12.01.18 11:26

Berufsgruppenübergreifendes Lernen gefördert durch die Robert-Bosch-Stiftung abgeschlossen

Studierendenprojekt: Bedarfsgerechtes Ernährungsmanagement in der stationären und häuslichen Pflege

Von: Susanne Dopheide

Die Robert-Bosch-Stiftung förderte ein gemeinsames Modellprojekt des Universitätsklinikums Düsseldorf, der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität und der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf zum berufsgruppenübergreifenden Lernen in Gesundheitsberufen. Im Fokus stand das bedarfsgerechte Ernährungsmanagement als Aufgabe aller an der Krankenversorgung beteiligten Akteure.

Die Studierenden legten nun die Ergebnisse des Projektes vor, das im Oktober 2016 gestartet war: Ernährung muss stärker in den Fokus der professionellen Betreuung rücken und nicht allein als in der Verantwortung des Patienten angesehen werden. Mangelernährung wird häufig nicht oder spät erkannt und braucht dafür spezifische Vorgaben. Die Kommunikation zwischen Ärzten, der Pflege und weiteren Betreuern kann nur klappen, wenn Zuständigkeiten eindeutig geklärt sind und eine leicht erfassbare Verlaufsdokumentation zur Ernährung des individuellen Patienten erfolgt.

In ihrem Kurs analysierten die Studierenden in der Praxis der stationären und ambulanten Versorgung gemeinsam das Ernährungsmanagement ausgewählter Patienten und konzipierten interprofessionell angelegte individuelle Versorgungspläne. „Man konnte von den unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen profitieren.“ Daraus resultierte aus Sicht der Studierenden eine deutliche Weiterentwicklung und Optimierung der Patientenversorgung: „Wenn man gemeinsam miteinander arbeitet, werden umfangreiche Lösungen und Ergebnisse entwickelt“, sagt Laura Schütte, Studentin der Pflege und Gesundheitswissenschaften.

In der Abschlussveranstaltung stellten die Studierenden ihre Ergebnisse den Mitgliedern der Projektgruppe sowie Vertretern der Praxisorte und den Projektpartnern der Robert-Bosch-Stiftung vor. Ein Beispiel: Die Studierenden besuchten eine 80 jährige Patientin während ihres Krankenhausaufenthaltes auf der Station. Sie ist Krebspatientin, hatte bereits eine Chemotherapie hinter sich und klagt seitdem über ein vermindertes Hungergefühl und Ekel vor Speisen. Die Studierenden entwickeln einen Versorgungsplan, der den täglichen Nährstoff- und Kalorienbedarf festlegt, - und – die persönlichen Vorlieben der Patientin zur Steigerung des Appetits einbezieht. Im Normalfall würde die Problematik nicht systematisch erfasst. Servicekräfte würden nicht verzehrte Mahlzeiten wieder abräumen, das Problem fiele nicht oder spät auf. Werden die Servicese aber geschult, wie die Studierenden vorschlugen, können sie die Information darüber an Pflege und Ärzte weitergeben.

„Gelungene Kooperation zum Wohl des Patienten muss von allen Berufsgruppen im Gesundheitssystem gelernt und eingeübt werden, das sollte idealerweise bereits in der Ausbildung beginnen“, bilanzieren die Projektleiter Dr. Thomas Rotthoff von der Medizinischen Fakultätund Matthias Grünewald vomAusbildungszentrum für Gesundheitsberufe der Uniklinik.

Kontakt: Dr. Thomas Rotthoff, Studiendekanat der Medizinischen Fakultät, Tel.: 0211 / 81-18771, rotthoff@med.uni-duesseldorf.de

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