31.03.14 09:02

Öffentliche Vortragsreihe im Rahmen des Exzellenzclusters CEPLAS der HHU

"Vom Urweizen der Steinzeit zu den Genpflanzen der Zukunft"

Von: Redaktion / D.J. / C.G.

31.03.2014 - Unter diesem Motto startet am 29. April 2014 die erste öffentliche Vortragsreihe im Rahmen des Exzellenzclusters CEPLAS im Haus der Universität Düsseldorf. In insgesamt fünf Vorträgen wird die Entwicklung von der ersten Domestizierung der Pflanzen über die frühen Ackerbauern und Viehzüchter bis hin zur modernen Pflanzenzucht und zu neuen Methoden der grünen Gentechnik behandelt.

(Bildausschnitt des offiziellen Programm-Flyers (Copyright: CEPLAS 2014).


Fünf Vorträge zu allen Aspekten innovativer grüner Gentechnik


Wie entwickelten sich aus den frühen Jägern und Sammlern die ersten Ackerbauern und Viehzüchter und warum? Wie entstanden die ersten Kulturpflanzen und nach welchen Merkmalen wurden diese ausgewählt? Welche Möglichkeiten und Chancen bietet die grüne Gentechnik vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung und der Notwendigkeit einer nachhaltigeren Landwirtschaft?

Diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Nutzpflanzen wird Prof. Dr. Peter Westhoff in insgesamt fünf Vortragsterminen während des kommenden Sommersemesters nachgehen: "Ziel ist es, mit dieser Vorlesungsreihe, die breite Öffentlichkeit anzusprechen und über die Entstehung unserer heutigen Kulturpflanzen als auch der Kulturpflanzen der Zukunft zu informieren. Wir wollen so die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, welche entscheidende Rolle den Nutzpflanzen früher und vor allem in Zukunft zukommen wird".

Prof. Dr. Peter Westhoff ist seit 1988 Lehrstuhlinhaber für Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er war, bzw. ist an vielen nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt und war sechs Jahre lang Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2013 wurde Prof. Westhoff in die Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) aufgenommen, deren Aufgabe die Beratung von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu aktuellen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Fragen ist.

Die Vorlesungsreihe wird durch den Exzellenzcluster CEPLAS – "Von komplexen Eigenschaften zu synthetischen Modulen" organisiert, der seit November 2012 an den Universitäten Düsseldorf und Köln, sowie am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtung und dem Forschungszentrum Jülich mit insgesamt 30 Mio. € gefördert wird. Der Cluster hat sich die Entwicklung innovativer Strategien für eine nachhaltige Pflanzenproduktion zum Ziel gesetzt.

Die Termine:

Die Vortragsreihe ist öffentlich und kostenfrei. Jeweils dienstags ab 19 Uhr im Haus der Universität, Schadowplatz 14, in Düsseldorf:

29.04.2014    Vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter

Viele Jahrtausende waren unsere Vorfahren Jäger und Sammler. Vor etwa 10 000 Jahren, in der Jungsteinzeit, änderte sich ihre Lebensweise. Aus den nomadenhaften Jägern und Sammlern wurden sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter. Sie bauten Wildpflanzen an und entwickelten aus ihnen im Laufe einiger Jahrtausende Kulturpflanzen. Wie unterscheiden sich Wild- von Kulturpflanzen und warum waren diese neuen Pflanzentypen so attraktiv für die Menschen der Neusteinzeit? War der Übergang vom Jäger und Sammler zum sesshaften Ackerbauern und Viehzüchter wirklich der Eintritt in ein “Goldenes Zeitalter”.

