12.12.16 11:00

Else-Kröner-Fresenius-Stiftung fördert gemeinsames Projekt von Psychologen und Gynäkologen

Musik unterstützt gynäkologische Eingriffe

Von: Arne Claussen

12.12.2016 – Psychologen und Mediziner der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) untersuchen zusammen mit Kollegen des HELIOS-Universitätsklinikums Wuppertal, welche positiven Einflüsse eine begleitende Musiktherapie bei gynäkologischen Eingriffen hat. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „POLKA und LIMBO – Der Einfluss von Musikbegleittherapie bei gynäkologischen Maßnahmen“ wird nun von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung für zwei Jahre mit insgesamt rund 130.000 Euro gefördert.

Logo der MAGIC-Forschungsgruppe, eines gemeinsamen Projekts des Instituts für Experimentelle Psychologie der HHU, der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Düsseldorf und der Frauenklinik des HELIOS-Universitätsklinikums Wuppertal.

In der Frauenklinik der UKD liegt eine Patientin am Wehenschreiber (CTG), während die Geburt ihres Kindes eingeleitet wird. Über Kopfhörer hört sie die beruhigenden Klänge von ‚Air‘ von Johann Sebastian Bach. „Wir nutzen Musik, um bei den Patientinnen während des Einleitungsprozesses – welcher oft lange und nervenaufreibend sein kann – die Angst und Anspannung vor der bevorstehenden Geburt zu lindern“, so Psychologin Dr. rer. nat. Nora Schaal vom Institut für Experimentelle Psychologie der HHU. 

Bereits in anderen medizinischen Feldern wie der Kardiologie oder der Zahnmedizin hat sich gezeigt, dass Patienten von einer die Behandlung begleitende Musiktherapie profitieren. Eine solche Intervention kann Ängste, Stress und Schmerzen lindern und erhöht somit die Zufriedenheit der Patienten. In einer neuen Studienreihe soll nun untersucht werden, in wieweit eine Musiktherapie auch positive Einflüsse bei gynäkologischen Eingriffen haben kann.

Bei den Studien in der Frauenklinik haben die Patientinnen die Möglichkeit, Musik aus vier verschiedenen Genres (Klassik, Jazz, Meditation und Lounge) zu wählen. Die Musik wird ihnen dann an bestimmten Zeitpunkten der Geburtseinleitung oder während eines operativen Eingriffs über Kopfhörer präsentiert.

Ein interdisziplinäres Team um Dr. Nora Schaal, Dr. Philip Hepp (Frauenklinik des HELIOS-Universitätsklinikums Wuppertal) und Prof. Dr. Tanja Fehm (Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des UKD) haben sich dazu zur interdisziplinären „MAGIC-Group“ (Music And Gynecology – Investigating Clinical effects) zusammengeschlossen. Sie wollen das Angst-, Stress- und Schmerzerleben während Port-Katheter-Operationen (POLKA-Studie) und während einer Geburtseinleitung (LIMBO-Studie) anhand subjektiver und objektiver Parameter bestimmen. Darüber hinaus erheben sie, in wieweit die begleitende Musikintervention eine positive Auswirkung auf den medizinischen Ausgang der Behandlungen hat.

Langfristige Hoffnung ist es, dass die Musikbegleittherapie als effektive und kostengünstige Ergänzung in den klinischen Alltag in der Frauenheilkunde eingeführt werden kann.

Else-Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS)

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung dient der Förderung medizinischer Wissenschaft und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Ein Schwerpunkt der EKFS ist es, junge Antragsteller auf dem  Weg zu wissenschaftlicher Selbstständigkeit zu fördern.

Die Stiftung fördert die POLKA- und LIMBO-Studie für die kommenden zwei Jahre mit einem Betrag von 128.904 Euro.

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