20.09.2016 16:46

2. Netzwerktreffen der DFG-Forschergruppe FOR2333 „Macromolecular complexes in mRNA localization“

Zelluläre Postleitzahlen erkennen

Von: Arne Claussen

20.09.2016 – Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe FOR 2333 befasst sich mit zellulären Transportprozessen. Eine zentrale Frage dabei: Wie finden bei Transportprozessen die jeweiligen Stoffe ihr Ziel? Wie man Sequenzelemente in den Boten-RNA-Molekülen identifizieren kann, die als zelluläre Postleitzahl dienen, war Thema des 2. Netzwerktreffens in Düsseldorf.

Teilnehmer des 2. Netzwerktreffens der DFG-Forschergruppe 2333 vom 5. bis 7. September 2016 in Düsseldorf vor dem Haus der Universität am Schadowplatz. Links im Bild: Prof. Dr. Dierk Niessing, Sprecher der FOR 2333. (Foto: privat)

Die Forschergruppe befasst sich mit Transportvorgängen in sehr unterschiedlichen Bereichen, vom Gehirn über die Embryonalentwicklung bis hin zu solchen in Pilzen. Allen gemein ist die Frage: Wie kommen die jeweiligen Stoffe an die Stelle, an der sie gebraucht werden? Die sogenannten Boten-RNA spielt hier die zentrale Rolle.  

Diese Boten-RNA muss im Zellkern zunächst einmal aus ihrer Vorläufer-RNA zurechtgeschneidert werden, wofür bestimmte Sequenz-Elemente der Vorläufer-RNA unabdingbar sind. Mit Hilfe von Computern lassen sich heute bereits solche Elemente aufspüren, wie Prof. Dr. Heiner Schaal vom Institut für Virologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ausführte. Analoge Prozesse, so Prof. Schaal weiter, spielen auch bei dem Zusammenbau viraler Boten-RNAs etwa von HIV-Viren, eine Rolle; diese sorgen dafür, dass die Infektion erfolgreich ist. Versteht man deshalb diesen Aspekt der Boten-RNA-Fertigung, bekommt man unter Umständen auch einen Therapieansatz gegen Aids-Infektionen in die Hand.  

DFG-Forschergruppe 2333 „Macromolecular complexes in mRNA localization“

Die seit Anfang 2016 von der DFG geförderte Forschergruppe 2333 setzt sich aus Arbeitsgruppen aus Düsseldorf, Frankfurt, Heidelberg, München und Tübingen zusammen. Ziel der interdisziplinär arbeitenden Biologen, Biochemiker und Bioinformatiker ist es, die Genregulation beim Transport der Boten-RNA und bei der Vorort-Übersetzung in Gensequenzen zu verstehen. Sprecher der Forschergruppe ist Prof. Dr. Dierk Niessing von der LMU München.

Prof. Dr. Michael Feldbrügge vom Institut für Mikrobiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf war Gastgeber des 2. Netzwerktreffens der Forschergruppe vom 5. bis 7. September 2016 im Haus der Universität in Düsseldorf. „Solche Treffen sind von großer Wichtigkeit für die Forschungsarbeit zu so komplexen Themen wie den Transportvorgängen“, so Prof. Feldbrügge resümierend. Die verschiedenen Arbeitsgruppen, die zu sehr unterschiedlichen Aspekten arbeiten, erhalten durch den direkten Austausch mit ihren Kollegen neue Ansatzpunkte für ihre Forschungen und können von Erfahrungen profitieren, die bereits in anderen Zusammenhängen gemacht worden sind. Besonders betont Prof. Feldbrügge auch die Arbeitsatmosphäre: „Das repräsentative Haus der Universität hat sich dabei wieder einmal als fruchtbarer Ort des wissenschaftlichen Austausches erwiesen.“

Weitere Informationen: http://for2333.de/

Kontakt

Prof. Dr. Michael Feldbrügge
Institut für Mikrobiologie
Tel.: 0211/81-15475
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