12.06.19 14:06

Studientag und Abendvortrag zu einem vergessenen Kapitel der Düsseldorfer Stadtgeschichte

Kolonialismus in Düsseldorf in der Zeit des Nationalsozialismus

Von: Redaktion

Am Freitag, 14. Juni 2019 hält Prof. Marianne Bechhaus Gerst (Universität Köln) ab 17.15 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Julo-Levin-Raum, Mühlenstraße 6, einen Vortrag über „Afrikaner*innen in Deutschland in der NS-Zeit“. Der Eintritt ist frei.

2019 jährt sich zum 100. Mal das formale Ende des deutschen Kolonialismus. Doch de facto war der Kolonialismus 1919 nicht vorbei, auch nicht in Düsseldorf: Die kolonialen Straßennamen in Urdenbach wurden im Nationalsozialismus vergeben, die Ausstellung „Schaffendes Volk“ von 1937 präsentierte eine „Kolonialschau“ und das Kolonialkriegerdenkmal am Frankenplatz wurde 1935 zu einem städtischen Denkmal aufgewertet. Zur selben Zeit lebten außer dem in Düsseldorf bekannten Hilarius Gilges weitere Menschen afrikanischer Herkunft in der Stadt. Zu ihnen gehörte auch Josef Mambingo aus Kamerun, dessen Kinder von der NS-Rassenpolitik für mögliche Sterilisierungen registriert wurden. Mambingo lebte mit seiner Familie bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf.

Vor dem Vortrag laden die Mahn- und Gedenkstätte, der neugegründete Arbeitskreis „Düsseldorf postkolonial“ und die Arbeitsgruppe „Rheinland global“ ab 13.30 Uhr zur tieferen Auseinandersetzung mit dem Thema ein. Die Veranstalter informieren über die koloniale Geschichte Düsseldorfs während der Zeit des Nationalsozialismus und möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Düsseldorf in der NS-Zeit eine der größten prokolonialen Bewegungen hatte, was sich bis heute im Stadtbild niederschlägt.

Mitwirkende:

Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, wird die Arbeit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf vorstellen.

Serge Palasie vom Eine-Welt-Netz NRW und Mitglied im AK Düsseldorf Postkolonial hat eine Ausstellung entwickelt, die die Folgen der Kolonialgeschichte sowie der Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels für die Gegenwart beleuchtet. Er wird die aktuelle Relevanz der deutschen Kolonialgeschichte beleuchten.

Dr. Stefanie Michels, Universität Hamburg, übernimmt ab Oktober den Arbeitsbereich Globalgeschichte an der Universität Düsseldorf und hat zur Kolonialgeschichte Düsseldorfs geforscht. Sie berichtet über den Kameruner Josef Mambingo (1890-1952) und seine Familie in Düsseldorf.

Hans Schuller, Mitgründer der Initiative "Neue Namen" Urdenbach, die sich für eine Umbenennung der kolonialen Straßennamen in Urdenbach einsetzt, wird über koloniale Straßenbenennungen in der NS-Zeit in Urdenbach, und die Hürden der Aufklärung in der Nachbarschaft berichten.

Ricardo Colmenares, Universität Düsseldorf und Dr. Fabian Fechner, FernUniversität Hagen, werden Überlegungen für kritische Kommentierungen des Kolonialkriegerdenkmals auf dem Frankenplatz in Düsseldorf vorstellen.

Für die Teilnahme am Studientag ist eine Anmeldung unter ddorfpostkolonial@web.de erforderlich.

Mehr Informationen zum Thema unter:

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undefinedwww.facebook.com/GlobalRheinland und www.facebook.com/ddorfpostkolonial

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