04.05.18 11:15

Preis der Hans-Böckler-Stiftung an eine Kunsthistorikerin

Dr. Julia Trinkert mit dem „Maria-Weber-Grant“ ausgezeichnet

Von: Victoria Meinschäfer

Dr. Julia Trinkert vom Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität (Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch) hat den mit 40.000 Euro dotierten „Maria-Weber-Grant“ erhalten. Die Hans-Böckler-Stiftung hat den Preis in diesem Jahr erstmalig vergeben.

Dr. Julia Trinkert ist mit dem Maria-Weber-Grant ausgezeichnet worden, Foto: Nina Grützmacher

Dr. Julia Trinkert forscht zur nordeuropäischen Kunstgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit. In ihrem Habilitationsprojekt befasst sie sich mit dem Wechselverhältnis von Kunst und gesellschaftlichen Etablierungsstrategien: „Mich interessieren nicht diejenigen, die in der ersten Reihe stehen, sondern die vernachlässigten Akteure der damaligen Kunstszene.“ Dazu untersucht sie unterschiedliche Persönlichkeiten des Kunstbetriebs  wie Maler, Baumeister, bürgerliche und adelige Auftraggeber in der Zeit von 1500 bis 1800. So möchte sie aufdecken, an welchen Vorbildern sich sowohl die Künstler als auch die Auftraggeber orientiert haben. „Ich finde die Verbindung von Kunst und sozialer Interaktion zum Zweck des gesellschaftlichen Aufstiegs sehr faszinierend. Welche Vorbilder werden gewählt? Werden sie verstanden oder vielleicht missverstanden? Was ist der Kanon? Und wie erfolgreich kann eine solche Strategie sein?“

Mit dem Maria-Weber-Grant unterstützt die Hans-Böckler-Stiftung herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten, an deren Verbleib in der Wissenschaft die Stiftung sowohl aus forschungs- als auch aus hochschulpolitischer Perspektive ein besonderes Interesse hat. Die jetzt erstmalig verliehenen "Maria-Weber-Grants" geben vier Hochschulbeschäftigten in der Post-Doc-Phase die Möglichkeit, sich für einige Zeit fokussiert auf ihre Forschungsarbeit zu konzentrieren. Die Grants dienen dazu, für ein bis zwei Semester eine Teilvertretung für die Lehrverpflichtungen der Geförderten zu finanzieren.

Jeder Trägerin/jedem Träger des Grants werden pauschal 20.000 Euro pro Semester gewährt, um eine personelle Unterstützung bei den Lehrverpflichtungen einzurichten. Dafür ist durch die Universität mindestens eine halbe Stelle einzurichten, die nach der Tarifstufe E13 bezahlt wird. Maria-Weber-Grants werden künftig jährlich ausgeschrieben und richten sich an Habilitanden, Juniorprofessorinnen und -professoren.

Maria Weber war eine deutsche Gewerkschafterin, die sich stark für Bildungsgerechtigkeit engagiert hat. Von 1972 bis 1982 war sie stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

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