12.09.2019 11:07

Tagung „Neue Ideen für mehr Gesundheit“ in Düsseldorf

Online-Prävention: Was bringen digitale Medien in der Gesundheitsförderung?

By: Redaktion

E-Health gilt als das große Versprechen für die Prävention von morgen. Smartphone-Apps und Telemedizin bieten vielfältige Möglichkeiten, die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern und zu verbessern, von allgemeiner Fitness bis zur gezielten Vorbeugung. Nicht jeder aber findet sich im Netz zurecht und ist in der Lage, ohne persönliche Unterstützung sein Verhalten zu ändern.

Smartphone-Apps bieten vielfältige Möglichkeiten, von allgemeiner Fitness bis zur gezielten Vorbeugung. Trotzdem kommen nicht allein damit allein zurecht. Foto:©georgejmclittle

Das gilt insbesondere für Gruppen, die Prävention in besonderem Maße benötigen, wie Menschen in Armut und Alter oder Menschen mit niedriger Schulbildung. Sie werden durch Smartphone-Apps und spezielle Webseiten schlecht erreicht. Daher gilt es, diese Angebote in komplexe Programme zu einzugliedern, die in einem Umfeld durchgeführt werden, das auch diese Gruppen ansprechen kann. Das Thema Digitalisierung im Gesundheitsbereich ist ein Schwerpunkt der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie, die vom16. bis 18. September an der Heinrich-Heine-Universität stattfindet.

"Ein Beispiel, das zeigt, wie man die Zielgruppe erreichen kann, ist das "Fit im Nordwesten"-Programm zur Bewegungsförderung bei Älteren (65 - 75 Jahre). Hier wird derzeit die Nutzung einer Webseite bzw. Smartphone-App zur Bewegungsförderung im Vergleich zu einem papierbasierten Angebot untersucht", sagt Prof. Fr. Claudia Pischke. Beide E-Health-Angebote sind Teil des Programms und werden um wöchentliche Gruppentreffen in Stadtgemeinden ergänzt, an denen Teilnehmer, beispielsweise im Rahmen von Stadtteilspaziergängen, gemeinsam körperlich aktiv werden.

"Eine erfolgreiche Umsetzung muss sich primär an der Bereitschaft der Zielgruppe, ein Angebot tatsächlich zu nutzen, orientieren", erläutert Prof. Dr. Nico Dragano, Tagungspräsident und Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie. Ein Beispiel dafür ist das Projekt PragmatiKK. Hier werden Lösungen zur Stressprävention in Kleinst- und Kleinbetrieben untersucht. Die Gründe für mangelnde Stressprävention sind vielfältig und nachvollziehbar: fehlendes Wissen, Zeitmangel oder Angst vor zusätzlichem Aufwand. Verständlich, wenn Eigentümer zugleich Manager sind, und alles in einer Hand liegt. "Hier gilt es einen kostengünstigen, flexiblen Zugang zu finden, der keinen großen organisatorischen Aufwand bedeutet", sagt Dragano, "Das können in diesem Fall auch webbasierte Lösungen sein."

Ein Forum für die Vorstellung weiterer innovativer Beispiele für E-Health und anderer präventive Angebote, aber auch für die kritische Diskussion wird die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie bieten. Die Tagung hat das Motto "Neue Ideen für mehr Gesundheit" und findet am Universitätsklinikum Düsseldorf statt. Veranstalter ist das Institut für Medizinische Soziologie.

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