Streikinfo 3

 

Bilanz der ersten Streikwoche

 

Seit Montag befinden sich die Beschäftigten aller sechs NRW Standorte im Streik. Mit jedem Tag werden die Auswirkungen deutlicher. In den anderen Düsseldorfer Kliniken ist das Patientenaufkommen deutlich erhöht.

 

Jeden Tag erweitert sich der Kreis der Streikteilnehmenden. Waren es zu Beginn der Woche hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) die Kolleginnen und Kollegen aus der Küche, dem Transportdienst, der Technik, der Hauswirtschaft, sind im Laufe der Woche viele dazugekommen: Aus dem Versorgungsdienst, den Ambulanzen, von Aufnahmen, aus der DV Abteilung, den Laboren, aus der Anästhesie, aus den Instituten, der Pathologie usw. Die Effekte sind ebenso vielfältig wie unübersehbar: Inzwischen werden in Augen- und Frauenklinik ausschließlich Notfälle operiert. In der Chirurgie ist der Betrieb deutlich eingeschränkt. In der Wäscherei türmen sich die Berge schmutziger Wäsche, Materiallager sind leer, in der MNR sind Aufnahme und interner Transport im Streik. Diese Liste läst sich noch viel weiter fortführen. Die Patientenzahlen sind zurückgegangen. Ohne die Beschäftigten wird kein Geld verdient!

Wären fünf Jahre Gespräche mit den kaufmännischen Direktoren, zahlreiche Aktionen und Warnstreiks nicht ergebnislos geblieben, hätte diese Zuspitzung vermieden werden können. So bleibt uns keine andere Möglichkeit als durch Streik einen Tarifvertrag zu erzwingen. Wir brauchen uns nicht vorwerfen zu lassen, wir handelten leichtfertig. Wenn der ärztliche Direktor Herr Tarnow behauptet, ein Streik im Krankenhaus ist unethisch und unmoralisch, so stellen wir fest: Wirklich unmoralisch ist es, durch Arbeitszeitverlängerungen noch mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit zu treiben, die Beschäftigten im Klinikum bis zum Umfallen zu belasten und sie auch noch schlechter zu bezahlen! Wir wissen: Wir kämpfen für eine gerechte Sache!

Darum rufen wir heute Freitag, den 17.02. 2006, weiterhin alle Beschäftigte zum Streik auf!

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute Kundgebung und Demo - 150 Kölner kommen zu Besuch!

 

Um elf Uhr werden wir uns heute auf dem Moorenplatz am Streikzelt zu einer Kundgebung versammeln. Unter anderem sprechen wird Sylvia Bühler, die Leiterin des Bereiches Krankhäuser in NRW. Sie wird über den aktuellen Stand an den fünf anderen Standorten informieren. Anschließend werden wir zusammen mit den Streikenden der UK Köln (sie bedanken sich mit diesem Gegenbesuch für unserer Unter-stützung am Dienstag) eine Demonstration über das Klinikgelände durchführen.

 

So geht es die nächsten Wochen weiter...

 

Am Wochenende wird der Streik ausgesetzt. Für Samstag und Sonntag gibt es keine Aufrufe. Am Montag, dem 20.02., werden wieder alle Beschäftigten zum Streik aufgerufen. Um halb acht Uhr morgens machen wir uns dann mit mindestens drei Bussen auf nach Duisburg. Dort findet anlässlich der Arbeitszeitgespräche mit dem kommunalen Arbeitgeberverband NRW eine Kundgebung statt. Aus allen Klinikstandorten werden Streikende kommen! Nach der Kundgebung geht es dann in eine Halle zum gemein-samen Streikfrühstück. Wir erwarten mehrere Hundert Streikende aus den anderen Uniklinika! Mittwoch werden wir den Aachenern einen Besuch abstatten. Über die Karnevalstage werden wir dann den Arbeitgeber Gelegenheit zum Nachdenken geben und eine Streikpause einlegen. Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei, sondern es geht weiter!