15.09.2016 09:28

Gesundheitsberufe lernen zusammen: Düsseldorfer Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert

Von: Susanne Dopheide

15.09.2016 - In Düsseldorf werden Studierende der Medizin und der Pflege zukünftig gemeinsam lernen. Mit 80.000 Euro fördert die Robert-Bosch-Stiftung ab Oktober 2016 für zwei Jahre ein gemeinsames Modellprojekt des Universitätsklinikums Düsseldorf, der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität und der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf zum interprofessionellen Lernen in Gesundheitsberufen.

Das Düsseldorfer Projekt „Interprofessionelles Ernährungsmanagement in der stationären und häuslichen Versorgung" entwickelt eine Lehr-Lerneinheit für Studierende der Medizin und des dualen Studiengangs Pflege und Gesundheit an der Fliedner-Fachhochschule. Mit dem Programm „Operation Team – Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung bundesweit 17 Kooperationsprojekte, die angehende Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten bereits in der Ausbildungsphase an die Kooperation in einem berufsübergreifenden Team vorbereiten sollen.

Das gewählte Thema der Unter- und Mangelernährung ist in der medizinischen Versorgung ein Problem, das häufig unentdeckt bleibt“, sagt Dr. Thomas Rotthoff von der Medizinischen Fakultät. Je besser der besonderere Bedarf eines Patienten, aber auch mögliche individuelle Hindernisse für seine ausreichende Nahrungsaufnahme erkannt sind, je eher kann ein Arzt z.B. eine besondere Ernährung oder Ergänzungsmittel etc. verordnen, so Rotthoff. Die regelhafte Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegenden mit Informationen aus den jeweiligen Berufsperspektiven hilft dem Patienten und verbessert die Therapie. „Genau hier setzt das Projekt an“, erläutert Matthias Grünewald vom Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe der Uniklinik. „Gelungene Kooperation zum Wohl des Patienten muss von allen Berufsgruppen im Gesundheitssystem gelernt und eingeübt werden, das sollte idealerweise bereits in der Ausbildung beginnen.“

In der zu entwickelnden Lehr-Lerneinheit werden die Studierenden aus Medizin und Pflege gemeinsam in der stationären und ambulanten Versorgung das Ernährungsmanagement analysieren und individuelle Versorgungspläne für Patienten zur Sicherung einer ausreichenden Ernährung erarbeiten. „Forschendes Lernen“ nennt man die Methode, die in der geplanten Lehr-Lerneinheit eingesetzt wird, erklärt Prof. Dr. Renate Adam-Paffrath von der Fliedner Fachhochschule. Die Kliniken für Endokrinologie und Diabetologie und für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie sowie das Institut für Allgemeinmedizin ermöglichen dabei als Kooperationspartner in der Uniklinik den Zugang der Lernenden zu den Patienten. Das gemeinsame Lernen von Studierenden der Medizin und Pflege wird zukünftig auf weitere Berufe, wie Physiotherapeuten und weitere Themen ausgeweitet werden.

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