24.03.10 00:00

Mathematisches Institut:

Prof. Dr. Fritz Grunewald verstorben

Die Heinrich-Heine-Universität und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät trauern um Prof. Dr. Fritz Grunewald. Der Mathematiker, seit 1992 Lehrstuhlinhaber für die Fächerkombination "Algebra und Zahlentheorie", verstarb am 21. März unerwartet und plötzlich im Alter von 60 Jahren.

Die Heinrich-Heine-Universität und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät trauern um Prof. Dr. Fritz Grunewald. Der Mathematiker, seit 1992 Lehrstuhlinhaber für die Fächerkombination "Algebra und Zahlentheorie", verstarb am 21. März unerwartet und plötzlich im Alter von 60 Jahren.

Grunewald wurde am 28. März 1949 in Bad Kreuznach geboren. Von 1969 an studierte er zunächst in Göttingen Mathematik und Physik. Er wechselte 1971 an die Universität Bielefeld, wo er bereits 1972 sein Diplom erwarb und 1973 promoviert wurde. Betreuer seiner Diplomarbeit war Andreas Dress; sein Doktorvater was Jens Mennicke, der ihn nachhaltig prägte. Von dieser frühen Zeit an stand die Gruppentheorie im Zentrum seiner Interessen.

Pressebild
Prof. Dr. Fritz Grunewald (1949 - 2010) Foto: privat

Nach einem Aufenthalt am Queen Mary College in London und Assistentenjahren in Bielefeld habilitierte er sich 1979 an der Universität Bielefeld und erhielt anschließend ein Heisenberg-Stipendium. Von 1981 bis 1992 war er Professor an der Universität Bonn; seit 1992 forschte und lehrte er an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Fritz Grunewald war einer der weltweit führenden mathematischen Gruppentheoretiker. In seinem Werk trug er zu einem besseren, tieferen Verständnis der Gruppen und ihrer Beziehungen zur Zahlentheorie, Geometrie und Topologie bei. Fast alle seiner zahlreichen Arbeiten sind mit Koautoren geschrieben; er hat sowohl mit internationalen Spitzenforschern als auch mit jungen Nachwuchswissenschaftlern kooperiert. Prof. Grunewald trug viel für die wissenschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Israel bei.
Auf Einladung des Institute for Advanced Study verbrachte er einen zehnmonatigen Forschungsaufenthalt in Princeton. Am Graduiertenkolleg "Homotopy and Cohomology" und an der Forschergruppe "Classification of Algebraic Surfaces and Compact Complex Manifolds" war er maßgeblich beteiligt.

Durch seine Vorlesungen und seinen ganz persönlichen Stil hat er viele Studierende für die mathematische Forschung begeistert; über 30 Dissertationen, die er betreute, legen davon beredtes Zeugnis ab. Eine Reihe seiner Schüler hat mittlerweile selbst erfolgreich eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Die Tür seines Büros stand immer und für alle offen.
Bei aller Bescheidenheit freute er sich über die Anerkennungen, die seiner Arbeit in hohem Maße zuteil wurden, besonders über die Verleihung des Reinhard- und Emmi-Heynen Preises im Jahre 2001 und über die Tagung "Group Theory, Number Theory and Geometry", die aus Anlass seines 60. Geburtstags im vergangenen Jahr an der Universität Oxford stattfand.
Rektor Prof. Dr. Dr. H. Michael Piper: "Mit Professor Grunewald hat die Hochschule einen ihrer Spitzenwissenschaftler verloren, der in seinem Fach internationales Ansehen besaß und im Kollegenkreis sowie bei unseren Studierenden hoch geschätzt wurde. Universität und Fakultät werden sein Andenken in Ehren halten."

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