Richtig Beobachten

Ziel

Die Tutanden sollen erkennen, dass gemeinsam entwickelte Kriterien helfen können, Beobachtung systematisch und objektiv ablaufen zu lassen. Ausserdem sollen sie anschliessend selber in der Lage sein, solche zu erstellen.

Zeitbedarf

10 - 20 Minuten

Gruppengrösse

20 - 30 Teilnehmer

Durchführung

Nennt den Tutanden in der vorherigen Stunde die Links zu den Webseiten, in denen die wissenschaftliche Methode "Beobachtung" erklärt wird. Es ist sinnvoll, diese Texte im Stillen lesen zu lassen und nicht im Tutorium zu besprechen, da sie sich eher zur Einzellektüre eignen und die Tutanden ausserdem im Internet auch noch andere Verweise und Beispiele finden.

Ziel der heutigen Stunde ist es, einen Beobachtungsbogen zu entwickeln, der helfen soll, das Beobachten systematisch und objektiv ablaufen zu lassen . Dazu müssen vorher Kriterien für die Beobachtung entwickelt werden, z.B. Was soll beobachten werden?, Wie... ?, etc.

Theorieteil:
Schritt 1: Rückfragen klären
1. Frage: Wer hat noch Rückfragen zu den Texten?
Klärt diese Fragen. Gut ist es an dieser Stelle, solche Fragen zurück ins Plenum zu geben, um die Auseinandersetzung mit der Materie zu fördern.

Schritt 2: Zusammenfassen lassen
2. Frage: Kann bitte einer von euch, die wichtigsten Aussagen zusammenfassen?
Bedankt euch bei dem Tutanden und lasst falls nötig, ergänzen.

Schritt 3: Anwenden auf das Tutorium
3. Frage: Was heißt das nun für unser Seminar? Welche Fragen müssen wir uns stellen, um in unserem Tutorium eine systematische Beobachtung vornehmen zu können?
Gebt eine Beispielfrage vor.
Beispielfragen:
Welche Kategorisierung benutzen wir?
Welchen Code benutzen wir?
Visualisiert die Nennungen der Tutanden auf der Flipchart, Folie, Tafel o.ä. und erstellt eine Checkliste mit Fragen, die nachher Grundlagen für die weitere Bearbeitung sein werden.

Schritt 4: Kleingruppenarbeit
Bildet zu jeder Gruppe eine Kleingruppe à 3-5 Tutanden und lasst sie nach ca. 15-20 min., ihre Ergebnisse präsentieren. Rechnet mit ca. 5 min. Präsentationszeit pro Gruppe und teilt den Tutanden diese Zeit am Anfang mit.

Schritt 5: Zusammenfügen der Ergebnisse- Ziel: Beobachtungsbogen
Dazu kann auch gehören, dass anschließend Ergebnisse noch mal überdacht werden müssen, da die Ergebnisse sich widersprechen. Z.B. passt der Code der einen Gruppe, nicht zu der Kategorisierung der anderen Gruppe. Das könnt ihr abhängig vom erwarteten Diskussionsaufwand in der Kleingruppe erarbeiten oder wenn es recht überschaubar ist, im Plenum. Ziel der Gespräche sollte hier allerdings schon der im nächsten Schritt fertiggestellte Beobachtungsbogen sein.

Schritt 6: Endgültige Präsentation
Präsentation der endgültigen Ergebnisse und des fertigen Beobachtungsbogens im Plenum. Dabei ist darauf zu achten, dass diese entweder von allen abgeschrieben werden und/oder in Papierform für alle erhältlich sind (vor allem, wenn ein Tutand diese Stunde gefehlt hat). Kopierte Vorlagen des Beobachtungsbogens sind bei mehr als zwei Beobachtungen, unerlässlich.

Es kann auch durchaus noch vorkommen, dass noch neue Regelungen getroffen werden müssen, oder alte ergänzt.
Idealerweise macht ihr, bevor ihr die Unterlagen kopiert und die Regeln verkündet, einen Beobachtungs- Probelauf und checkt eure Beobachtungsunterlage auf Brauchbarkeit und Einfachheit.

Anmerkung

Bei der Erarbeitung eurer Kriterien solltet ihr systematisch und bedacht vorgehen. Im Vordergrund steht deren Zweck, euch die Arbeit, bei der anschliessenden Beobachtung zu erleichtern und objektiv zu beurteilen.
Diese sollte frei nach Einstein "[...] so einfach wie möglich gemacht werden, aber nicht einfacher."
Achtet also darauf, dass jede Kriterie von jedem verstanden wurde. Hilfreich ist es am Ende der Stunde, hierzu die Eigenschaften und den Nutzen der Kriterien von den Tutanden beschreiben zu lassen (auch im Sinne des Probelaufs).

Das Videotraining mit anschliessender Auswertung, dass erfahrungsgemäß nach Interessenlage auch gerne zwei Doppelstunden einnehmen kann, wird dadurch strukturiert und auch nach eintretender Müdigkeit, ergebnisbezogen.

Für manche mag dieser Ausflug in die Psychologie vielleicht etwas abenteuerlich sein, er vermittelt allerdings fundierte wissenschaftliche Methodenkenntnis, die einem im Umgang mit Menschen immer zunutze sein kann.

Material/Unterlagen

Folien, etc. (Visuliasierung), kopierte Beobachtungsbögen

Varianten

Im Moment ist noch keine Variante vorhanden. Ideen und Vorschläge bitte per Formular oder Mail an uns. (s. Ende der Seite)

Quellen und weiterführende Literatur

Stangl, W.: Die Beobachtung. In :stangl-taller.at. Linz 2000. Online verfügbar unter: Die Beobachtung [30.08.2004]
Keller, R., Ludwig-Mayerhofer, W.: Beobachtung (eng.: Observation). In ILMES- Internet-Lexikon der Methoden der empirischen Sozialforschung Siegen 1999. Online verfügbar unter: Beobachtung (engl.: Observation) [30.08.04]
Wikipedia-die freie Enzyklopädie: Beobachtung. In: Wikipedia- die freie Enzyklopädie Online verfügbar unter: Beobachtung. Florida 2004. [30.08.04]

Bearbeitung

Julia Piechowska (08/04)