09.11.17 14:51

Tag der Lehre

Lehrpreis 2017 vergeben sowie engagierte Diskussion zur Studieneingangsphase

Von: Carolin Grape

Der "Tag der Lehre" lenkt einmal im Jahr den Blick darauf, welche Beispiele guter Lehre es an der HHU gibt und wie bereits Gutes noch besser werden kann. Traditionsgemäß wird an diesem Tag zudem der Lehrpreis der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) in vier Kategorien (dotiert auf je 10.000 Euro) vergeben. Für ihre innovativen Lehrkonzepte wurden am 9. November 2017 Prof. Dr. Constantin Czekelius, Jan Philip Clooth, Kai Hußnätter, Dr. Beryl Schwarz-Herzke sowie Dr. Witold Mucha ausgezeichnet.

Ausgezeichnet: Prorektor Prof. Dr. Christoph Börner überreichte die Preise an Dr. Witold Mucha, Jan Philip Clooth, Dr. Beryl Schwarz-Herzke und Prof. Dr. Constantin Czekelius (v.l.n.r.),

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck begrüßte die Teilnehmer (Fotos: HHU / Alexander Schneider)

Standen in der Vergangenheit die Lehrenden im Fokus der Lehre, rücken zunehmend die Studierenden mit ihren Ansprüchen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Die Herausforderungen für Lehrende ist es, Mittel und Wege zu finden, um Studierendenautonomie und individualisiertes Lernen zu unterstützen. Unter dem Motto 'Erfolgsfaktor: Studieneingangsphase!' loteten Lehrende und Studierende im Rahmen einer gemeinsamen Talkrunde ihre jeweiligen Erwartungen in Bezug auf den Übergang ins Studium und das erste Studienjahr aus. Sie diskutierten, wie viel Verschulung und individuelle Betreuung im Hinblick auf eine heterogene Studierendenschaft (jünger als früher, heterogene Bildungsbiographien, unterschiedliche soziale und ethnische Hintergründe, unterschiedliche Vorerfahrungen und Vorkenntnisse, verschiedene Motive und Einstellungen für bzw. gegenüber einem Studium) nötig und wichtig für den Studienerfolg ist.

"Aktuell wird kontrovers mit jeweils guten Argumenten die Forderung des Wissenschaftsrates nach hochschulweiten Lehrstrategien diskutiert. An der HHU sind wir seit 2015 mit dem Leitbild Lehre gut aufgestellt. Darin beschäftigen wir uns mit Fragen, die über die fachliche Ausrichtung von Lehrinhalten oder Methoden hinausgehen. Diese Fragen selbst zum Gegenstand eines universitätsweiten Diskurses zu machen, ist ein wichtiger Schritt zu ihrer qualitativen Weiterentwicklung - ob nun mit oder ohne auf Papier festgehaltener Strategie - der Tag der Lehre dafür ein wichtiges Instrument", sagte Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck bei der Begrüßung der Teilnehmer.

Prof. Dr. Christoph Börner, Prorektor für Studienqualität, ergänzte: "Der Studienbeginn stellt eine wichtige Weiche für ein erfolgreiches Studium. Die HHU hat bereits eine Vielzahl an Angeboten und Maßnahmen entwickelt und etabliert, die auf eine Senkung der Studienabbruchquote sowie die Verbesserung der Studierfähigkeit zielen. Beispiele sind etwa flächendeckende Orientierungstutorien, Video-Tutorials und Übungen zu Studientechniken wie Referate-Training oder Schreibworkshops. Den gemeinsamen Rahmen bildet dabei das iQu-Projekt (Integrierte Qualitätsoffensive in Lehre und Studium) an der HHU. Wir müssen uns aber auch Gedanken darüber machen, wie Lehre und Lehrformate gestaltet sein müssen, um ein solides Fundament für das weitere Studium zu legen und wie wir die Lehrenden dabei unterstützen können."

