05.03.19 11:14

Drei Lehrende der HHU vom Stifterverband ausgezeichnet

Innovative digitale Hochschullehre

Von: Arne Claussen

Seit 2016 verleiht das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen mit dem Stifterverband „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“. Diese individuelle, personengebundene Förderung soll Freiräume für digitale Lehrinnovationen schaffen und ist mit bis zu € 50.000,- dotiert. Im Jahr 2018 gingen drei dieser Fellowships an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), deren Projekte im Februar 2019 starten.

Digitale Hochschullehre ausgezeichnet: Prorektor Prof. Dr. Christoph J. Börner, Prorektor für Studienqualität und Personalmanagement (l.), mit den drei Fellowship-Preisträgern (v.l.) Dr. Witold Mucha, Dr. Julia Trinkert und PD Dr. Klaus Schaper. (Foto: HHU / Jochen Müller)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der HHU beteiligten sich bislang sehr erfolgreich an dem Programm. Nach fünf Auszeichnungen im Jahr 2016 und zwei Auszeichnungen in 2017 erhielten im Dezember 2018 Dr. Witold Mucha und Dr. Julia Trinkert aus der Philosophischen Fakultät sowie PD Dr. Klaus Schaper aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät je ein Fellowship.

Dazu Prof. Dr. Christoph J. Börner, Prorektor für Studienqualität und Personalmanagement: „Die HHU gehört zu den erfolgreichsten Universitäten in diesem NRW-weiten Wettbewerb. Dies dokumentiert den hohen Stellenwert moderner digitaler Lehrmethoden an unserer Universität.“

Die Förderung der ausgezeichneten Projekte beginnt im Februar 2019. Sie kommt damit den Studierenden schon im Sommersemester 2019 zugute.

Die drei ausgezeichneten Projekte

Dr. Witold Mucha vom Sozialwissenschaftlichen Institut wurde für das Projekt „Kooperative Lehre im internationalen Kontext – ein Leuchtturmprojekt zwischen den Universitäten Pretoria und Düsseldorf“ ausgezeichnet.

Mucha studierte Sozialwissenschaften an der HHU und ‚Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik‘ an der Universität Duisburg-Essen. Im Anschluss an entwicklungspolitische Tätigkeiten in Lateinamerika und Zentralafrika promovierte er mit Förderung der Heinrich-Böll-Stiftung im Jahre 2014. Er lehrt und forscht zu Themen der Friedens- und Entwicklungsforschung. Im Jahr 2017 erhielt er den Hein@ward für digitale Lehre an der HHU.

Das Fellowship unterstützt seine nunmehr dreijährigen Erfahrungen im Rahmen standortübergreifender Ringseminare. Es geht dabei um eine Lehrkooperation zwischen den Universitäten Pretoria und Düsseldorf. Das Ringseminar fußt zum einen auf Videoinputs renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Inverted Classroom). Zum anderen basiert die Veranstaltung auf Beiträgen von Studierenden, deren Outputs im Rahmen von standortheterogen zusammengesetzten Gruppen entstehen und dem Plenum live sowie auf Abruf zur Verfügung gestellt werden („Cross-Site-Teaching and Learning“).

Die in diesem Kontext erprobten didaktischen Konzepte werden im Sinne der „Open Educational Resources“ (OER) fachöffentlich bereitgestellt. Auf diesem Wege sollen universitäts- und disziplinübergreifend Dozierende und Institute zur Durchführung angelehnter Lehrprojekte sowie zum Teilen ihrer Erfahrungen auf der OER-Plattform angeleitet und motiviert werden.

Weitere Informationen: undefinedhttps://www.stifterverband.org/digital-lehrfellows/2018/mucha

PD Dr. Klaus Schaper vom Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie I erhielt nach 2016 zum zweiten Mal ein Fellowship, diesmal für das Projekt „scheLM Challenge (spezielle chemische eLearning Module-Challenge)“.

