15.11.17 08:51

Kreis der Freunde des Instituts für Kunstgeschichte

Sarah Hülsewig und Manuela Klauser ausgezeichnet

Von: Redaktion / V.M.

Der Kreis der Freunde des Instituts für Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zeichnet jedes Jahr herausragende Abschlussarbeiten und Dissertationen aus. Die Förderpreise 2017 übergab die Vorsitzende des Fördervereins Dr. Sandra Abend am 15. November an Sarah Hülsewig und Manuela Klauser. Der Preis für die Masterarbeit ist mit 500 Euro, der für die Dissertation mit 1000 Euro dotiert.

Bei der Preisverleihung: Prof. Dr. Hans Körner, Sarah Hülsewig, Dr. Sandra Abend, Manuela Klauser und Prof. Dr. Jürgen Wiener, Foto: HHU/ Jochen Müller

Die Jury würdigte Sarah Hülsewigs Masterarbeit „Bildtitel im Surrealismus. Komik in der Titel-Bild-Beziehung“ (Betreuer: Prof. Dr. Hans Körner). Ausgangspunkt war ihre Beobachtung, dass die meisten Besucher einer Ausstellung durch die Beschilderung der jeweiligen Werke eine Erklärung für das Betrachtete erwarten. Oft aber ist das Ergebnis eher Unverständnis oder Amüsement. Hülsewig hat surrealistische Arbeiten bekannter Künstler wie Man Ray, Max Ernst und René Magritte auf das „komische Spannungsverhältnis zum Titel“ untersucht. Ihr Fazit: Eine vollständige Entschlüsselung der Titel-Bild-Beziehung sei nur durch ein umfassendes und breites Vorwissen des Betrachters möglich. Insofern könne ihr Forschungsergebnis auch als Appell an Museen verstanden werden, durch ausführliche Erläuterungen Besuchern den Zugang zu den ausgestellten Kunstwerken zu erleichtern, sagte die Preisträgerin.

Manuela Klauser hat sich in ihrer von Prof. Dr. Jürgen Wiener betreuten Dissertation „Ikonische Kirchen – Zeichen lebendigen Glaubens. Geschichte und Theorie des Pfarrkirchenbaus an Rhein und Ruhr zwischen Historismus und Moderne“ mit der Neugestaltung der Sakralarchitektur der beiden christlichen Konfessionen in dieser Zeit beschäftigt. Sowohl in der katholischen wie in der evangelischen Kirche wurden ab 1900  die Gläubigen aktiver als vorher in das liturgische Geschehen einbezogen. Klauser kommt zu dem Schluss, dass die Kirchenarchitektur diese Veränderungen nicht nur reflektiert, sondern vielmehr in intensivem Diskurs mit Theologen, Kunsthistorikern und Architekten aktiv an ihr teilgenommen habe. Bei katholischen Kirchen mündete dies zunächst in eine Weitung des Kirchenschiffs und eine Verkürzung des Chorraumes, bei evangelischen Kirchen zeitweise in eine Haus-ähnliche Architektur.

Vorgestellt wurde am Tag der Preisverleihung auch das von Sandra Abend und Hans Körner herausgegebene Buch „Der schöne Mensch und seine Bilder“. Es beschäftigt sich mit dem Körperdiskurs im „Bild“ und bietet dabei zahlreiche Rückblicke in die Kultur- und Kunstgeschichte.

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