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Westdeutsche Zeitung vom 9. Februar 2006
Viel Fortuna für die Uni
Orchester und Chor der Heine-Uni feierten ihr 40-jähriges Bestehen
Von Claudia Bell
Wenn man erst einmal mit dem Feiern anfängt, mag man in der Regel nicht mehr so schnell damit aufhören. Das dachten sich offenbar auch die Organisatoren, die das Konzert-Programm zu Ehren der Heine-Universität zusammengestellt hatten. Und so dauerte das Konzert in der ausverkauften Tonhalle etwas mehr als drei Stunden – und war damit entschieden zu lang.
Gleichwohl entschädigte die sehr gute Leistung der Ensembles für das lange Sitzen. Für den ersten Teil hatte sich Dirigentin Silke Löhr (wie immer enthusiastisch und mit stringentem Dirigat) die Sinfonie-Kantate op. 52 „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy ausgesucht. Das Orchester stimmte gleich sehr kraftvoll in den 1. Satz der Sinfonie ein und arbeitete das Eingangsthema „Alles, was Odem hat“ durch die ganze Sinfonie schön heraus.
Etwas hektisch war dagegen der 2. Satz. Silke Löhr hatte das „un poco agitato“ ein wenig zu wörtlich genommen, und so geriet der zu rasche Walzer im Allegro leider etwas ins Straucheln. Auch im ersten Chorsatz des Mendelssohn’schen Werkes wählte die Dirigentin ein überaus flottes Tempo, dem der Uni-Chor allerdings mühelos folgen konnte. Überhaupt boten Chor und Orchester an diesem Abend ein sehr stimmiges und einheitliches Gesamtbild und machten ihrem guten Ruf als Offizieller Botschafter des Landes NRW 2005 alle Ehre.
Auch die Solisten Dorothee Wohlgemuth (Sopran), Ulrike Kamps-Paulsen (Alt/Mezzosopran) und Markus Francke (Tenor) boten eine überzeugende Leistung. Besonders lyrisch bezauberte das Solo „Ich harrete des Herrn“ der beiden Frauenstimmen im Wechsel mit dem Chor.
Der 1990 gestorbene und aus Litauen stammende Aaron Copland gilt für manche als „der“ amerikanische Komponist schlechthin, und so ist denn auch sein Werk „Rodeo“ ein Paradebeispiel für Musik, in der klassische Elemente des Jazz wie synkopierte Rhythmen, aber ach Musik der amerikanischen Siedler verarbeitet sind. Spritzig und rasant bot das Orchester zwei Sätze daraus und verdeckte mit seiner homogenen Spielweise auch kleinere Schwächen in der Blechbläsergruppe.
Das Glück besang der Chor zum Abschluss des Abends in Auszügen aus Carl Orffs „Carmina Burana“, in dem beide Ensembles noch einmal ihre ganze Kraft zeigten und das Publikum bei „Were diu werlt alle min“ noch einmal kräftig mitsummen ließen. |