18.10.2019 09:31

Wissenschaftliche Begleitung neuer Landeseinrichtung

HHU-Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Weißenberger beteiligt am NRW-Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung

Von: Redaktion / A.C.

Das Wirtschafts- und Digitalministerium in Nordrhein-Westfalen richtet ab 2020 das erste landesweite „Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung“ ein. Es soll sich mit der Frage beschäftigen, welchen Beitrag Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung zur Erhöhung der Lebensqualität aller leisten können. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen Prof. Dr. Barbara Weißenberger und ihr Team vom Lehrstuhl für BWL, insbes. Accounting der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU).

Im Sinne eines umfassenden 360°-Ansatzes sollen Unternehmen digitale Verantwortung zu einem überzeugenden Teil ihres Leistungsspektrums und damit zu einem Wettbewerbsvorteil machen. (Abbildung: Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production CSCP)

Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger wurde für die wissenschaftliche Begleitung des ‚Zentrums für Wirtschaft und digitale Verantwortung in Nordrhein-Westfalen‘ ausgewählt. (Foto: HHU / Michael Lübke)

Die neue Plattform soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen ermutigen, langfristig ein Konzept zu ökonomischen, ökologischen, digitalen und sozialen Fragen einzuführen und innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Umgesetzt werden soll das Projekt vom Wuppertaler CSCP (Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production), IHK NRW und der HHU.

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart begrüßt die Entscheidung: „Wir setzen damit den eingeschlagenen Weg beim Thema der verantwortungsvollen Unternehmensführung in digitalen Zeiten konsequent fort. Die Digitalisierung muss im Dienst des Menschen stehen. Ich freue mich, dass wir nun die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Verantwortung in einem landesweiten Zentrum bündeln, Unternehmen eine Anlaufstelle in Nordrhein-Westfalen bieten und damit eine echte Vorreiterrolle einnehmen.“

Das neue Zentrum wird Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Start-ups, Zivilgesellschaft sowie Finanzakteure, Kammern und Verbände miteinander vernetzen. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen für unternehmerische Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung zu erarbeiten und in die einzelnen Organisationen zu tragen. Damit ist das Zentrum auch ein wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung der Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen. Im Fokus stehen die Bereiche Unternehmenskultur, Leben und Arbeiten, Führungsethik oder soziales Unternehmertum. Ein fairer Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Vielfalt in der Personalauswahl, Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz, die Achtung von Verbraucherinteressen, die Übernahme von Verantwortung für die Lieferkette, transparente Unternehmensführung und eine offene Kommunikation sind wichtige Handlungsfelder.

Das Team um Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der HHU wird in den nächsten Jahren die Arbeit wissenschaftlich begleiten. Ihre Motivation: „Unternehmen müssen in ihren Geschäftsmodellen heute auch digitale Verantwortung übernehmen. Dies darf nicht nur als Risikomanagement gegen Cyberattacken oder Datenschutzverstöße gesehen werden. Vielmehr geht es darum, im Sinne eines umfassenden 360°-Ansatzes digitale Verantwortung zum überzeugenden Teil des eigenen Leistungsspektrums und damit zu einem Wettbewerbsvorteil zu machen, der gleichzeitig auch die Nachhaltigkeit in Bereichen wie Ökologie, Mitarbeiter, Märkten oder Gemeinwohl synergetisch vorantreibt.“

Michael Kuhndt, geschäftsführender Direktor des CSCP, sieht das neue Zentrum als besondere Chance, die nachhaltige Transformation der Wirtschaft mithilfe digitaler Technologien zu beschleunigen und den Wirtschaftsstandort NRW zu stärken: „Digitalisierung und Nachhaltigkeit fordern gleichermaßen Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, Führungs- und Lebensstile heraus. Die resultierenden Veränderungen bergen große Chancen für die aktive Gestaltung der Unternehmensstrategie für gutes Leben und zukunftsfähige Innovationen.“ Weitere Netzwerkpartner sind die in der IHK NRW zusammengeschlossenen 16 Industrie- und Handelskammern des Landes.

Ausgewählt wurde das Projekt von einer Jury. Das Landeszentrum wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln finanziert. Insgesamt stehen 800.000 Euro zur Verfügung.

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