Bilanz der ersten Streikwoche
Seit Montag befinden sich
die Beschäftigten aller sechs NRW Standorte im Streik. Mit jedem Tag werden
die Auswirkungen deutlicher. In den anderen Düsseldorfer Kliniken ist das
Patientenaufkommen deutlich erhöht.
Jeden Tag erweitert
sich der Kreis der Streikteilnehmenden. Waren es zu Beginn der Woche
hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) die Kolleginnen und Kollegen
aus der Küche, dem Transportdienst, der Technik, der Hauswirtschaft, sind
im Laufe der Woche viele dazugekommen: Aus dem Versorgungsdienst, den
Ambulanzen, von Aufnahmen, aus der DV Abteilung, den Laboren, aus der
Anästhesie, aus den Instituten, der Pathologie usw. Die Effekte sind ebenso
vielfältig wie unübersehbar: Inzwischen werden in Augen- und Frauenklinik
ausschließlich Notfälle operiert. In der Chirurgie ist der Betrieb deutlich
eingeschränkt. In der Wäscherei türmen sich die Berge schmutziger Wäsche,
Materiallager sind leer, in der MNR sind Aufnahme und interner Transport im
Streik. Diese Liste läst sich noch viel weiter fortführen. Die
Patientenzahlen sind zurückgegangen. Ohne die Beschäftigten wird kein Geld
verdient!
Wären fünf Jahre
Gespräche mit den kaufmännischen Direktoren, zahlreiche Aktionen und
Warnstreiks nicht ergebnislos geblieben, hätte diese Zuspitzung vermieden
werden können. So bleibt uns keine andere Möglichkeit als durch Streik
einen Tarifvertrag zu erzwingen. Wir brauchen uns nicht vorwerfen zu
lassen, wir handelten leichtfertig. Wenn der ärztliche Direktor Herr Tarnow
behauptet, ein Streik im Krankenhaus ist unethisch und unmoralisch, so
stellen wir fest: Wirklich unmoralisch ist es, durch
Arbeitszeitverlängerungen noch mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit zu
treiben, die Beschäftigten im Klinikum bis zum Umfallen zu belasten und sie
auch noch schlechter zu bezahlen! Wir wissen: Wir kämpfen für eine gerechte
Sache!
Darum rufen wir heute Freitag, den 17.02.
2006, weiterhin alle
Beschäftigte zum Streik auf!