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03.12.2019 11:04

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Einrichtung und wissenschaftliche Bewertung

Nun auch stationäres Angebot für Alleinerziehende mit „wir2-Reha“

Von: Susanne Dopheide, Redaktion

Alleinerziehende leiden stärker als in Paarbeziehungen lebende Eltern unter Belastungen wirtschaftlicher, gesundheitlicher und psychosomatischer Art, die sich auch negativ auf die Entwicklung ihrer Kinder auswirken können. Um betroffene Elternteile zu unterstützen haben Prof. Dr. Matthias Franz und Team, unterstützt von der Gütersloher Walter Blüchert Stiftung, im Jahr 2014 das Bindungstraining „wir2“ aufgelegt.

Prof. Dr. Matthias Franz, Foto: privat

Zusätzlich zu diesem ambulant in kommunalen Einrichtungen angebotenen, inzwischen als höchst erfolgreich bewertetem Training fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun ab 2020 die Entwicklung und Einrichtung eines erweiterten stationären Programms, genannt „wir2-Reha“, das zusammen mit der Deutschen Rentenversicherung (DRV), dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) und kooperierenden psychosomatischen Rehabilitationskliniken umgesetzt werden soll. Dafür stellt das Ministerium 848.000 Euro für vier Jahre zur Verfügung.

In diesem Forschungsvorhaben soll „wir2-Reha“ innerhalb der sechswöchigen stationären, psychosomatischen Rehabilitation eingesetzt und im Vergleich zum bestehenden psychotherapeutischen Standardangebot in den beteiligten psychosomatischen Rehabilitationskliniken in Schömberg und Bad Elster evaluiert werden. Untersucht werden vor allem die Effekte auf die mütterliche Depression, die Arbeitsfähigkeit der Mütter und Problemverhalten der Kinder. Das Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie am Universitätsklinikum Düsseldorf evaluiert darüber hinaus die gesundheitsökonomischen Auswirkungen - medizinische Wirksamkeit, wirtschaftliche Effekte und die Versorgungsqualität des Programms. Das Koordinierungszentrum für Klinische Studien, ebenfalls am Universitätsklinikum Düsseldorf, betreut den wissenschaftlichen Vergleich des neuen „wir2“-Angebots gegenüber dem bestehenden Standardangebot im Rahmen der wissenschaftlichen Studie.

Nach erfolgtem Wirksamkeitsnachweis sollen gemeinsam mit der DRV die Voraussetzungen geschaffen werden, das Programm „wir2-Reha“ in weiteren psychosomatischen Rehabilitationskliniken einzuführen, um bundesweit das Angebot der bedarfsorientierten, psychosomatischen Rehabilitation für die gesundheitlich hochbelastete Zielgruppe der Alleinerziehenden zu stärken.

„Wir sind seit Jahren auf dem richtigen Weg, die Gruppe der Alleinerziehenden mit auf ihren Bedarf zugeschnittenen Angeboten – wissenschaftlich fundiert – zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Matthias Franz. „Wir haben heute schon potente Partner bei der Umsetzung des Bindungstraining „wir2“. „wir2-Reha“ vervollständigt das Programm um eine stationäre Behandlung, die aus meiner Sicht für einen Teil der Betroffenen notwendig ist.“

Hintergrund

Zur Person: Prof. Dr. Matthias Franz, ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, kommissarischer Direktor des Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Er arbeitet außerdem als Lehranalytiker und Supervisor.

 

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