Die fünf Gewinner des am Abend vergebenen Lehrpreis 2017 zeigen, wie man als Lehrender diesen Herausforderungen zukunftsweisend begegnen kann. Insgesamt 18 Personen, darunter zwei Lehrenden-Tandems, wurden von den Studierenden im Vorfeld vorgeschlagen und nach fachlicher Kompetenz, Lehr-Methodik und persönlichem Engagement beurteilt. Die Vergabe der Lehrpreise erfolgte dann ebenfalls unter Beteiligung von Studierenden durch die Kommission für Lehre und Studienqualität in vier Kategorien.

Der Lehrpreis 2017, dotiert mit je 10.000 Euro, in vier Kategorien ging an:

Kategorie 'Große Veranstaltungen mit vermittelndem Charakter':
Prof. Dr. Constantin Czekelius (Fachbereich Chemie / Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) erhielt den Lehrpreis für seine Vorlesung mit Übung "Organische Chemie für Biologen". Professor Czekelius wurde wegen seines hervorragenden Skripts mit guten Modellen und Zeichnungen, seinen anschaulichen Erklärungen mit vielen Bezügen zur Biologie, aber gleichermaßen für seine Ansprechbarkeit und seine Geduld im Umgang mit den Anliegen der Studierenden nominiert.

Kategorie 'Innovative Veranstaltungskonzepte'
Hier teilen sich Jan Philip Clooth (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, Philosophische Fakultät) sowie Kai Hußnätter (Doktorand am Institut für Mikrobiologie, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) den Preis.
Jan Philip Cloth erhielt die Auszeichnung für seine Veranstaltung "Flüchtlingshilfe konkret - Lehrprojekt zum ehrenamtlichen Engagement (service learning)". Die Studierenden würdigten insbesondere den Praxisbezug zur aktuellen politischen Lage sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Experten.
Kai Hußnätter wurde für "iGEM 2017 - International Genetically Engineered Machine Competion" ausgezeichnet. Mit dieser Lehrveranstaltung bereitete er inhaltlich den iGEM-Wettbewerb in Boston vor - die Studierenden konnten dabei ein eigenes Forschungsprojekt unter "echten" Bedingungen durchführen. Auch hier wurden die interdisziplinären Inhalte und das hohe Engagement von Kai Hußnätter besonders gewürdigt.

Kategorie 'Kleine Veranstaltung mit partizipativem Charakter'
Dr. Beryl Schwarz-Herzke (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anatomie II, Medizinische Fakultät) wurde als herausragende Pädagogin und Didaktikerin für ihren Kurs in der Kopf-Hals-Anatomie "Makroskopische Anatomie für Studierende der Zahnmedizin" bereits zum zweiten Mal infolge nominiert. "Ihre Begeisterung für die Anatomielehre überträgt sich auf die Studierenden, die auf Basis der klaren Lehrstruktur einen guten Einblick in den aktuellen Klinikalltag und die aktuelle Forschung bekommen!", so die Jurybegründung.

Der hein@ward 2017, dotiert mit 10.000 Euro, wurde verliehen an:

Dr. Witold Mucha (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft III, Philosophische Fakultät) wurde für sein eLearning-Projekt "Gefährdung des Friedens in Europa? - Standortübergreifendes Seminar als 'Blended Learning'" ausgezeichnet. In dieser neuartigen Ringveranstaltung arbeiteten Forschende und Studierende aus 13 unterschiedlichen Universitäten über eine digitale Videoplattform und virtuelle Arbeitsräume jede Woche über hunderte Kilometer hinweg zusammen. Die Studierenden hoben in der Evaluation besonders die sowohl thematisch wie auch methodisch nachhaltige und perspektivenreiche Auseinandersetzung mit den Seminarinhalten hervor. Abgerundet wurde das innovative Konzept des Seminars durch vielfältige Möglichkeiten wissenschaftlichen und journalistischen Arbeitens, etwa in Form der Produktion von Zeitungsartikeln, Video- oder Radiobeiträgen.

Weitere Informationen www.hhu.de/tag-der-lehre

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