13.05.2020 13:05

Gleichstellungsquote an der HHU teilweise übererfüllt

Mehr Professorinnen berufen

„Die Quote ist erreicht“, freut sich Dr. Anja Vervoorts, Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). „Zudem erfreulich: Unsere Berufungsverfahren sind nachweislich geschlechterneutral.“ Von 315 Professuren an der HHU sind derzeit 74 von Frauen besetzt, in den letzten vier Jahren wurden bei den 70 Professuren-Besetzungsverfahren 28 Professorinnen berufen (40 Prozent).

Prof. Dr. Klaus Pfeffer (Foto: Ivo Mayr/ HHU) und Dr. Anja Vervoorts (Foto: Susanne Kurz)

„2014 erließ die Landesregierung das neue Hochschulgesetz und führte erstmals für NRW die Gleichstellungsquote nach dem Kaskadenmodell ein. Das bedeutet, dass nicht etwa zur Hälfte Männer und zur Hälfte Frauen berufen werden sollten, sondern dass vielmehr zunächst überprüft wird, wie viele weibliche berufungsfähige Personen es in den einzelnen Fächergruppen deutschlandweit gibt. Sind etwa in der Fächergruppe „Gesellschaft“ bundesweit 36 Prozent aller habilitieren und berufungsfähigen Personen Frauen, so liegt die Quote für die NRW-Universitäten bei eben diesen 36 Prozent.

Dem jeweils gültigen Zielwert hat sich die HHU über die letzten vier Jahre seit der Änderung der Berufungsordnung vom 4.3.2016 deutlich angenähert. Sie übererfüllt ihn in der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sogar.

Prof. Dr. Klaus Pfeffer, Prorektor für Chancengerechtigkeit, kommentiert diese Entwicklung im Handlungsfeld Gleichstellung erfreut: „Die aktive Berufungspolitik der HHU, die Umsetzung des Kaskadenmodells und das Engagement der Berufungskommissionen sowie der Gleichstellungsbeauftragten war erfolgreich und ist zukunftsweisend. Allerdings ist das Ziel der Parität noch nicht erreicht.“

Die Gleichstellungsquoten wurden zunächst für fünf Jahre vom Rektorat im Einvernehmen mit den Dekanen und Dekaninnen festgesetzt. Das Rektorat hat nun beschlossen, die Gleichstellungsquoten ab 2020 für wiederum fünf weitere Jahre festzusetzen. „Wir werden die Quoten natürlich anpassen und jeweils schauen, wie viele berufungsfähige Frauen ‚auf dem Markt sind‘,“ so Vervoorts.  

Alle Berufungsverfahren seit 2016 wurden auf Gendersensibilität überprüft. Hier konnte festgestellt werden, dass zwar nur 32 Prozent aller Bewerbungen von Frauen kamen, die Berufungsquote aber bei 40 Prozent lag. „Das heißt, dass Frauen, die sich an der HHU für eine Professur bewerben, überdurchschnittlich oft einen Ruf erhalten“, so Anja Vervoorts, die mit dieser Botschaft Frauen deutlich ermuntern möchte, sich zu bewerben.

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