31.10.18 09:18

Ausstellungseröffnung in der Universitäts- und Landesbibliothek

„Im Kessel keine Reibekuchen“ – Das Rheinland zur Zeit des Ersten Weltkriegs

Von: Redaktion

Am 11. November 1918 endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes im Wald von Compiègne der Erste Weltkrieg. Die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf widmet in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Heinrich-Heine-Universität diesem Ereignis und den vorangegangenen Kriegsjahren eine Ausstellung, die am 7. November 2018 um 18 Uhr im Vortragsraum der ULB eröffnet wird. Thematisch zeigt die Ausstellung unterschiedliche Facetten des Krieges, stellt aber besonders die Betroffenheit des Rheinlands bzw. speziell der Stadt Düsseldorf durch den Kriegszustand in den Mittelpunkt.

Obgleich die Kampfhandlungen an den Fronten weit entfernt waren, machte sich der Kriegszustand auch hier deutlich bemerkbar. So richtete beispielsweise die Firma Henkel auf dem Betriebsgelände ein Lazarett ein, Schüler wurden zu Ernteeinsätzen eingeteilt und im Traditionslokal „Im Goldenen Kessel“ in der Düsseldorfer Altstadt gab es wegen der Lebensmittelknappheit keine Reibekuchen mehr.

Die Historischen Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Düs-seldorf (ULB) und das Universitätsarchiv der Heinrich-Heine-Universität bergen zahlreiche Dokumente aus der Zeit von 1914 bis 1918, darunter das Kriegs- und Revolutionstagebuch des damaligen Direktors der Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf, Constantin Nörrenberg, sowie Feldpostbriefe, Karten von Patrouillengängen, Zeitungsberichte, Verdienstmedaillen, Unterlagen zu Lazaretten und Krankenhäusern, Schulprogramme und Lebensmittelmarken, die ein facettenreiches Bild der Zeit abgeben. In der Ausstellung werden anhand dieser Dokumente schlaglichtartig folgende Themenbereiche beleuchtet: die Ernährungslage der Zivilbevölkerung, die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen, die Auseinandersetzung der Schriftsteller und Künstler mit dem Krieg, der Kontakt zwischen Heimat und Front sowie das Leben ebenda und in der Gefangenschaft. Erinnerungsstücke privater Leihgeberinnen und Leihgeber ergänzen die Ausstellung.

Unter den Exponaten stechen unter anderem drei Feldpostkarten hervor, die nicht zum Gros der gängigen Karten zählen, sind sie doch aus Birkenrinde. Sie wurden 1915 aus der Nähe von Verdun nach Haan geschickt und sind erst jüngst mit Übernahme einer Privatsammlung in den Bestand der ULB übergegangen.

Zur Eröffnung der Ausstellung hält Dr. Susanne Brandt (Lehrstuhl für Neuere Geschichte, HHU Düsseldorf) einen Vortrag zum Thema „Kriegssammlungen zwischen Propaganda und Forschung“. Auch dem Thema Kriegssammlungen widmet die Ausstellung eine Vitrine.

Im Anschluss an die Eröffnung ist die Ausstellung bis zum 13. Januar 2019 zu den Öffnungszeiten der Bibliothek (montags bis freitags 8 – 24 Uhr, samstags/sonntags 9 – 24 Uhr) zu besichtigen.

Weitere Informationen unter: undefinedundefinedwww.ulb.hhu.de/link/wk1 

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