04.03.17 12:00

Düsseldorfer Forscher von Alzheimer Forschung Initiative ausgezeichnet

Künstliche Amyloid-Plaques erforschen: Erwin Niehaus-Preis geht an Alexander Büll

Von: Redaktion: Arne Claussen

04.03.2017 – Jun.-Prof. Dr. Alexander Büll von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist am gestrigen Freitagabend mit dem Erwin Niehaus-Preis der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) geehrt worden. Das Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro kommt seinem Grundlagenforschungsprojekt „Untersuchung von künstlichen Amyloid-Plaques“ zugute.

Jun-Prof. Dr. Alexander Büll (rechts) erhielt am 3. März den Erwin Niehaus-Preis der Alzheimer Forschung Initiative e.V.. Es gratulieren (v.l.): Carl Michael Eichler, Erwin Niehaus (beide Niehaus-Stiftung) und Dr. Ellen Wiese (AFI Vorstandsmitglied). (Foto: Alzheimer Forschung Initiative e.V.)

In den Gehirnen von Alzheimer-Patienten finden sich Proteinablagerungen, die so genannten Amyloid-Plaques. Diese Plaques bestehen aus sehr feinen Proteinfasern, den Beta-Amyloid Proteinen. In den vergangenen Jahren wurden viele Untersuchungen zur Faserbildung durchgeführt. Wie aus den Fasern aber Plaques werden, wurde hingegen noch nicht im Detail analysiert. Das möchte Jun.-Prof. Dr. Alexander Büll vom Institut für Physikalische Biologie der HHU ändern.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wird Alexander Büll künstliche Amyloid-Plaques im Reagenzglas erzeugen. „Dabei sollen sich die Proteinfasern innerhalb kleiner Mikro-Chips aus Glas und Kunststoff in feinen Kanälen zu Proteinklumpen zusammenlagern. Diese experimentelle Methode heißt Mikrofluidik“, erklärt Büll. Mit Hilfe der künstlichen Plaques können die Forscher anschließend nicht nur deren Wachstum und Ausbreitung erforschen, sondern auch den Einfluss zahlreicher Wirkstoffe auf die Plaques beobachten. „Wir erhoffen uns, neue Ansatzpunkte für die Entwicklung eines Wirkstoffs zu finden“, so der Düsseldorfer Forscher weiter.

Zusätzlich wird im Rahmen des Projekts der Einfluss weiterer Proteine (ApoE und Serum Amyloid P) auf die Bildung und Stabilität künstlicher Plaques untersucht. So kann möglicherweise geklärt werden, warum eine Mutation im ApoE-Gen das Alzheimer-Risiko erhöht.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Grundlagenforschung zu stärken. Nur so können neue Konzepte entwickelt werden, die in Zukunft hoffentlich die Behandlung der Alzheimer-Krankheit verbessern. Wir stehen hier als Partner fest an der Seite der Alzheimer Forschung Initiative. Ganz besonders freut uns, dass der Preis an einen jungen Forscher aus Düsseldorf geht, der sich einer innovativen Methodik verschrieben hat“, sagte Erwin Niehaus, der Stifter des Preises, bei der Preisverleihung am 3. Februar 2017 im Industrie-Club Düsseldorf.

Preisträger Alexander Büll erwiderte: „Ich fühle mich geehrt, diesen Preis in Empfang nehmen zu dürfen, und ich werde mein Bestes geben, um den hohen Erwartungen in meine Forschungsarbeit, die dadurch zum Ausdruck kommen, gerecht zu werden.“

Zur Person

Alexander Büll (34) studierte Chemie und Biochemie in Tübingen sowie allgemeine, physikalische und theoretische Chemie an der Ecole Normale Supérieure Paris und der Université Paris VI (Master of Science im Jahr 2007). Nach einem Forschungsaufenthalt an der Ecole Polytechnique in Paris promovierte er im Jahr 2011 an der Universität Cambridge im Nanoscience Centre. Es schloss sich eine Postdoc-Phase in Cambridge an. Im Oktober 2015 wechselte Dr. Büll ans Institut für Physikalische Biologie der HHU auf eine Juniorprofessur für „Aggregation amyloider Proteine“.

Für seine Forschungsleistungen erhielt Dr. Büll bereits zahlreiche Auszeichnungen und Förderungen. Hierzu zählen verschiedene Stipendien für Forschungs- und Studienaufenthalte. Im Jahr 2016 gewann er den „Young Investigator Preis“ der Deutschen Gesellschaft für Biophysik, im Jahr 2017 wurde er bereits mit dem „The Biochemical Society 2017 Early Career Research Award for Biotechnology“ und jetzt mit dem Erwin Niehaus-Preis ausgezeichnet.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. und die Erwin Niehaus-Stiftung

Die AFI ist der größte private Förderer der Alzheimer-Forschung an deutschen Universitäten und öffentlichen Einrichtungen. Aktuell kann die AFI elf neue Forschungsprojekte mit insgesamt 690.264 Euro unterstützen. Insgesamt konnten bislang 201 Forschungsaktivitäten mit über 8,4 Millionen Euro finanziert werden.

Der Erwin Niehaus-Preis der Alzheimer Forschung Initiative wird alle zwei Jahre vergeben. Er wurde von der Erwin Niehaus-Stiftung ins Leben gerufen und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung. Bisherige Preisträger waren Prof. Dr. Sascha Weggen von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (2012) und Dr. Viola Nordström vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (2015).

Die Erwin Niehaus-Stiftung aus Düsseldorf engagiert sich seit 2006 vor allem in der Förderung der Bereiche Wissenschaft und Forschung, Altenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie Denkmalschutz. Sie wird vertreten durch Stifter und Vorstand Erwin Niehaus sowie Vorstand Carl Michael Eichler. Dem Kuratorium gehören Kathrin Eichler, Sabine Herrmann und Udo Herrmann an.

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