02.03.2016 08:50

NRW-Fortschrittskolleg Online-Partizipation

Mit der Praxis für die Praxis - transdisziplinäre Forschung an Hochschulen

Von: Victoria Meinschäfer

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze eröffnete am Freitag die Tagung „Mit der Praxis für die Praxis“ in der Heinrich-Heine-Universität. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gesine Schwan (Mit-Gründerin und Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governace Platform) und dem Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Martin Mauve, diskutierte sie mit Promovierenden und Beteiligten des NRW-Fortschrittskolleg Online-Partizipation.

Prof. Dr. Gesine Schwan, Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck, Dekan Prof. Dr. Martin Mauve und NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Foto: Ellen Barbara Reitz / HHU

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass die wissenschaftliche Arbeit des Fortschrittskollegs auch konkret in die Hochschule hineinwirke; Beispiele seien die Habilitationsordnung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und die Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät, die beide auf dem Wege der Online-Partizipation vorbereitet worden seien. Nach den ersten Erfolgen des Fortschrittskollegs stehe nun die Gründung eines „Instituts für Internet und Demokratie“ als zentrale wissenschaftliche Einrichtung an.

Ministerin Schulze machte deutlich, dass die Zeit des einseitigen Wissenstransfers vorbei sei: „Gesellschaft braucht Wissenschaft, aber Wissenschaft braucht auch die Gesellschaft“. Nur gemeinsam könnten Lösungen für anstehende Fragen entwickelt werden. Dies bestätigte auch der Beauftragte für Bürgerbeteiligung der Stadt Bonn, Dirk Lahmann, der den Nutzen transdisziplinärer Projekte aus der praktischen Perspektive beleuchtete.

Dekan Mauve erläuterte den Forschungsansatz des Fortschrittskollegs und brachte die vielen unterschiedlichen Fragestellungen auf einen Nenner: „Manchmal ist Online-Partizipation erfolgreich, manchmal ist sie es nicht. Für uns Wissenschaftler stellt sich da die Frage nach dem Warum.“

Über die konkreten Erfahrungen bei der inter- und transdiziplinären  Zusammenarbeit berichteten die Promovierenden Katharina Esau und Matthias Liebeck. Sie beschrieben ihre Zusammenarbeit, machten die Fragen und Probleme deutlich, zeigten aber auch, dass die Kooperation durchaus gelingen kann. Die eigene Disziplin erklären zu müssen, führe zu einem gestärkten Bewusstsein für die eigene wissenschaftliche Arbeit, bei dem Versuch, eine gemeinsame Sprache zu finden, würden auch die eigenen Forschungsmethoden permanent hinterfragt. Beide wiesen auch auf die Schwierigkeiten hin, Publikationsorgane zu finden, die inter- und transdisziplinäre Arbeiten annähmen.

Diese Schwierigkeiten waren auch der Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform Gesine Schwan bekannt, die aus eigener Erfahrung auf die Probleme verwies, auf die die Vielfältigkeit der Perspektiven immer wieder stieße. Dennoch sei der trans- und interdisziplinäre Weg eine sinnvolle Schule für mehr Demokratie in einer interkulturellen Welt.

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