07.03.14 15:01

Jahrestreffen des „Forschungsnetzwerkes Liquid Democracy“

Online-Plattform für kooperative Entscheidungsfindung

By: Ina Gawel

07.03.2014 – Das dritte Jahrestreffen des Forschungsnetzwerkes Liquid Democracy (FoLD) fand am 6. und 7. März in Düsseldorf statt. Ausgerichtet wurde die Tagung von der interdisziplinären Forschungsgruppe „Internetvermittelte Kooperative Normsetzung“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Zusammenarbeit beider Gruppen besteht seit über zwei Jahren.

Auf dem dritten Jahrestreffen des Forschungsnetzwerkes Liquid Democracy wurde über Anwendungsmöglichkeiten internetgestützter Partizipationsinstrumente diskutiert. (Foto: Thomas Spitzlei)

In Düsseldorf diskutierten Informatiker, Sozialwissenschaftler, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler über aktuelle Projekte und Erfahrungen mit internetgestützten Partizipationsinstrumenten. Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch über die Arbeit mit dem Programm „Adhocracy“, einer Online-Plattform zur Einbeziehung verschiedener Personengruppen in Entscheidungsprozesse auf basisdemokratischer Grundlage. „Adhocracy“ funktioniert folgendermaßen: Die Benutzer geben zu einem festgelegten Thema Vorschläge und Ideen ab. Diese wiederum können kommentiert und bewertet werden. So wird es möglich, Trends zu erkennen und eine Entscheidung auf die Wünsche der involvierten Mehrheit hin abzustimmen.

Am ersten Tag lag der Schwerpunkt vor allem auf den bisherigen Entwicklungen und Erfahrungen, die die Experten aus ganz Deutschland mit „Adhocracy“ gesammelt haben. Dabei präsentierten unter anderem Vertreter des „Karlsruhe Institute of Technology“ (KIT) und des Landesverbands der Grünen in NRW Projekte, die mithilfe von „Adhocracy“ eine größere Möglichkeit zur individuellen Partizipation ermöglicht haben. Wichtig war der kritische Austausch über die Erfahrungen: über Anwendungsproblematiken, benutzerdefinierte Vorteile und den Erfolg der Beispiele.

Der Freitag wurde für die Ausblicke auf die weitere Entwicklung und Anwendung der Liquid Democracy in Form von „Adhocracy“ genutzt.

Die Anwendungsbeispiele zeigten, dass die Online-Plattform in verschiedenen Bereichen erfolgreich eingesetzt werden kann: Das KIT band Studierende und Dozierende bei der Suche nach einem Campus-Leitbild mit ein. Liquid Democracy e.V. wiederum hat aktuell ein Pilotprojekt online gestellt, in dessen Rahmen verschiedene Architekturentwürfe der Berliner Senatsverwaltung kommentiert werden können. Interessant ist das Programm auch für Studierende: Das Studierendenparlament (Skuba) der Universität Basel wickelt über „Adhocracy“ Anträge und Beschlüsse ab.

Kontakt

Dr. Tobias Escher
Institut für Informatik
Tel.: 0211/81 11635
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