03.04.2020 09:53

Corona im Fokus: HHU-Expertise zur Pandemie

Corona-Forschung an HHU und UKD: Impfstoff, Medikamente, Therapie

Von: Susanne Dopheide

Nachdem das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 die Artengrenze vom Tier zum Menschen überwunden hatte und eine Ansteckung von Mensch zu Mensch festgestellt wurde, hat für die Wissenschaft ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. Dem Wissen um das Virus selbst und um die Erkrankung COVID 19 kommt eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung der weltumspannenden Pandemie zu.

PD Dr. Torsten Feldt leitet die Studien mit dem Medikament Remdesevir in Düsseldorf.

Die Forscherinnen und Forscher an Universitätsklinikum und Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf arbeiten unter Hochdruck in Projekten, die bereits angelaufen oder schon konkret geplant sind.

Angelaufen sind zwei Studien zum Einsatz des Medikaments Remdesivir, das 2015 eigentlich in der Ebola-Epidemie eingesetzt werden sollte. Es gilt zurzeit als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gegen COVID 19. Wissenschaftliche Daten jenseits von Einzelfallberichten werden dazu dringend benötigt, um seine Wirksamkeit nachweisen zu können, um eine Zulassung zu erreichen. (Infektiologie, PD Dr. Torsten Feldt)

Auch die Entwicklung sicherer und dringend benötigter Impfstoffe zur Immunisierung gegen das Virus findet in mehreren Projekten statt: Bestandteile von SARS-CoV-2 sollen mithilfe geeigneter, bereits bekannter Impfstämme (BCG Tuberkulose-Impfstoff, abgeschwächtes Vaccinia-Virus (MVA)) in die Zielzellen eingeschleust werden. (Prof. Dr. Rainer Kalscheuer, Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie, Prof. Dr. Ingo Drexler, Virologie). Ein weiteres Vorhaben untersucht die Bildung von Antikörpern, die durch Virus-ähnliche Partikel hervorgerufen werden soll.  

Was wissen wir über das Virus selbst? Der Entschlüsselung des Virusgenoms für Untersuchungen der Virusevolution und der molekularen Epidemiologie kommt eine zentrale Rolle zu. Mikrobiologie (Dr. Alexander Dilthey) und Virologie (Dr. Andreas Walker) etablieren eine Pipeline zur schnellen Sequenzierung des kompletten Genoms von Sars-CoV-2, um die Informationen in internationalen Datenbanken zur Verfügung stellen zu können.

Das SARS-Coronavirus Typ 2 konnte mittlerweile erfolgreich im Sicherheitslabor im Zentrum für Mikrobiologie, Virologie und Krankenhaushygiene von Patienten in Zellkultur isoliert werden. Damit stehen jetzt Systeme zur Verfügung, mit denen die Wirksamkeit von Wirkstoffen und Antikörpern gegen das Virus direkt in Zellkultur untersucht werden können. In verschiedenen Projekten werden solche Analysen durchgeführt.  

Eine ganze Reihe weiterer Projekte bewertet nach wissenschaftlichen Kriterien die Behandlung von schwer erkrankten COVID-19 Patientinnen und Patienten in europäischen Kliniken. Diese Vorhaben stellen eine Wissensbasis für Therapieentscheidungen her. (Kardiologie, Prof. Dr. Christian Jung; Herzchirurgie, Prof. Dr. Udo Boeken; Mikrobiologie, Dr. Malte Kohns; Hepatologie, Prof. Dr. Verena Keitel-Anselmino; Anästhesiologie, PD Dr. Timo Brandenburger) In all diese Projekte sind auch hier nicht ausdrücklich genannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der HHU eingebunden.

 

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 wirft zahlreiche Fragen nicht nur zu den gesundheitlichen, sondern auch zu wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Folgen auf. Die Wissenschaft liefert hier entscheidende Fakten und Antworten. Viele Forscherinnen und Forscher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) aus unterschiedlichen Disziplinen sind durch ihre Arbeit aktuell gefragte Gesprächspartner der Medien oder auch direkt in das Pandemie-Krisenmanagement eingebunden. Die HHU möchte ihre wissenschaftliche Expertise in die öffentliche Diskussion einbringen, um so zur Einordnung und Bewältigung der Corona-Krise beizutragen.

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