Düsseldorfer Schule für Literatur
und Kritik im Sommersemester 2013
Kompetenter Umgang mit Literatur
schriftlich – mündlich – praktisch
Flyer hier zum Download
Literatur zwischen Marktzwängen und Originalität / Besuch der Frankfurter BuchmesseDie Benennung der Heinrich-Heine-Universität nach dem geistreichen Dichter und scharfsinnigen Kritiker ist Anspruch und Verpflichtung zugleich. Das Zentrum Studium Universale der Heinrich-Heine-Universität, das Heine-Institut und das Literaturbüro NRW der Stadt Düsseldorf bieten deshalb mit der "Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik" eine neue und innovative Veranstaltungsform an, die ihren Besuchern und Gästen Kompetenz und Leidenschaft im Umgang mit Literatur vermitteln will: Neben die klassische Autorenlesung soll die inhaltlich fundierte und methodisch geleitete Literaturkritik treten, so dass der Umgang mit Literatur in Düsseldorf erweitert wird. Ziel und Leitidee der "Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik" ist es, dass die Studierenden und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Düsseldorf über das Wahrnehmen von Literatur in Lektüren und klassischen Lesungen hinausgehend literarische Werke methodisch bewerten und beurteilen lernen und damit insgesamt eine reflexive Haltung zur Literatur erwerben und entwickeln. Eine solche Haltung zur Literatur einnehmen zu können erscheint uns als ein konstitutives Merkmal einer modernen „bürgerlichen Öffentlichkeit“. Hat sich die "Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik" bisher der Kritik und dem Einnehmen einer Haltung zu literarischen Texten ex post, also nach Veröffentlichung der Werke, gewidmet, soll dies nun ex ante erfolgen. Dies bedeutet, dass die Binnenperspektive von Literatur in ihrem Entstehungsprozess beleuchtet und kennengelernt werden soll. Diesem Vorgehen liegt die These zu Grunde, dass das Verstehen der Rahmenbedingungen von Literatur eine wichtige Voraussetzung für einen professionellen Umgang mit ihr und dem Einnehmen einer reflektieren Haltung zu ihr ist. Denn Literatur entsteht im Zusammenwirken verschiedener Akteure (neben dem Literaturkritiker ist das auch der Verleger und der Lektor) und Praktiken (Selektion, Wertung, Kanonisierung) des literarischen Feldes (Pierre Bourdieu). Ex ante bedeutet in diesem Kontext, dass dieses Mal neben der Beschäftigung mit einem teilnehmenden Autor (und seinem Werk) auch speziell der Lektor des Autoren und dessen Einfluss auf das literarische Wirken des Autors im Mittelpunkt der Workshops stehen wird.
1. Workshop: 11. Mai 2013 10-17 h
Am 1. Workshoptag werden die Teilnehmer zunächst einen Impulsvortrag von dem Autoren Markus Orths hören "Wie antizipiert und setzt ein Autor die Vorschläge und Kritik eines Lektorats um?". Anhand eines Manuskript-Auszugs von Markus Orths werden die Teilnehmer dann die Autoren-Perspektive einnehmen und selber an einem un-lektorierten Text arbeiten. Abschließend wird Markus Orths dialogorientiert die ästhetischen und poetologischen Prinzipien seines Schreibens erklären.
2. Workshop: 25. Mai 2013 10-17 h
Am 2. Workshoptag wird Dagmar Fretter (ehemals u.a. Schöffling&Co., jetzt Kunststiftung NRW) mit einem Impulsvortrag "Warum und zu welchem Zweck gibt es ein Lektorat?" in das Thema einführen. Dann erhalten die Studierenden das Manuskript aus einem Roman Markus Orths, das die Teilnehmer bereits im 1. Workshop kennengelernt haben, jetzt aber mit den Kommentaren und Korrekturvorschlägen des Lektorats. Die Teilnehmer gestalten dann entsprechend des Impulsvortrags das kommentierte Manuskript um und stellen ihre Arbeiten vor bzw. diskutieren diese mit der Lektorin.
weitere Veranstaltung: Oktober 2013
An einem gemeinsam vereinbarten Termin fahren die Teilnehmer für einen Tag auf die Frankfurter Buchmesse. Mit diesem Besuch bei der Frankfurter Buchmesse wird die Möglichkeit genutzt, die das Werk und die Autoren maßgeblich beeinflussenden Akteure des Literaturbetriebs (Verlage, die literarische Öffentlichkeit, Medien, Kritiker, Autoren, andere Leser) durch eigenes Erleben, Sehen und Wahrnehmen noch besser zu begreifen. Denn v.a. auf einer Buchmesse kann der Literaturmarkt in seinen Einflüssen auf Autoren und Bücher studiert werden.
Autor und Lektorin
Autor: Markus Orths Markus Orths studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik. Er lebt als Autor in Karlsruhe. Seine Erzählungen und Romane wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem gewann er im Jahr 2000 den open mike der Literaturwerkstatt Berlin, einen der wichtigsten Literaturwettbewerbe für junge Schriftsteller. Seine Romane sind bislang in achtzehn Sprachen übersetzt.
Lektorin: Frau Dagmar Fretter Dagmar Fretter war u.a. als Lektorin beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, beim Eichborn Verlag, bei der Frankfurter Verlagsanstalt und den Verlagen Hoffmann und Campe und Schöffling & Co. beschäftigt. Seit 2009 ist sie Fachbereichsleiterin des Bereichs Literatur/Öffentlichkeitsarbeit bei der Kunststiftung NRW in Düsseldorf.
Ort:
Der Veranstaltungsort ist jeweils das Heinrich-Heine-Institut der Stadt Düsseldorf, Bilker Str. 12-14, 40215 Düsseldorf. Die Bilker Str. erreichen Sie über den Carlsplatz. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie das Institut von den Haltestellen
Heinrich-Heine-Allee (Linien U 74, 75, 76, 77, 78, 79); Benrather Straße / Kasernenstraße (703, 706, 712, 713, 715); Poststraße (704, 709, 719) jeweils in wenigen Minuten.
Anmeldung erwünscht unter Mailadresse:
| Dr. Christoph auf der Horst |
studium-universale@uni-duesseldorf.de | |
Eine Anmeldung für Studierende erfolgt via
HIS-LSF oder per E-Mail.
Letzte Änderung: 30.04.2013, 16:30

