17.11.17 11:08

Jahrestagung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V.

GFFU-Jahrestagung: Bilanz 2016 sowie Vergabe der Wissenschaftspreise

Von: GFFU, C.G.

Anlässlich der Jahrestagung und Mitgliederversammlung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V. ging Präsident Eduard H. Dörrenberg am 16. November in seinem Bericht zum Geschäftsjahr 2016 auf die vielfältigen Aktivitäten des Freundeskreises ein.

Gruppenbild mit den Preisträgern 2017: (v.l.) Präsident Eduard H. Dörrenberg, PD Dr. med. Günter Niegisch, Prof. Dr. Jens Südekum, PD Dr. Yvonne Stahl, Prof. Dr. Stefan Süß, PD Dr. Andreas Menzel sowie Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck (Foto: HHU / Jürgen Bauer).

 

 

Der Freundeskreis hat mit seinen 25 Stiftungen, die er inzwischen betreut, im Jahr 2016 die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) mit ca. 1,8 Millionen Euro gefördert. Dies war nur durch eine noch relativ günstige Rendite aus dem Kapital von 3 % und großzügigen Spenden für den Studiengang European Studies möglich.

Hervorzuheben ist, dass trotz Erhöhung des Kapitals des Freundeskreises und seiner Stiftungen die Verwaltungskosten stabil gehalten werden konnten.

Im vergangenen Jahr hat die GFFU zugunsten der Gisela-Eisenreich-Stiftung durch die Stifterin Gisela Eisenreich einen Gesellschafteranteil an einem Geschäftsgrundstück in Düsseldorf geerbt, der die Stiftung nach Rückzahlung eines mit dem Erbe verbundenen Darlehens in die Lage versetzen wird, wesentliche Forschungen auf dem Gebiet der Naturheilkunde voranzutreiben.

Mit der Erben-Felder-Stiftung ist 2017 eine weitere Stiftung neu hinzugekommen. Sie fördert mit einem Kapital von 1 Million Euro die Forschung auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckerkrankungen.

Das Highlight in diesem Jahr war die erstmalige Vergabe eines Gründerstipendiums in Höhe von 50.000 € an das Team innoMMT für die Entwicklung eines Atemtest-Handgeräts, mit dessen Hilfe man Krankheiten wie Asthma, Laktoseintoleranz oder Kohlenstoffmonoxyd-Vergiftungen schnell und ohne besonderen Aufwand diagnostizieren kann. Die feierliche Vergabe des Stipendiums im Haus der Universität am 19. Oktober 2017 in Anwesenheit des Wirtschafts- und Digitalministers Prof. Dr. Andreas Pinkwart mit ca. 100 Gästen stieß auf eine große und positive Resonanz.

Die Konrad-Henkel-Stiftung, die die GFFU auch betreut, wird durch die Erträge ihres Kapitals und durch wesentliche Spenden von Dr. Christoph Henkel für die nächsten zehn Jahre eine Stiftungsprofessur für Nachhaltigkeit an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der HHU ermöglichen.

Die Mitglieder des Freundeskreises (derzeit 366) hatten in diesem Jahr die Möglichkeit, den Campus der HHU einmal aus der Sicht der Studierenden und zum anderen unter Kunstaspekten kennenzulernen.

Der Vorstand der GFFU wurde einstimmig entlastet.

Traditionsgemäß wurden drei wissenschaftliche Preise vergeben:

Den mit 10.000 Euro ausgestatteten Preis der GFFU erhielten zu gleichen Teilen die Biologin PD Dr. Yvonne Stahl für ihre Habilitationsschrift zum Thema „The Regulation of Stem Cell Fate in Roots of Arabidospis Thaliana“ und der Physiker PD Dr. Andreas Menzel für seine Habilitationsschrift zum Thema „Tuned, driven, and active soft matter“ von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Anders als bei Menschen und Tieren sind Pflanzen in der Lage, ihr Leben lang neue Organe wie Blätter, Blüten und Wurzeln zu bilden. Diese entstehen aus Stammzellen. Yvonne Stahl (42) will herausfinden, wie die Stammzellen in den Wurzeln erhalten werden und welche molekularen Mechanismen dafür notwendig sind. Dazu setzt sie verschiedene genetische und molekularbiologische Methoden in Kombination mit modernsten fluoreszenzmikroskopischen Verfahren ein.
Andreas Menzel (37) arbeitet an der HHU am Thema „weiche Materie“. Darunter versteht man Substanzen, die sich sehr leicht verformen lassen. Menzel befasst sich speziell mit solchen Substanzen, bei denen man die Eigenschaften gezielt ändern – schalten – kann, etwa durch das Anlegen eines äußeren magnetischen Feldes. Ein Beispiel hierfür sind Stoßdämpfer, deren Härte gesteuert werden kann.

Der mit insgesamt 12.500 Euro dotierte Reinhard-Heynen und Emmi-Heynen-Preis wird 2016 in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät verliehen. Ausgezeichnet für ihre wissenschaftlichen Leistungen wurden zu gleichen Teilen Univ.-Prof. Dr. Stefan Süß, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisation und Personal sowie Prof. Dr. Jens Südekum, Universitätsprofessor für internationale Volkswirtschaftslehre.
Die Forschungsschwerpunkte von Stefan Süß (43) liegen in der empirischen Personal- und Organisationsforschung. Aktuelle Projekte widmen sich beispielsweise den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitgeberattraktivität sowie neuen und flexiblen Beschäftigungsformen.
Jens Südekum (42) ist ein ausgewiesener Experte zu Fragen des internationalen Handels, der Arbeitsmarkt- und der Regionalökonomik. In jüngster Forschung hat er sich zum einen intensiv damit beschäftigt, wer in Deutschland von der Globalisierung profitiert und wer nicht, zum anderen inwiefern die zunehmende Automatisierung von industriellen Produktionsprozessen zum Verlust von Arbeitsplätzen führt.

PD Dr. med. Günter Niegisch, Oberarzt der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Forschungspreis der Dr.-Günther- und Imme-Wille-Stiftung für seine Arbeit zum Thema „Inhibition of Class I Histone Deacetylases 1 and 2 Promotes Urothelial Carcinoma Cell Death by Various Mechanisms“. Niegisch (38) forscht zu urothelialen Karzinomem und hat einen neuen wirkungsvollen Ansatz gefunden, abseits der konventionellen Chemotherapie, das Wachstum von Blasentumorzellen (urotheliale Karzinome) zu hemmen. Da die dazu eingesetzten Medikamente (HDAC-Inhibitoren) z.T. bereits für den therapeutischen Einsatz zugelassen sind bzw. sich in der klinischen Prüfung befinden, besitzen die Forschungsergebnisse hohes Potenzial, rasch im Rahmen klinischer Studien evaluiert zu werden und so in die Krankenversorgung übertragen werden zu können.

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