Streikinfo 1

 

Der erste Tag am UKD

 

Über 500 Beschäftigte haben sich beteiligt. Zum Teil wurden erhebliche Auswirkungen erzielt. In einigen Bereichen ging gar nichts mehr.

 

Wer gestern über das Gelände des Uniklinikum Düsseldorf ging, den überkam ein Feiertagsgefühl. Von der üblichen Betriebsamkeit war kaum etwas zu merken. Es waren  nur wenig Fahrzeuge des Transportdienstes unterwegs. Wenn keine Streikbrecher eingesetzt worden wären, dann hätten sogar keine Fahrzeuge die Garagen verlassen. Der Reinigungsdienst arbeitete nur sehr eingeschränkt, ebenso wie die Technik. Die Küche fuhr lediglich ein Notprogramm, die Personalkantine blieb geschlossen

 

Sechs OP Tische geschlossen

 

Auch im OP Bereich waren deutliche Auswirkungen zu spüren. In der Chirurgie konnten nur vier der üblicherweise 10 Tische betrieben werden. Der Grund: Viele Kolleginnen und Kollegen der Anästhesie hatten sich am Streik beteiligt. Etliche Aufnahmen  waren unbesetzt, insbesondere  die dert Hautklinik und der MNR. Einige Ambulanzen waren stark eingeschränkt. Auch aus der Verwaltung (hier haben u.a. die DRG Erfassungskräfte gestreikt) und der Personalabteilung, haben sich Beschäftigte beteiligt. Auszubildende der Krankenpflegeschule haben sich klassenweise an den Aktionen beteiligt und das Streikzelt besucht.

 

Patienten zeigen Verständnis

 

Vielen einbestellten Patientinnen und Patienten wurde rechtzeitig abgesagt, bzw. sie sind erst gar nicht erschienen. Bei Anrufen zeigen die betroffenen Patienten Verständnis für die Situation: Von Ärger, den vielleicht viele erwartet haben, keine Spur.

 

Wir machen weiter und kämpfen für unseren Tarifvertrag. Am Dienstag, den 14.02, werden weiterhin alle Beschäftigten zum Streik aufgerufen. Auch am Mittwoch wird das so sein. Erste Meldungen zeigen, das sich der Streik ausweitet und sich mehr Bereiche anschliessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Streiks auch an den anderen Unikliniken in NRW

 

Ebenso wie in Düsseldorf sind die Beschäftigten an den Standorten in Aachen, Bonn, Essen, Köln und Münster aufgerufen. Auch hier kam es jeweils zu erheblichen Auswirkungen. Insgesamt waren am ersten Tag 2.700 Menschen im Streik.

 

Ellen Paschke: 18  Minuten am Tag sind zwei Jahre im Leben!

 

Um 9:30 Uhr fand am Streikzelt eine Kundgebung statt, auf der Ellen Paschke vom ver.di Bundesvorstand zu den Streikende sprach. Kollegin Paschke machte in ihrer Rede deutlich, dass es in dieser Auseinandersetzung um viel mehr geht, als nur um wenige Minuten Mehrarbeit am Tag, wie es die Arbeitgeber ja immer wieder gerne behaupten. „Wir stehen hier vor einer Richtungsentscheidung. Die Arbeitgeber wollen das Rad der Arbeitszeit zurückdrehen. Das werden wir nicht mitmachen. Weder für die Beschäftigten und schon gar nicht für die Erwerbslosen ist dies zumutbar. Arbeitzeitverlängerungen vernichten Arbeitsplätze“.

 

Wenn an unsere Klinik alle 41 Stunden statt 38,5 arbeiten würden, dann könnten viel weniger Auszubildende übernommen werden. Wir wollen jedoch eine Zukunft für unsere Jugend!