28.11.18 13:50

Künstlerin Irene Weingartner nutz CT um innere Strukturen ihrer Kunst abzubilden / Vernissage am 5. Dezember

Kunst am UKD: „Seismographische Aufzeichnungen“ mit Hilfe der Radiologie

Von: Tobias Pott

Kunst mit Hilfe der Radiologie: Ausgehend von der Frage, ob es als Künstlerin möglich ist, ein bildgebendes Verfahren für die künstlerische Darstellung zu nutzen, hat die Schweizer Künstlerin Irene Weingartner eine Ausstellung mit Namen „Phantom“ entwickelt, die vom 6. Dezember 2018 bis zum 8. Januar 2019 im Foyer vom Zentrum für Operative Medizin II (ZOM II, Gebäude 11.54) des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) zu sehen sein wird.

Kunst mit Hilfe der Radiologie: Die Ausstellung „Phantom“ der Schweizer Künstlerin Irene Weingartner ist vom 6. Dezember 2018 bis zum 8. Januar 2019 am UKD zu sehen. (Foto: Irene Weingartner)

Hierfür hat die Künstlerin dreidimensionale Balsaholz-Modelle am Düsseldorfer Klinikum durch einen Computertomographen (CT) gescannt und die Bilder anschließend bearbeitet. Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch, 5. Dezember 2018, ab 18 Uhr im Foyer von ZOM II mit Ansprachen von Prof. Dr. Gerald Antoch, Direktor des UKD-Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, und Kunsthistoriker Dr. Emmanuel Mir statt.

Seit einigen Jahren konzentriert sich Irene Weingartner darauf, wie unsichtbare, aber fühlbare Signale, Impulse oder Energien des Körpers vom Hirn aufgenommen und an Arm und schließlich bis zur Hand weitergeleitet werden – bis sie dann via Bleistift auf Papier gebracht werden. Diese Aufzeichnungen nennt die Künstlerin „Seismographische Aufzeichnungen“. Sie erinnern an architektonische Strukturen oder an Landschaften ohne eindeutige Perspektive.

Bei der vorliegenden Arbeit „Phantom“ hat die Künstlerin diese Technik nun in eine neue Dimension weiterentwickelt. Ausgehend von ihren „Seismographischen Aufzeichnungen“ vereinfachte sie zuerst deren Strukturen und baute diese anschließend dreidimensional aus Balsaholz nach. Danach konnte sie die Modelle dank der Bereitschaft der Uniklinik Düsseldorf durch einen Computertomographen (CT) „scannen“. Die CT wählte Irene Weingartner ganz bewusst, da sie als bildgebendes Verfahren in der Radiologie gebraucht wird, um innere Körperstrukturen abzubilden. „Gerade deswegen haben wir das Projekt „Phantom“ von Frau Weingartner gerne unterstützt. Die dreidimensionale Darstellung der Objekte in Kombination mit der nachfolgenden „Verfremdung“ durch die Künstlerin lässt der Interpretation des Betrachters freien Lauf“, so Prof. Antoch.

Aus diesen verschiedenen CT Durchgängen ist eine Unmenge von möglichem Bildmaterial entstanden. Irene Weingartner wählte schließlich aus diesen Datensätzen Ausschnitte, veränderte und manipulierte mit Farbreglern die Tiefe der Informationen und kam so zu ganz neuen, unerwarteten Strukturen und Details – ähnlich wie beim Vorgehen in der Medizin, wo Phantome zu Unterrichtszwecken benutzt werden. Die Künstlerin wählte daher Modelle ähnlich der Phantome, die auch bei den CT eingesetzt werden zur Kontrolle und Justierung eines Apparates.

Zu diesem Projekt erscheint bei Edition Gemelli, Zürich, die Edition „Phantom“ (Auflage 9, 6 Prints in leinengefasster Kartonbox)

Ausstellung Irene Weingartner „Phantom“
6. Dezember 2018 bis 8. Januar 2019
Foyer Zentrum für Operative Medizin II
Universitätsklinikum Düsseldorf,
Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf

Vernissage:
Mittwoch, 5. Dezember 2018, ab 18 Uhr
Foyer Zentrum für Operative Medizin II
Universitätsklinikum Düsseldorf,
Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf

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