07.09.2016 17:31

Probealarm: Gesundheitsamt, Feuerwehr, Flughafen Düsseldorf und Universitätsklinikum simulieren Transport eines hochinfektiösen Patienten.

Übung am Flughafen und an der Uniklinik: 110 Einsatzkräfte probten den Ernstfall

Von: Michael Buch / D.J.

07.09.2016 - Der Transport eines hochinfektiösen Patienten stand am Mittwoch, 7. September, im Mittelpunkt einer breit angelegten gemeinsamen Übung des städtischen Gesundheitsamtes, der Feuerwehr, des Flughafens Düsseldorf und des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Am Flughafen Düsseldorf wird der 'Patient' für den Hochsicherheitstransport in die Sonderisolierstation (SIS) der Uniklinik vorbereitet (Foto: Andreas Wiese).

Unten: Das Team der SIS bereitet sich auf die Ankunft des 'Patienten' vor.

Die so genannte IGV/HIT-Übung (Internationale Gesundheitsvorschriften/Hochinfektionstransport) begann am Morgen mit der Alarmierung - gemeldet wurde ein erkrankter Patient an Bord eines Flugzeuges. Danach wurde der für diesen Fall vorgesehene Ablauf - unter anderem die Einrichtung eines Quarantänebereichs am Flughafen, die Registrierung von Fluggästen der Maschine bis hin zum Krankentransport zur Uniklinik - unter realistischen Bedingungen simuliert.

Der erste Teil der Übung fand im Sicherheitsbereich des Flughafens statt und wurde später in der Sonderisolierstation der Uniklinik zu Ende geführt. Die Probe des Ernstfalls beinhaltete zwei Übungen, die miteinander kombiniert wurden - die IGV-Übung: Übung, nach der "Internationalen Gesundheitsvorschrift" und der HIT-Übung: Übung "Hochinfektionstransport". "Bei der Komplexität dieser Situation - man bedenke die große Zahl der Mitreisenden im Flugzeug und die Zahl der Einsatzkräfte unterschiedlicher Institutionen - ist es wichtig, so eine Situation von der ersten Sekunde bis zum Abschluss des Einsatzes durchzuspielen. Nur so können wir Schwierigkeiten erkennen und beheben. Denn im Ernstfall kommt noch die psychische Belastung dazu und da muss der Ablauf reibungslos funktionieren", sagte Professor Dr. Andreas Meyer-Falcke, der für Gesundheit zuständige Beigeordnete der Stadt.

Das solche Einsätze von den einzelnen Fachbereichen geübt werden, ist nicht ungewöhnlich. Die Besonderheit dieser Übung war, dass so ein Einsatz von der Alarmierung, über den Transport bis hin zum Zielort Uniklinik ganzheitlich geprobt wurde. Die Schnittstellen standen dabei besonders im Blickpunkt. "Es ist vorgeschrieben und notwendig, solche Einsätze zu üben. Wir sind sehr zufrieden, wie der Einsatz heute abgelaufen ist. Die Übergabe des 'Patienten' hat reibungslos geklappt. Zusammen mit der Feuerwehr jat es ja schon einige Übungen und sogar Ernstfälle gegeben, insofern war das Team der Sonderisolierstation sehr gut vorbereitet. Es ist notwendig, dass Patienten mit hochansteckenden und potentiell lebensbedrohlichen Infektionen sofort in einer Spezialstation unter höchsten Sicherheitsbedingungen versorgt werden. Nur so lässt sich eine Verbreitung durch Ansteckung von Kontaktpersonen vermeiden", bilanzierte Prof. Dr. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf.

Der Alarmfall: Pilot meldet erkrankte Person an Bord

Um 8 Uhr begann die Übung am Flughafen. Ausgelöst wurde der Alarm durch die Meldung eines Piloten eines aus Zentralafrika kommenden im Anflug befindlichen Flugzeugs, der dem Tower eine schwer erkrankte Person meldete. Die beschriebenen Symptome: Der Patient, ein in Zentralafrika eingesetzter Krankenpfleger, klagt über Fieber, Schüttelfrost und Atemnot. Der Patient selbst gibt an, während seiner Arbeit, mit Lungenpest infizierten Patienten in Kontakt gekommen zu sein. In solch einen Fall wird die Alamierungskette vom Tower aus in Gang gesetzt. Diese reicht von der Flughafenfeuerwehr, über Berufsfeuerwehr, Polizei, Gesundheitsamt bis hin zum Behandlungszentrum am  Universitätsklinikum Düsseldorf.

Nach der Landung wurde dem Flugzeug vom Tower aus eine Warteposition zugewiesen. Feuerwehrkräfte und Notarzt begaben sich mit Infektionsschutzanzügen ins Flugzeug zum Patienten. Die Bundespolizei sperrte die Einsatzstelle im 100 Meter-Radius ab, während Notarzt und Rettungskräfte den Patienten versorgten und weitere Passagiere sichteten.

Am Flughafen wurden in einem abgeschlossenen Bereich Mitreisende erfasst und untersucht. Währenddessen wurde der Hochinfektionstransport durch die Berufsfeuerwehr vorbereitet und übernommen. Zielort war die Sonderisolierstation (SIS) im Universitätsklinikum Düsseldorf, wo für die Aufnahme von Hochinfektionspatienten zwei Teams bereit stehen.

Die Übung fand unter Realbedingungen statt, auch ein am Boden befindliches Flugzeug wurde dafür zur Verfügung gestellt. Rund 110 Einsatzkräfte und Statisten waren beteiligt, darunter auch Beschäftigte anderer deutscher Flughäfen, die am Seminar "Umsetzung der internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV)" teilgenommen haben.

Kontakt: Prof. Dr. Dieter Häussinger, Tel.: 0211 / 81-16330

Michael Buch, undefinedpresse(at)duesseldorf.de, 0211 / 89-93131

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