15.07.2020 13:27

Wissenschaftszeitvertragsgesetz

Hilfe für befristete Beschäftigte

Von: Katrin Koster

„Eigentlich wollte ich jetzt meine Doktorarbeit abschließen“, mag so manche/r in den vergangenen Monaten gedacht haben. Corona ändert viele persönliche Pläne. In dieser Ausnahmesituation wird daher das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) ergänzt: Höchstbefristungsgrenzen für wissenschaftliches und künstlerisches Personal in einer Qualifizierungsphase verlängern sich zusätzlich um maximal sechs Monate.

Forschen im Labor – das ist Coronabedingt nur eingeschränkt möglich. Deshalb wurde das Wissenschaftszeitvertragsgesetz vorübergehend geändert. (Foto: HHU/Christoph Kawan)

Dies gilt für Beschäftigungsverhältnisse, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 30. September 2020 bestehen und für Verträge, die nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG abgeschlossen wurden, sog. Qualifizierungsstellen. Bei Verträgen, die nach § 2 Abs. 2 WissZeitVG drittmittelbefristet abgeschlossen wurden, greift diese Option ausnahmslos nicht.

Diese vorübergehende Verlängerungsmöglichkeit für besonders Betroffene kann auch an der HHU genutzt werden. Entsprechende Anträge stellen die Vorgesetzten auf dem üblichen Weg an das Personaldezernat.

Zudem haben die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und die Philosophische Fakultät ein Programm für befristet Beschäftigte in Qualifikationsstellen aufgelegt. Es hilft jenen, die jetzt so stark beeinträchtigt sind, dass sie das Qualifikationsziel nicht in der ursprünglich geplanten Zeit erreichen können – beispielsweise, weil sie Kinder zuhause betreuen. Wenn es für ihre Weiterbeschäftigung keine Mittel gibt, bekommen sie innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten und der verfügbaren Mittel eine Anschlussfinanzierung.

„Die Corona-Krise wirkt sich auch auf unsere Arbeit in der Wissenschaft aus. Vieles davon kann die Fakultät nicht beeinflussen, doch wir möchten versuchen, die Folgen ein wenig abzufedern. Wir setzen auf die Solidarität innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft und hoffen, dass ‚Mitnahmeeffekte‘ ausbleiben“, erklärt Prof. Dr. Dr. Peter Kleinebudde, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Dies sei eine Notmaßnahme für jene, die sonst von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Bevor ein Antrag gestellt wird, sind daher zuerst andere Finanzierungen zu prüfen – beispielsweise über Haushaltsstellen, HSP-Stellen oder Corona-bedingte Alternativen von Drittmittelgebern. Ein Antrag sollte spätestens drei Monate vor der benötigten Anschlussfinanzierung gestellt werden; das Programm endet am 31. Dezember 2023.

Weitere Informationen zur Gesetzesänderung

Zum Programm der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät

Zum Programm der Philosophischen Fakultät

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