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21.08.2020 07:58

Studie zur Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz

Benachteiligung durch Künstliche Intelligenz (KI) bei wirtschaftlichen Fragen befürchtet

Von: Victoria Meinschäfer

Seit Anfang Mai untersucht der Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz [MeMo:KI] alle zwei Wochen die Einstellung der Bevölkerung zu KI-Fragen. Wie intensiv setzen sich die Bürgerinnen und Bürger mit dieser Technologie auseinander? Wo sehen sie Anwendungsgebiete, was sind ihre Befürchtungen? Im Fokus der letzten Untersuchung: Die Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern vor Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz.

Prof. Dr. Frank Marcinkowski, Foto: Kathleen Brenner

Flugbuchung, Einkauf im Internet, Studienplatzvergabe – in all diesen Bereichen kann KI zum Einsatz kommen. Wie die Bürgerinnen und Bürger deren Einsatz einschätzen, ob sie Diskriminierungen befürchten, hängt sehr stark von den individuell geschätzten Folgen ab. Während etwa bei der individuellen Preisgestaltung Diskriminierung, d.h. Ungleichbehandlung gefürchtet wird, gehen die meisten davon aus, dass sich der Einsatz von KI im Sozial- und Bildungswesen eher positiv auswirkt.

Diskriminierung durch KI erfährt seit Jahren seitens Politik und Wissenschaft große Beachtung. Die Daten zeigen jedoch, dass das Thema in der Gesellschaft nur mäßig präsent ist: Nur etwas mehr als ein Viertel der Befragten sehen Benachteiligung durch KI-Systeme als ein relevantes Risiko an. „Werden Bürgerinnen und Bürger jedoch direkt danach gefragt, ob der Einsatz von KI zu mehr oder weniger Diskriminierung in einzelnen Anwendungsbereichen führt, wird bei einer Mehrheit der Anwendungen eher eine stärkere Diskriminierung erwartet – v. a. in Bereichen, die individuelle wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen“, so Studieneiter Prof. Dr. Frank Marcinkowski. Dabei hält die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die meisten der vorgeschlagenen EU-Richtlinien für wirksam, um Diskriminierung durch KI zu verhindern. Interessanterweise sind die Maßnahmen, die aus Sicht der Befragten am dringendsten umgesetzt werden sollten, solche, die eine stärkere Regulierung von Technik und Wirtschaft fordern. Die grundsätzliche Bereitschaft für den europäischeren Weg zu einer menschenzentrierten und gemeinwohlorientierten KI ist demnach durchaus erkennbar – wenngleich das Bewusstsein für diskriminierende Wirkung von KI-Systemen noch relativ gering ist.

 

Zum Projekt:

Im Rahmen des [MeMo:KI] wird die Entwicklung der Bevölkerungsmeinung zur Künstlichen Intelligenz durch eine im zweiwöchentlichen Rhythmus wiederholte Befragung dokumentiert. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden monatlich auf der Projekthomepage https://www.cais.nrw/memoki/ veröffentlicht. Der [MeMo:KI] ist ein gemeinsames Projekt des Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum und der HHU und wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Neben der regelmäßigen Befragung von 1000 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern gibt es auch eine teilautomatische Auswertung der deutschen Medienberichterstattung zum Thema. Die Ergebnisse beider Erhebungen stehen der Öffentlichkeit zur freien Verfügung. „Die Ergebnisse unserer Forschung bereiten wir in einem Online-Format mit interaktiven Grafiken und Tabellen auf, sodass alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sich selbst anschauen können, wie die Gesellschaft und die Medien mit dem Thema Künstliche Intelligenz umgehen“, so Marcinkowski.

Die aktuelle Auswertung der Befragung finden Sie hier:

https://www.cais.nrw/wp-94fa4-content/uploads/2020/08/Factsheet-2-KI-und-Diskriminierung.pdf

Weitere Informationen:

https://uni-duesseldorf.datalion.net/share/report/ed82aefa-6eb7-47ca-8650-2274714ec4a4

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