erfolgreichen Programms der Heinrich-Heine-Universität (HHU). Am 3. Februar wurden bisherige Mentees ausgezeichnet und neue offiziell begrüßt. Eine Podiumsdiskussion „Gestern Mentees – heute Professorinnen“ mit drei Absolventinnen zeigte, wie mannigfaltig die Wege zur Professur sind.

„Bildet Banden!“ Das war ein Tipp – von vielen guten – von erfolgreichen Absolventinnen beim SelmaMeyerMentoring-Jahresempfang. (HHU/Jochen Müller)

Mit einem Frauenanteil von 24 Prozent bei den Professuren liegt die HHU im Mittelfeld der deutschen Universitäten. Dass hier noch Luft nach oben sei, betonte Schirmherrin Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck in ihrem Grußwort. Sie ermutigte alle Frauen, weniger selbstkritisch zu sein und sich ihre eigene Leistung bewusst zu machen. 15 Postdocs der Gruppe SelmaMeyerMED+ erhielten anschließend ihr Zertifikat und die neuen Habilitandinnen wurden begrüßt.

Das HHU-Programm SelmaMeyerMentoring ist eines der größten an Universitäten in Deutschland. Seit 2006 unterstützt es Doktorandinnen aller Fakultäten sowie promovierte Wissenschaftlerinnen und Ärztinnen, sich weiterzubilden oder sich zu habilitieren. Mentorinnen und Mentoren beraten und motivieren bei der beruflichen und persönlichen Entwicklung. Wie gefragt es ist, macht allein diese Zahl deutlich: Für den nächsten Jahrgang gab es 49 Bewerbungen. Deshalb wurden nun zwei Gruppen gebildet und 34 Wissenschaftlerinnen oder Habilitandinnen können teilnehmen. Sie werden gestärkt durch:
-    Workshops, um Schlüsselqualifikationen zu optimieren und die akademische Karriere zu planen
-    Einzel-Coachings
-    One-to-One-Gespräche mit erfahrenen Mentorinnen und Mentoren
-    Netzwerkveranstaltungen für überfachliche Kontakte
-    ein begleitendes Rahmenprogramm

„Mentoring ist das, was man draus macht“, waren sich die Gäste einig. Denn neben den zentralen Angeboten entstehen oft kleinere Gruppen, die sich austauschen und im Arbeitsalltag weiterhelfen. Es gehe bei der Talentsuche auch darum, „ein besonderes Auge zu haben für die, die sehr viel können, aber zu still sind“, hieß es in der Podiumsdiskussion. Die drei Professorinnen Melanie Böckmann, Julia Trinkert und Jennifer Schmidt berichteten von ihren Erfahrungen und machten Mut: „Glaubt an Euch! Die Schuhe sind nicht zu groß.“

Selma Meyer (1881-1958) war die erste deutsche Professorin für Kinderheilkunde. 1908 schloss die Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie eine Ausbildung zur Musiklehrerin ab. Ein besonderes Jahr, denn durch einen Erlass des Preußischen Kultusministers durften Frauen dann erstmals studieren. Kurzerhand holte sie ihr Abitur nach und begann 1910 ihr Medizinstudium. Nach ihrer Ausbildung zur Kinderärztin an der Berliner Charité und der Düsseldorfer Kinderklinik wurde sie Oberärztin der Infektionsklinik in Düsseldorf. Selma Meyer war nach Adele Hartmann die zweite Frau, die an einer deutschen medizinischen Fakultät die Venia Legendi erwarb. 1939 musste sie als jüdische Ärztin fliehen und wagte später in New York einen weiteren Neuanfang: Mit 58 legte Meyer das amerikanische Staatsexamen ab und konnte eine Praxis eröffnen, in der sie bis zu ihrem Tod arbeitete.

Weitere Informationen: https://www.mentoring.hhu.de/startseite-selmameyermentoring.html

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