Klaus Schaper studierte in Düsseldorf Chemie, wo er auch promovierte und sich 2002 habilitierte. Er forscht und lehrt an der HHU und engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für die digitale Hochschullehre. Im Rahmen dieser Bemühungen wurde Schaper  2014 mit dem Hein@ward ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde er 2015 für den Ars-Legendi-Preis nominiert, wo er es in die Liste der besten Acht schaffte.

Auf seiner eLearning-Plattform scheLM (spezielle chemische eLearning Module, https://www.schelm.hhu.de/start.html) sind fast 50 verschiedene Module zusammengefasst. Diese ermöglichen es Studierenden, mit innovativen Methoden interaktiv und selbstbestimmt zu lernen.

In seinem aktuellen Projekt verfolgt Schaper den Ansatz der „Gamification“. Die von Ihm entwickelten chemiespezifischen Onlinetests, die weit über klassische Onlinetests hinausgehen, sollen in ein an „Quizduell“ angelehntes Wettspiel integriert werden. Zwei Spieler treten gegeneinander an und können Punkte für ein Ranking erspielen. Die Themengebiete werden den Studierenden ihrem Studienverlauf entsprechend automatisch zugewiesen. So soll zeitnahes und regelmäßiges vorlesungsbegleitendes Lernen gefördert werden.

Weitere Informationen: https://www.stifterverband.org/digital-lehrfellows/2018/schaper

Dr. Julia Trinkert arbeitet am Institut für Kunstgeschichte der HHU. Ihr Projekt „Grundlagen der Kunstgeschichte: Blended Learning in der Methoden- und Formenlehre“ wurde mit einem Fellowship ausgezeichnet.

Dr. Trinkert studierte Kunstgeschichte, Nordische Philologie und Öffentliches Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Universitetet i Oslo/Norwegen. Sie promovierte,  gefördert von der Studienstiftung des deutschen Volkes, 2012 in Kiel und erhielt für ihre Arbeit den Dissertationspreis der Philosophischen Fakultät. Im Anschluss war sie Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein“. 2015 wechselte Trinkert als wissenschaftliche Mitarbeiterin auf eine Assistentenstelle am Institut für Kunstgeschichte der HHU. 2018 erhielt sie den Maria-Weber-Grant der Hans-Böckler-Stiftung. Zudem leitet und koordiniert Julia Trinkert den BMBF-Forschungsverbund „Bürgerlicher Aufstieg im Spiegel der Objektkultur des 18. Jahrhunderts“ (Laufzeit 2018-2022).

Seit 2015 engagiert sich Julia Trinkert in der digitalen Hochschullehre und hat unter anderem E-Portfolios am Institut für Kunstgeschichte mit der Plattform mahara etabliert, unterstützt aus dem eLearningförderfonds der HHU (ELFF). Darüber hinaus führte sie 2018/19 ein internationales E-Learning-Format mit einem Global Classroom zum Thema „Staging: Visual Articulations of Cultural Heritage“ in Kooperation mit der Universität Uppsala/Schweden durch.

In einer Pilotphase wurde das nun geförderte Vorhaben zur Digitalisierung von Lernmaterialien in der Grundlagenausbildung der Studiengänge BA Kunstgeschichte und MA Kunstvermittlung und Kulturmanagement im Rahmen der ELFF-Förderung und zusammen mit drei Kolleginnen in der Kunstgeschichte getestet. Im Zuge der didaktischen Neukonzeption der Grundlagenkurse sollen die modularen Inhalte während der Laufzeit des Fellowships ausgebaut werden.

Julia Trinkert beteiligt sich aktiv an der Debatte zur Digitalisierung in der Hochschullehre und deren Perspektiven. Sie ist Mitglied im bundesweiten „Netzwerk für die Hochschullehre“ des Hochschulforums Digitalisierung (HFD).

Weitere Informationen: undefinedhttps://www.stifterverband.org/digital-lehrfellows/2018/trinkert

 

 

 

 

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