17.07.19 12:34

Verbraucherforschungsforum

Energiearmut – Wenn Energiekosten zur Armutsfalle werden

Von: Carolin Grape

Am kommenden Donnerstag, 18. Juli, widmet sich das Düsseldorfer Verbraucherforschungsforum dem verbraucherpolitisch hochrelevanten Thema „Energiearmut“. Verschiedene Akteure und Anspruchsgruppen – unter ihnen Prof. Dr. Christoph Strünck (Universität Siegen), Prof. Dr. Manuel Frondel (RWI Essen), Prof. Dr. Christa Liedtke (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie) und Stephanie Kosbab (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen) – diskutieren Ursachen, Wirkungen und Handlungsoptionen.

 

Organisiert wird das Forum vom an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ansässigen Institut für Verbraucherwissenschaften, welches Grundlagen- und transformative Forschung im Bereich der Verbraucherwissenschaften betreibt,  gemeinsam mit der Universität Siegen und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Steigende Energiepreise, geringes Einkommen und mangelnde Energieeffizienz im Wohnumfeld der Betroffenen können zu einem neuen Ausmaß von Verschuldung und Armut bei Verbrauchern und Verbraucherinnen führen. Laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur (2018) wurden in Deutschland im Jahre 2017 ca. 4,8 Millionen Stromsperrandrohungen und rund 1,1 Millionen Gassperrandrohungen verzeichnet. Dennoch fehlt auf nationaler Ebene eine eindeutige Definition des Begriffs und damit einhergehend eine für die Quantifizierung des Phänomens notwendige Datenbasis - anders als bei der EU, die unlängst eine Beobachtungsstelle für Energiearmut eingerichtet hat.

Um der skizzierten Komplexität des Phänomens „Energiearmut“ gerecht zu werden, bietet das Verbraucherforschungsforum allen Beteiligten die Möglichkeit, die unterschiedlichen Perspektiven einzubringen und gemeinsam zu systematisieren. So wird sich einleitend dem Thema aus politikwissenschaftlicher Sicht (Prof. Dr. Christoph Strünck) und volkswirtschaftlicher Sicht (Prof. Dr. Manuel Frondel, RWI Essen – Leiter des Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“) genähert. Als Pendant dazu wird in den Vorträgen von Prof. Dr. Christa Liedtke (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie – Abteilungsleiterin „Nachthaltiges Produzieren und Konsumieren“), Ulrich Ropertz (Deutscher Mieterbund e.V. – Geschäftsführer und Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) sowie Stephanie Kosbab (Verbraucherzentrale NRW – Leiterin „NRW bekämpft Energiearmut“) die Sichtweise der Verbraucher und Verbraucherinnen in den Mittelpunkt gestellt. Der Fokus liegt dabei auf Verbraucherverhalten, Lebensumständen und Möglichkeiten der Hilfestellungen für Betroffene. Um hier einen Interessensausgleich zu gewährleisten, wird Britta Meier – als Rechtsanwältin der Stadtwerke Krefeld AG – über das Spannungsfeld zwischen Versorgungsauftrag und Wettbewerbsfähigkeit referieren.

Schließlich werden Studierende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in zwei Vorträgen aus dem forschungsorientierten Lehrprojekt „Energiearmut in Düsseldorf?!“ berichten. Zum einen sollen die hieraus hervorgehenden Erkenntnisse zur Frage, was energiearmutsgefährdete Bürger und Bürgerinnen potenziell daran hindert, Hilfe auszusuchen, vorgestellt werden. Zum anderen wird auf etwaige Zusammenhänge zwischen Energiearmut und Lebenszufriedenheit eingegangen.

Das Forum schließt mit einer Podiumsdiskussion der Referenten, zu welcher auch das Publikum aktiv eingeladen ist.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung vorab erforderlich.

Programm und Registrierung unter www.verbraucherwissenschaften.de

 

Termin:
Verbraucherforschungsforum Energiearmut
Donnerstag, 18. Juli 2019, ganztägig, Beginn 10:15 Uhr (Registrierungsbeginn: 09:30 Uhr)
oeconomicum, Gebäude 24.31
Seminarraum 3/4
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf

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