24.03.17 18:00

Manchot-Graduiertenschule „Molecules of Infection“ startet in dritte Förderrunde

Internationale Infektionsforschung

Von: Arne Claussen

Die internationale Manchot Graduiertenschule „Molecules of Infection“ (MOI III) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) startet in die dritte Förderrunde. Insgesamt 18 Stipendiatinnen und Stipendiaten – acht davon aus dem Ausland – werden in den kommenden dreieinhalb Jahren an ihren Promotionsprojekten zu sehr unterschiedlichen Aspekten der Infektionsforschung arbeiten. Beim Auftaktsymposium am 24. März stellten zwei MOI’ler stellvertretend ihre geplanten Forschungsprojekte vor.

Die Stipendiaten der Graduiertenschule MOI III mit dem Stifter Thomas Manchot (1.v.li). Die Stipendiaten Ritu Mann-Nüttel (Deutschland, 3.v.re) und Ernest Adankwah (Ghana, 1.v.re) stellten ihre Projekte vor.

Ernest Adankwah, Stipendiat aus Ghana, wird sich in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Marc Jacobsen an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie mit der Charakterisierung der Immunantwort gegen den Tuberkulose-Erreger Mycobakterium tuberculosis befassen. Dieser Krankheitserreger zählt zu den gefährlichsten Bakterien. Bei ihm treten verstärkt auch multiresistente Stämme auf, bei denen eine Vielzahl von Medikamenten nicht mehr wirkt. Dieses Projekt hat besondere Bedeutung für unser Verständnis der relevanten körpereigenen Abwehrmechanismen. Mithin können die Forschungen auch Therapiemöglichkeiten eröffnen, indem die Immunantwort auf den Erreger gezielt unterstützt wird.

Stipendiatin Ritu Mann-Nüttel wird an „Dendritischen Zellen“ arbeiten, speziellen Zellen des Immunsystems, die Antigene erkennen und die Immunantwort auslösen. Speziell sollen die Genmuster aufgeklärt werden, die bei einer Virusinfektion ausgeprägt werden. Ritu Mann-Nüttel ist Teil der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stefanie Scheu am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene. Aus ihrer Forschungsarbeit resultieren möglicherweise Ansätze für antivirale Therapien und Impfstrategien.

Die Infektionsforschung umfasst ein sehr breites Spektrum sowohl biologischer als auch medizinischer Themen. Entsprechend sind auch die Stipendiatinnen und Stipendiaten der MOI III an verschiedenen Instituten in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät der HHU angesiedelt. Einen Rahmen bilden gemeinsame wissenschaftliche Symposien, auf denen sie ihre Forschungsprojekte vorstellen und gegenseitig diskutieren. „Gerade dieser gegenseitige Austausch zwischen den Fakultäten ist ein hoher Wert für die Nachwuchswissenschaftler“, so Prof. Dr. Johannes Hegemann, Sprecher der MOI III, „denn die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Fachgebieten können oft wichtige Impulse für die Forschung geben und dadurch neue Lösungsansätze initiieren“.

Die MOI-Graduiertenschule wird durch einen hochkarätigen internationalen wissenschaftlichen Beirat begleitet. Die vier Beiratsmitglieder aus den USA und aus England treffen in den kommenden Jahren zweimal mit den Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen mehrtägiger Symposien zusammen. „Nutzen Sie das internationale Umfeld, welches diese Graduiertenschule Ihnen bietet. Sie können während Ihrer gemeinsamen Zeit in Düsseldorf wichtige Kontakte für Ihr zukünftiges Forscherleben knüpfen“, gab HHU-Ehrensenator Thomas Manchot, Kuratoriumsvorsitzender der Jürgen Manchot Stiftung, den Stipendiaten am 24. März mit auf den Weg. Die Stiftung fördert die Graduiertenschule mit insgesamt 1,9 Millionen Euro. Die HHU stockt das Budget um weitere 380.000 Euro auf.

Die Graduiertenschule „Molecules of Infection“ startete im Oktober 2016 in die dritte Förderrunde. Prof. Dr. Klaus Pfeffer, stellvertretender Sprecher der Graduiertenschule, wirft einen Blick zurück auf die erfolgreichen beiden ersten Förderrunden (2009 bis 2013 und 2013 bis 2016): „In den vergangenen acht Jahren promovierten insgesamt 50 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der MOI oder befinden sich kurz vor dem Abschluss der Promotion. Deren Forschungsschwerpunkte lagen und liegen in den vier wichtigen Themenfeldern: Mechanismen der viralen Infektion, bakterielle Proteine in Infektion und Infektionsbekämpfung; molekulare Regulationsmechanismen bei Pilzen, sowie Immunkontrollmechanismen der Infektion.“

Manchot Graduiertenschule „Molecules of Infection“ (MOI III)

Die MOI III bietet ein breites Forschungsspektrum und ein strukturiertes Graduiertenausbildungsprogramm. In der dritten Förderrunde (1. Oktober 2016 bis 31. März 2020) erhalten 18 junge Promovierende ein dreieinhalbjähriges Stipendium. Neben der materiellen Förderung durch die Manchot Graduiertenschule sind die Stipendiatinnen und Stipendiaten und assoziierte Kollegiatinnen und Kollegiaten in ein umfangreiches, englischsprachiges Curriculum eingebunden. Hierzu gehören Fachvorlesungen, Seminare, Symposien, in denen sich die Mitglieder der MOI gegenseitig über ihre aktuelle Forschung austauschen, sowie ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm insbesondere auch für berufsrelevante Soft Skills. Ein aus dem MOI-Promovierendenkreis selbst organisierter Career Day gegen Ende der MOI-Laufzeit rundet das anspruchsvolle Curriculum ab.

Sprecher der MOI ist Prof. Dr. Johannes Hegemann (Institut für Funktionelle Genomforschung der Mikroorganismen), stellvertretender Sprecher ist Prof. Dr. Klaus Pfeffer (Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene).

Weitere Informationen: undefinedWebseiten der Manchot-Graduiertenschule

Jürgen Manchot Stiftung

Die Jürgen Manchot Stiftung hat ihren Sitz in Düsseldorf. Vorsitzender des Kuratoriums ist Thomas Manchot, Ehrensenator der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Stiftung fördert seit 2009 die Manchot Graduiertenschule „Molecules of Infection“, ab Oktober 2016 in der dritten Förderrunde.

Kontakt

Dr. Inge Krümpelbeck
wissenschaftliche Koordinatorin
MOI Manchot Graduiertenschule
c/o Institut für funktionelle Genomforschung der Mikroorganismen
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Tel.: 0211-81 11877
undefinedE-Mail senden

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenStabsstelle Presse und Kommunikation