Das Institut
Das Institut für Medizinische Soziologie in Düsseldorf widmet sich verschiedenen Aufgaben der Lehre und Forschung in der Medizinischen Fakultät. Als wissenschaftliche Disziplin untersucht die Medizinische Soziologie zum Einen die gesellschaftlichen Einflüsse auf die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten (Soziologie in der Medizin). Sie erforscht dabei insbesondere Auswirkungen unterschiedlicher sozialer Situationen von Menschen auf Gesundheit und Krankheit.
Zur sozialen Situation eines Menschen zählt unter anderem die Bildung, die Erwerbssituation, die Familienstruktur sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Zum Anderen befasst sie sich mit der Erforschung der verschiedenen Bereiche medizinischer Versorgung, einschließlich der Beziehungen zwischen Heilberufen und Patienten, vor allem der Arzt – Patient - Beziehung (Soziologie der Medizin).
In Forschung und Lehre steht das Institut für Medizinische Soziologie in enger inhaltlicher und institutioneller Verbindung mit dem Zusatzstudiengang Public Health, dessen Leitung dem Institutsdirektor von der Medizinischen Fakultät übertragen worden ist. Public Health als wissenschaftliches Programm beschäftigt sich in Ergänzung zur Individualmedizin mit der Verteilung, den Ursachen und der Vorbeugung von weit verbreiteten Krankheiten in der gesamten Bevölkerung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Entwicklung und Verbesserung der medizinischen Versorgung ein.
Versorgung der Patienten
Das Institut für Medizinische Soziologie leistet über seine Ergebnisse aus der angewandten, kliniknahen Forschung indirekt einen Beitrag zur weiteren Entwicklung der medizinischen Versorgung. Beispiele sind die Erhebung gesundheitsbezogener Lebensqualität bei verschiedenen Patientengruppen, die Ergänzung medizinischer Anamnese- und Prognoseverfahren um psychosoziale Aspekte sowie die Entwicklung von Indikatoren zur Erfassung der Versorgungsqualität. Ferner ergeben sich aus den Forschungen praktische Anregungen für die Organisations- und Personalentwicklung (Mitarbeiterbefragungen, ggf. Moderation und Evaluation).
Forschung und Lehre
Das Institut für Medizinische Soziologie bearbeitet zwei Forschungsschwerpunkte:
Thema des ersten Schwerpunkts sind "soziale Einflüsse auf Entstehung und Verlauf chronischer Erkrankungen im mittleren und höheren Lebensalter". Dabei wird der Einfluss psychomentaler und sozioemotionaler Belastungserfahrungen am Arbeitsplatz (sog. Stressforschung) mit besonderer Intensität untersucht. Hierzu werden epidemiologische Untersuchungen in der Bevölkerung und in Betrieben durchgeführt.
Den zweiten Forschungsschwerpunkt des Instituts, insbesondere im Funktionsbereich Public Health, bildet die Versorgungsforschung. Außerdem werden die Wirkungen neuer Behandlungsformen der Medizin auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten untersucht. Hierbei wird die enge Zusammenarbeit zwischen sozialwissenschaftlicher Forschung und klinischer Medizin, aber auch von Forschung und Gesundheitspolitik besonders deutlich.
Die Medizinische Soziologie wirkt bei der Ausbildung für Ärzte entsprechend der Studienordnung als Pflicht-, Wahlpflicht- und Querschnittsfach mit. Darüber hinaus gestaltet sie den seit 1991 an der Medizinischen Fakultät eingerichteten postgradualen Studiengang "Public Health" entscheidend mit und beteiligt sich an der Fort- und Weiterbildung von Ärzten und anderen Gesundheitsberufen.