13.05.2014     Gene und Genome – Was macht ein Pflanzenzüchter?

Der Augustinermönch Gregor Mendel entdeckte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dass Eigenschaften von Pflanzen wie Samenform oder Samenfarbe nicht zufällig, sondern nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten vererbt werden. Damit läutete Mendel die Geburtsstunde der Genetik ein, der Lehre von den Genen und ihrer Vererbung. Etwa zur gleichen Zeit beobachtete der britische Naturforscher Charles Darwin mit Erstaunen die große Variationsbreite bei Haustieren und Kulturpflanzen. Darwin folgerte, dass die Selektion durch Tier- oder Pflanzenzüchter dafür verantwortlich sei. Mendel und Darwin bilden die Basis der wissenschaftlichen Pflanzenzüchtung. Wie wird die Information der Gene in den Lebewesen verwirklicht und wie werden Gene auf die Nachkommen übertragen? Und worauf ist die große Variationsbreite unserer Kulturpflanzen zurückzuführen?

27.05.2014     „Genpflanzen“ – Chance für die Landwirtschaft oder Gefahr für den Verbraucher?

Genpflanzen sind im öffentlichen Diskurs sehr präsent – und weltweit auf dem Vormarsch. Forscher schleusen fremde Erbanlagen in Kulturpflanzen ein und können so Pflanzen nach Maß herstellen. Sie hoffen, die Pflanzen dadurch widerstandsfähiger gegen Schädlinge zu machen oder die Qualität der Nahrungsmittel zu verbessern. Die Industrie und viele Landwirte sehen die Chancen dieser neuen Technologie und befürworten sie. Die meisten Verbraucher in Europa sind dagegen skeptisch und sorgen sich um die Gefahren, die von diesen Genpflanzen für die Umwelt oder die Ernährung ausgehen könnten. Müssen wir uns fürchten oder kann die “grüne Gentechnik” auch dem Verbraucher nützen? 

17.06.2014         Pflanzen und Mikroben – Freunde oder Feinde?

Untersucht man Blätter oder Wurzeln einer Pflanze mit Lupe oder Mikroskop, wird man erstaunt feststellen, dass die Pflanze nicht “allein” ist. Wir finden an und in den Wurzeln Mykorrhiza-Pilze, die den Pflanzen bei der Nährstoffaufnahme behilflich sind und im Tausch von der Pflanze Zucker erhalten. Wir entdecken aber vielleicht auch die Fraßspuren von Fadenwürmern. Auch auf und in den Blättern können wir Mitbewohner aus dem Mikrobenreich entdecken. Pflanzen – auch auf dem Acker – sind wie ein kleines Biotop, in dem sich aus Sicht der Pflanze Freunde, aber auch Feinde tummeln. Wie erkennen Pflanzen ihre Mitbewohner, und wie entscheiden sie, ob sie ihre Abwehrmaschinerie aktivieren sollen? Könnten wir vielleicht unser Wissen um diese Vorgänge dazu benutzen, um Pflanzen vor ihren Angreifern zu schützen?

01.07.2014      Die Herausforderungen der Zukunft

Die Erde wird im Jahr 2050 vermutlich mehr als 9 Milliarden Menschen beherbergen, die allesamt ausreichend und gesund ernährt werden wollen. Die Erde in 2050 wird aber wahrscheinlich um zwei Grad wärmer sein, was nach unseren heutigen Kenntnissen zu Ertragseinbußen von 10% führen würde. In 2050 wird Energie vermutlich noch teurer sein als heute, und wir werden nicht mehr so billig den Luftstickstoff mit Hilfe des Haber-Bosch-Verfahrens zu Stickstoffdünger umwandeln können. Und schon jetzt wissen wir, dass die Phosphatvorräte der Welt zur Neige gehen. Was machen wir, wenn wir eigentlich unsere Pflanzenerträge verdoppeln müssten, um alle Menschen zu ernähren, dafür aber weniger Nährstoffe und Wasser zur Verfügung haben? Wie können Pflanzenforscher das Dilemma lösen, ertragreichere Kulturpflanzen zu züchten, die aber sparsamer mit den Nährstoff- und Wasserressourcen umgehen?

 

Weitere Informationen zur Vortragsreihe:

Programm-Flyer der Veranstaltungen (pdf)

www.ceplas.eu

CEPLAS
Dr. Céline Hönl
Tel.: ++49 (0)211 81-11996

 

 

 



 

 

 

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